25.10.2016, 14:40 Uhr

"Festival für Selberdenker" präsentierte Programm in Kufstein

Thomas Weninger und TVB-Obmann Johann Mauracher (re.) bei der "glück.tage"-Präsentation.

Die "glück.tage" 2017 spannen den Bogen von Ethnobotanik über's "Kind-Sein" bis zur jungen Bestsellerautorin.

KUFSTEIN (nos). Exakt 210 Tage, 13 Stunden und 50 Minuten vor dem Auftakt zu den "glück.tagen" 2017 präsentierten am 25. Oktober die Festival-Verantwortlichen – das ideengebende Geschwisterpaar Thomas und Brigitte Weninger sowie der Tourismusverband "Kufsteinerland" – das Vortragsprogramm für die Fortsetzung der 2016 ins Leben gerufenen Serie.

Vizebürgermeisterin Brigitta Klein sprach von einer "ganz großen Freude" diese Veranstaltungen in der Region zu haben. "Dieses Festival schließt eine Lücke in unserem Kulturkalender", meinte Klein, die die "glück.tage"-Premiere 2016 "berauschend und beglückend" fand.

Werbeprofi Thomas Weninger umriss die Ausrichtung der Serie. Es gehe weniger darum, den Glückbegriff per se zu definieren, sondern "Menschen zu Wort kommen zu lassen, die sich mit dem Thema eingehend beschäftigt haben". Von diesen Gewährsleuten könne sich das interessierte Publikum "Vorschläge, wie man sich einem glücklichen Leben nähern kann", holen. Dies sei mit rund 2.800 Besuchern im Jahr 2016 bereits durchaus gelungen, wie Thomas und Brigitte Weninger resümmierten. Das namhafte Podium, allen voran Veit Lindau und Richard David Precht, hatte dabei stark in die Karten der Kufsteiner gespielt. "Wir haben uns die Latte selber hoch gehängt", erklärte Brigitte Weninger. Sie konnte bereits vor der Programmfixierung für 2017 erste Gästebuchungen und Vortragsangebote für das "Festival für Selberdenker" verzeichnen.

Das "glück.tage"-Programm 2017

Den Auftakt macht am 24. Mai der schon traditionelle Leseflashmob am Unteren Stadtplatz in Kufstein. Hier werden die Kufsteiner Leseratten um 15 Uhr etwa auch wieder von der "Werkbank" der Volkshilfe unterstützt, die mit einem fahrbaren Lesezimmer anrollen wollen.
Am Abend soll ab 20 Uhr das "Atteso String Quartett" am Inn zum "Promenadenkonzert" beim Hotel "Träumerei #8" aufspielen. Die Musiker begeisterten das "glück.tage"-Publikum schon 2016 mit Zwischenstücken, nun dürften sie als eigenständiger Act das festival bereichern.

Am 25. Mai wird Zukunftsforscher und Institutsgründer Matthias Horx ab 20 Uhr im Passionsspielhaus Erl den Vortrag "Angst und Glück – Anleitung zum Zukunftsoptimismus" halten. "das wird unter Garantie ein besonderes Erlebnis sein", verspricht Brigitte Weninger.

Die "Schöpfer- und Entdeckerkräfte der Kinder" sind Dreh- und Angelpunkt von André Sterns Vortrag "Werde, was du warst - Vertrauen ins Kind-Sein". Der vielsprachige Weltbürger ist unter anderem aufgrund zahlreicher Talk-Show-Auftritte bekannt, denn Multitalent Stern besuchte nie eine reguläre Schule. Am 26. Mai kann man seine Thesen und Plädoyers im "Kultursaal Langkampfen" live erleben.

Mit Wolf-Dieter Storl haben die "glück.tage"-Besucher gleich doppelte Erlebenischancen. Der Ethnobotaniker und Kulturanthropologe wandert mit maximal 50 Interessierten am 27. Mai ab 11 Uhr durch das Kaisertal und vermittelt Wissen über "Zauberpflanzen und Heiler am Wegesrand".
Ab 20 Uhr wird er dann im Passionsspielhaus Erl "Vom Glück ein Teil der Natur zu sein" berichten.

"Damit wir wenigstens ein weibliches Gegengewicht haben", so Weninger", finden die "glück.tage" ihren Ausklang mit einer Matineé am Sonntag,dem 28. Mai. Autorin Vea Kaiser liest dann in – oder bei gutem Wetter vor – der Weinbar "Vitus & Urban" in Kufstein.
"Es gibt viel zu wenige herausragende weibliche Speaker", musste Weninger bei der Auswahl der Vortragenden feststellen.
"Wenn euch großartige Frauen unterkommen, die in unser Konzept passen, bitte sagt es uns!"


"Fühler schon ausgestreckt"

Ansonsten mangle es den "glück.tagen" nicht an Vortragenden, wie die Geschwister Weninger erfreut mitteilten. Horx und Storl wurden schon für 2016 angefragt, konnten aber aus Termingründen nicht kommen – nun stehen sie 2017 bereit. Ähnlich erging es für die Planungen der 2017-er Auflage. "Wir haben unsere Fühler schon ausgestreckt", ließ Brigitte Weninger wissen.
Sie erhoffe sich auch, "dass sich einge aus den Orten mit Side-Events dranhängen", um die "glück.tage" dadurch "zu einem runden Großen wachsen zu lassen".

"Kufsteinerland"-Obmann Johann Mauracher bekam eigenen Angaben zufolge viel positives Feedback aus der Standortagentur Tirol und der Tirolwerbung zur Arbeit des TVB in den vergangenen Jahren. "Man schaut auf Kufstein, das hat man die letzten zehn Jahre nicht gemacht", so der Thierseer, "sie freuen sich schon auch, dass es uns gibt."
Verstimmt, aber noch nicht abgewimmelt, zeigte er sich in Bezug auf das Nein der Kulturabteilung des Landes Tirol zum Förderungsansuchen der "glück.tage". Er poche auf einen persönlichen Termin mit Landesrätin Beate Palfrader und "nicht mit irgendeiner Vorzimmerdame". Das Land fördert die Veranstaltungsreihe nicht, da dies nicht in den Kulturbegriff des Landes falle. "Die hat noch keine Ruhe vor uns", versprach Mauracher, der sonst auch eine Stufe höher vorstellig werden möchte:
"Sonst gehe ich zum Landeshauptmann und sage: 'Mein lieber Herr Günther, so geht es nicht!'"
Die Ansage Maurachers an die Landesrätin war dabei durchaus streitbar: "Sonst soll sie wieder zurückgehen in ihre Schule nach St. Johann!"

"Ein bissl über 90.000 Euro" stehen den Veranstaltern laut TVB-Direktor-Stellvertreterin Sabine Mair für die "glück.tage" 2017 als Budget zur Verfügung – um 20.000 Euro mehr als zum Start 2016. "Ein Kampfbudget", meinte Thomas Weninger. Das finanzielle Risiko trage dabei der TVB. 2.800 Gäste, schätzen die Veranstalter, besuchten 2016 die ersten "glück.tage". Hier gäbe es wenig Spielraum für Zuwächse, da die Vorträge "zu 90 Prozent ausverkauft" gewesen seien. Dennoch erkennen die verantwortlichen "Wachstumschancen" für die Zukunft. Zu den übernächsten "glück.tagen" 2018 könnte dann auch der noch in Bau gefindliche, neue Stadtsaal herangezogen werden. Auch mehr als vier Vortragsabende wären dann denkbar. Mehr gehe 2017 auch deshalb nicht "weil wir sie Säle nicht haben", so Thomas Weninger.
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