Zu wenig Zivildiener in Klagenfurt

Die Zivildiener Luka Stern und Marjan Koletnik, hier mit "Haus Martha"-Bewohnerin Elisabeth Widowitz, sind im April fertig | Foto: Caritas
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KLAGENFURT. Im Pflegeheim, im Krankenhaus, im Rettungswagen oder in Werkstätten für Menschen mit Behinderung: Junge Männer helfen als Zivildiener in nahezu allen wesentlichen Lebensbereichen und sind damit eine wichtige Stütze für die Gesellschaft. Doch gerade jetzt, beim nächsten Turnuswechsel im April, tun sich in vielen Einrichtungen in Klagenfurt große Lücken auf, denn auffallend viele Plätze sind noch nicht besetzt. "Im April haben wir – im Gegensatz zu den anderen Eintrittsmöglichkeiten im August und Dezember – das Problem, dass die Schüler ihren Abschluss noch nicht haben", sagt Verena Petzner, die bei der Caritas für die Zivildiener zuständig ist. Pro Jahr vergibt die Caritas 78 Plätze, 45 sind derzeit besetzt. "Wir benötigen noch dringend junge Menschen, die im April den Zivildienst beginnen", so Petzner.
Dass die jungen Menschen keine Lust auf Zivildienst haben, sei jedenfalls nicht der Grund für die Aprillücke. "Für viele junge Männer ist es die erste berufliche Erfahrung und für einige ist es auch ein berufliches Sprungbrett", so Petzner.

Hälfte der Plätze noch frei

Auch Klaus Pabautz vom Roten Kreuz sieht ein ungebrochenes Interesse der jungen Männer für den Zivildienst. "Das Interesse ist da, doch im April fehlen uns einfach die Schüler, die noch nicht fertig sind und bei den Lehrlingen wissen wir je nach Branche nie, ob sich ein Abschluss im April ausgeht, das ist leider unkalkulierbar."
Beim Roten Kreuz ist die Situation besonders gravierend: Für April sind allein in Klagenfurt noch 23 Plätze zu vergeben. Kärntenweit sind es 70 Plätze, davon sind mehr als die Hälfte - 41 Plätze - noch nicht besetzt. Der Großteil der Zivildiener, 90%, arbeitet als Rettungssanitäter, der Rest beim Blutspendedienst.

6 von 7 Plätzen offen

Im Klinikum Klagenfurt war Walter Pretis schon verzweifelt: "Wir nehmen im April sieben Zivildiener auf, sechs Plätze sind noch frei." Bis dato hatte das Klinikum nur ein einziges Mal vor zehn Jahren Probleme mit der Nachbesetzung. "Ich weiß nicht, woran das heuer liegt, vielleicht ist ein geburtenschwacher Jahrgang der Grund", mutmaßt Pretis. Noch nie habe die Zivildienstagentur zentral von Wien aus Zivildiener zuweisen müssen, jetzt sei es aber erstmals der Fall. Aber so seien die sechs Plätze wenigstens besetzt.

Durch Bürokratie erschwert

Im Altenwohn- und Pflegeheim Antonia in Pischeldorf ist für April auch noch ein Zivildiener-Platz frei. Heimleiter Johannes Hecher beschreibt die Situation: „Die Zeiten waren schon schlechter. Vor vier Jahren noch war es überhaupt kein Problem, Zivildiener zu finden. Dann gab es einen Einbruch und wir mussten wirklich kämpfen. Jetzt ist es wieder etwas besser. Für April habe ich noch keine Zusage, die kommt etwa drei bis vier Wochen davor. Bis dahin sind wir in der Schwebe.“
Das Hauptproblem ortet Hecher in der Bürokratie: Ein Bedarf ist ein Jahr vorher zu melden. Gibt es dann zum betreffenden Zeitpunkt keine Zuweisung, hat man keine Möglichkeit der Nachmeldung und man steht Monate ohne Zivi da.

Die Zivildiener Luka Stern und Marjan Koletnik, hier mit "Haus Martha"-Bewohnerin Elisabeth Widowitz, sind im April fertig | Foto: Caritas
Auch im Eggerheim sind Zivildiener beschäftigt | Foto: Caritas
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