Wallfahrtskirche Kaltenbrunn 400 Jahr-Feier
Erhebung zur Kuratie in Kaltenbrunn feierlich begangen
- Die Wallfahrtskirche Kaltenbrunn stand im Mittelpunkt eines besonderen Jubiläums: Bischof Hermann Glettler zelebrierte die Feier zum 400-jährigen Bestehen und zur Erhebung der Seelsorgestelle zur Kuratie.
- Foto: Monika Hammerl
- hochgeladen von Monika Hammerl
Mit einer feierlichen Festmesse unter der Leitung von Bischof Hermann Glettler beging die Pfarre Kaltenbrunn am Sonntag das 400-jährige Bestehen der Kuratie. Das Jubiläum bot Anlass, auf die reiche Geschichte des bedeutenden Wallfahrtsortes zurückzublicken und zugleich die Zukunft des traditionsreichen Kirchenstandortes in den Blick zu nehmen.
Kaunertal/Kaltenbrunn. (hamm). Mit einem festlichen Gottesdienst im Beisein von Bischof Hermann Glettler wurde am Sonntag das 400-Jahr-Jubiläum der Erhebung der Wallfahrtskirche Kaltenbrunn zur Kuratie gefeiert. Zahlreiche Gläubige, Ehrengäste und Vereine nahmen an den Feierlichkeiten an einem der bedeutendsten Wallfahrtsorte Tirols teil.
Die feierliche Messe wurde von Bischof Hermann Glettler zelebriert und vom Singkreis Kaltenbrunn musikalisch gestaltet. Den festlichen Rahmen unterstrichen auch der Einzug der Musikkapelle Kaunertal sowie die Anwesenheit zahlreicher Vertreter des öffentlichen und kirchlichen Lebens. Im Anschluss lud die Bäuerinnenschaft zu einer Agape ein.
Die Geschichte des Wallfahrtsortes reicht weit zurück. Bereits im 13. Jahrhundert bestand an diesem Platz eine Kapelle, aus der sich im Laufe der Jahrhunderte ein weithin bekannter Marienwallfahrtsort entwickelte. Die heutige Kirche wurde am 28. Oktober 1592 geweiht und ist der Aufnahme Mariens in den Himmel geweiht. Eine besondere Eigenheit des Gotteshauses ist die historische Gnadenkapelle mit der verehrten Marienfigur, die als „Kirche in der Kirche“ mitten im Kirchenschiff errichtet wurde.
Im Jahr 1626 beziehungsweise 1627 wurde Kaltenbrunn zur selbstständigen Kuratie erhoben. In der Folge entstanden Widum und Friedhof, ehe Kaltenbrunn im Jahr 1891 schließlich eine eigenständige Pfarrei wurde. Über Jahrhunderte hinweg entwickelte sich die Wallfahrtskirche zu einem bedeutenden Ziel für Pilger aus Tirol und den angrenzenden Regionen. Besonders bekannt ist bis heute die traditionsreiche Gerichtswallfahrt nach Kaltenbrunn.
Das Jubiläumsjahr wurde zudem genutzt, um wichtige Projekte abzuschließen. So konnte die Stützmauer entlang des Zugangsweges umfassend saniert und wintertauglich gemacht werden. Ebenso wurde ein digitaler Wallfahrtsweg eingerichtet, der Besuchern die Geschichte und Bedeutung des Ortes näherbringt. Einen besonderen Stellenwert nimmt die Neuerscheinung des Buches„Kaltenbrunn und seine Geschichte“ ein, das auf dem umfangreichen historischen Material des verstorbenen Heimatforschers Martin Frei basiert und anlässlich des Jubiläums veröffentlicht wurde.
Nach dem Gottesdienst wurden das neue Buch vorgestellt sowie die abgeschlossenen Maßnahmen am Wallfahrtsort gesegnet. In seinen Worten hob Bischof Hermann Glettler die lange Geschichte Kaltenbrunns hervor und betonte dessen besondere Bedeutung für die Menschen von heute. Wallfahrtsorte seien Orte der Einladung, so der Bischof, Orte, an denen Menschen zur Ruhe kommen, Hoffnung schöpfen und ihrem Glauben neu begegnen können. Kaltenbrunn sei seit Jahrhunderten ein „Quellort der Versöhnung“ und ein Platz, an dem sich Himmel und Erde auf besondere Weise berühren.
Die Jubiläumsfeier machte eindrucksvoll sichtbar, dass die Wallfahrtskirche Kaltenbrunn auch 400 Jahre nach ihrer Erhebung zur Kuratie nichts von ihrer spirituellen Ausstrahlung verloren hat. Als Ort des Gebets, der Begegnung und der Geschichte bleibt sie ein bedeutendes religiöses und kulturelles Zentrum im Kaunertal.
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