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Der legendäre Pinzgauer ist längst Geschichte: Die 7. Jägerbrigade setzt heute auf einen hochmodernen Funkwagen, den sogenannten Noriker. Die „bewegliche Befehlsstelle“ bringt Kommunikation und wichtige Führungsmittel direkt ins Einsatzgebiet. Wie der Bundesheer-Funkwagen funktioniert, warum Tarnung und Mobilität entscheidend sind und was das Fahrzeug kostet.
KLAGENFURT, KÄRNTEN. Wer kann sich noch an den legendären Pinzgauer des Österreichischen Bundesheeres erinnern? Über Jahrzehnte hatte sich dieser Bundesheer-Funkwagen einen Platz in den Herzen der Österreicher gesichert. Nostalgie hin oder her – der technische Fortschritt macht in der Kriegsführung nicht Halt.
Seit etwa zwei Jahren hat die 7. Jägerbrigade, Jagdkampf in Kärnten einen neuen Funkwagen, wie es im Fachjargon heißt eine "bewegliche Befehlsstelle" – einen Noriker – in der Nutzung. "Damit der Brigadekommandant das ganze Geschehen leichter führen kann, nutzt er die bewegliche Befehlsstelle. Damit kann bspw. der Abstand zum Feind verringert werden. Das Bataillon kann auch auf das Geschehen einwirken", erklärt Stabswachtmeister Andreas Schlintl. Ziel ist es, alle wichtigen Informationen und Kommunikationsmöglichkeiten, die normalerweise im weiter hinten liegenden Hauptgefechtsstand vorhanden sind, direkt an den Einsatzort zu bringen.
Der Noriker IVECO MUV (Military Utility Vehicle) wird in der ABC-Abwehr, als Analysefahrzeug und im Rettungselement eingesetzt. "Im Fahrzeug sind sämtliche Übertragungsmedien aus dem im UKW-Bereich, dem Kurzwellenbereich, aber auch dem Gigahertzbereich möglich", sagt Schlintl. Kommunikation spielt in jedem Gefecht oder bei jeder Übung eine essenzielle Rolle. Durch seine Mobilität kann der Brigadekommandant seine Befehle in fast jedem Gelände durchsagen und Feuerbefehle für die Artillerie erteilen. "Ohne Kommunikation keine Führung, ohne Führung kein Gefecht", bringt es Schlintl auf den Punkt. Grundsätzlich weicht man vom klassischen Sprachfunk immer mehr ab. Das Meiste läuft über verschriftlichte Systeme ab – diese sind wiederum verschlüsselt.
Damit das Fahrzeug vom Feind nicht wahrgenommen wird, ist es mit einem Tarnnetz (Kostenpunkt 20.000 Euro) ausgestattet. Mit dem Tarnnetz kann der Noriker selbst mit einem Nachtsichtgerät nicht wahrgenommen werden. Erfolgt keine Kommunikation bleibt das Fahrzeug für den Angreifer unsichtbar. "Sobald jemand bspw. auf die Sprechtafel drückt und Leistung abgestrahlt wird, wird das sofort wahrgenommen. Ein paar Minuten später bekommt die Einheit bereits Gegenfeuer ab", sagt der Experte. Aus diesem Grund stellt die Mobilität beim Noriker das A und O dar. Die Gesamtkosten für einen Iveco liegen je nach Ausstattung zwischen 300.000 und 350.000 Euro. Der Noriker ist mit mehreren Batterien ausgestattet, damit Energieautarkie gesichert ist.
Grundwehrdiener steuern den Noriker
Grundwehrdiener erfahren die wesentlichen Funktionsweisen des Norikers. Sie werden grundsätzlich so ausgebildet, dass sie in der Lage sind, das System selbstständig hochzufahren und auch zu betreiben. Bedient wird die bewegliche Befehlsstelle von einem Kommandanten und drei Grundwehrdienern.
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