Kompetenzzentrum Schwoich
"Vahle Automation" peilt heuer 18 Millionen Euro Umsatz an

Alfred della Torre in der Demofabrik in Schwoich, wo Kunden sich die Produktionsautomatisierungslösungen ansehen können.
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SCHWOICH (nos). 2013 als Joint Venture der "Vahle"-Gruppe mit der "Deto" des Kufsteiner Unternehmers Alfred della Torre mit einem Kapital von 1,2 Millionen Euro gestartet, ist die heutige "Vahle Automation" mit dem neuen Kompetenz- und Technologiezentrum in Schwoich gefragter Partner internationaler Unternehmen. Vor drei Wochen erst konnte eine Kooperation mit dem japanischen Technologiekonzern "Panasonic" unter Dach und Fach gebracht werden, auch zahlreiche deutsche Autobauer zählen zu den Kunden und Partnern des Unternehmens, das in seinem Gebiet zu den innovativen Weltmarktführern zählt.

"Man hat sich gekannt und man hat sich getroffen", erzählt Alfred della Torre über die Anfänge der Kooperation zwischen seiner "Deto" und der "Vahle-Gruppe", die seit 1912 in Sachen Energieversorgung als Familienunternehmen aktiv ist. "Wir sind Spezialisten für Steuersysteme – Soft- udn Hardware – für komplexe Förderanlagen im Produktionsbereich. 'Vahle' hat uns dafür die Energie gegeben. Macht das nicht Sinn, daraus ein System zu machen?", war die Frage des Kufsteiner Unternehmers, die heute, in der "Deto" in "Vahle Automation" aufging, beiden Unternehmen einen enormen Innovationsschub versetzte. Mit einem überarbeiteten, abgestimmten Produktportfolio und Niederlassungen in Shanghai (VR China), Houston (USA) und der Bundesrepublik Deutschland bietet die "Automation" heute innovative Lösungen für Kunden und Partner. Der Standort des Kompetenz- und Innovationszentrums inklusive "Demofabrik" in Schwoich war für della Torre dabei ein wichtiger Punkt. Nicht die Technologie und das Know-How woanders hin zu verkaufen, sondern die Automationssparte von "Vahle" nach Tirol zu bringen erwies sich mittlerweile nicht nur für die Gruppe, sondern auch für das Land Tirol als wahrer Glücksgriff. 40 Mitarbeiter sind aktuell in Schwoich beschäftigt, für das Jahr 2018 peilt "Vahle Automation" einen Umsatz von 18 Millionen Euro an.

Neue Felder für "Vahle"

"Wir bedienen seit vielen Jahren ganz spezielle Märkte", führt Achim Dries, der GF der "Vahle"-Gruppe, weiter aus. Im Bereich  vernetzter und automatisierter Maschinen, der Industrie 4.0, zeigte sich rasch, welche Innovationskraft der Schwoicher Standort zu leisten fähig war, "da lag es ganz klar nahe, die Kompetenz in Schwoich zu stärken", so Dries zu "Denkfabrik", auch wenn die Verlagerung der Automationssparte von Deutschland nach Tirol im Unternehmen "nicht nur mit Applaus und 'Hurra' begleitet" war. Nicht zuletzt durch die Automation konnte aber die "Vahle"-Gruppe im Vorjahr das erfolgreichste Jahr in ihrer Firmengeschichte verbuchen, dafür war "Schwoich ein starker Faktor", sagt Dries.
Erst am 16. Oktober wurde hier mit dem Ingolstädter Autobauer "Audi" ein nächster Schritt für eine kommende Projektentwicklung gesetzt. "Preventive Maintenence", also vorausschauende Wartung, sei "auch für uns ein neues Geschäftsfeld, das wir nur durch das Knowhow in Schwoich betreten konnten", erklärt Dries.

Entsprechend entzückt zeigte sich ob der Innovationskraft und Technologie-Marktführerschaft auch Wirtschaftslandesrätin Patrizia Zoller-Frischauf und hielt fest: "Unternehmen wie diese machen das gute Wirtschaftswachstum in Tirol aus." Im Vorjahr exportierten Tiroler Unternehmen ihren Angaben zufolge Waren im Wert von rund 12,5 Milliarden Euro, heuer sollen es wohl über 13 Milliarden werden. "Dafür muss man zu den besten der Welt gehören", so die Landesrätin stolz mit Verweis auf die Initiativen für Automation und Digitalisierung sowie die Technologieoffensive des Landes in Sachen Ausbildung von Lehre bis Hochschule. 975 Millionen Euro seien von Politik und Wirtschaft in Forschung und Entwicklung investiert worden, damit habe man "das EU-Ziel für das Jahr 2020 bereits überschritten", sagte sie mit Blick auf die Forschungsquote. "Nicht nur der Standort ist sexy, sondern auch, was wir hier tun", meint Achim Dries.

Ab 2022 wird's besonders spannend

"Vahle Automation"-GF della Torre sieht den Innovationsgehalt der Produkte und Lösungen als klares Standbein des Unternehmens auf dem Weltmarkt, man verkaufe "Kundennutzen", am besten einen Schritt vor der Konkurrenz, wenn nicht sogar vor dem Markt selbst: "Innovation ist für mich auch die Entwicklung von Produkten, die Anderen heute noch abstrus erscheinen". Am besten mit einer Entwicklung binnen drei bis fünf Monaten, also möglichst rasch. Für Dries' "Vahle"-Gruppe ist der Zukunftsplan abgesteckt: Die "Automation" soll als zweites Standbein neben der berührungslosen Energieversorgung fungieren, auch um das Unternehmen weiter zu sichern und zu stärken.
Bis zu den Jahren 2023-24 sei für die Partner von "Vahle" in der Automobilindustrie zwar das induktive Laden von Elektrofahrzeugen eher kein Thema – der Fokus liegt aktuell noch auf der Akku-Optimierung. Für die zeit danach hat die Gruppe mit bereits bestehenden Partnern allerdings spannende Trümpfe in der Hand. Das Knowhow aus Schwoich in Sachen Automation gepaart mit Induktionsstrom-Lösungen von "Vahle" sowie Inputs von Partnern dürfte das Thema selbstfahrender, mit Induktionsstrom betriebener Nahverkehr, etwa Busse, näher in den Fokus rücken. Die Grundtechnologie hierfür liegt im Endeffekt bereits in den Patentschubladen der Gruppe. Zudem soll die "Automation" mittelfristig auch Lehrlinge in Mechatronik und Elektronik ausbilden, im deutschen Kamen, dem Hauptsitz von "Vahle", zählt man aktuell rund 50 Auszubildende. Die zusätzlichen Fachkräfte braucht das Unternehmen ohnehin, nicht zuletzt, weil die gefragten Spezialisten weltweit gesucht sind. Zudem möchte die "Vahle Automation" in Schwoich im Jahr 2022 dann 40 Millionen Euro Umsatz verbuchen. Diesem ehrgeizigen Ziel komme man dank neuer Aufträge und der Innovationskraft am Standort städig näher. Die "Demofabrik" kann künftig etwa auch von einem Studiengang ("Smart Solutions") der FH Kufstein für Projekte oder Diplomarbeiten genutzt werden, verriet della Torre.

Autor:

Sebastian Noggler aus Kufstein

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