Wut nach Rissereignissen
Landwirt fordert Antworten von der Politik
- Der Bär, der sich im Raumf Pfunds-Nauders niedergelassen hat, sorgt für Emotionen.
- Foto: Symbolfoto: Pixabay
- hochgeladen von Thomas Seelos
Die Thematik Bär und Wolf beschäftigt nach wie vor die Bevölkerung im Bezirk und vor allem in der Region Pfunds Nauders. Die Emotionen gehen hoch.
PFUNDS. Martin Köhle, Bergbauer aus Pfunds, verlor gleich mehrere Tiere durch Rissereignisse der sogenannten "großen Beutegreifer". Mediale Aufmerksamkeit erhielt der Landwirt auch durch seine Fahrt mit einem toten Pony nach Innsbruck. Bereits damals machte er klar, dass er sich von der Politik im Stich gelassen fühlte. Nun legt Köhle einen drauf: Am Freitag lädt er zur "Informationsveranstaltung Nicht jammern - sondern Handeln" bei der es laut Einladung auch "eine Aufklärung wie uns die Politik und das Land Tirol für blöd verkaufen", geben soll.
In besagter Einladung werden Vorwürfe gegenüber einigen Vertretern des Landes, der Bezirkshauptmannschaft und weitere Experten erhoben.
Köhle wirft Landeshauptmann Anton Mattle "Totalversagen" vor, Landeshauptmann Josef Geisler "Geldverschleuderung für eine Studie", LK-Obmann Elmar Monz "hilft alles unter den Tisch zu kehren" usw. Auch Bezirkshauptmann und Amtstierärzte werden kritisiert. Der Bauer hat all jene, die er kritisiert, zu besagter Veranstaltung eingeladen.
Das Land Tirol hat auf die Kritik und die Einladung mit einer gemeinsamen Antwort für alle Landesvertreter reagiert. Darin signalisiert das Amt der Tiroler Landesregierung Verständnis für Emotionen vor allem auch bei persönlichem Verlust, der bei Köhle vorliegt.
"Dass seitens des Landes Tirol Informationen bewusst vorenthalten werden oder wurden, muss entschieden zurückgewiesen werden",
wird in der Antwort jedoch klargestellt. Man lege größten Wert auf Transparenz und habe diese in der Vergangenheit auch entsprechend praktiziert. Derzeit lägen keine neuen Entwicklungen vor und die Informationsveranstaltung des Landes habe erst vor wenigen Wochen eingehend informiert.
"Vor diesem Hintergrund darf ich um Verständnis bitten, dass die von Ihnen angesprochenen Landesvertreter bei der Veranstaltung am 23. Oktober nicht anwesend sein werden",
heißt es in dem Schreiben.
Ein Beispiel, dem wohl die meisten Kritisierten folgen werden. Auch Bezirksbauernobmann Elmar Monz bleibt der Veranstaltung fern.
"Wir verstehen den Unmut und die Emotionen. Einige Aussagen des Bärenexperten bei der Informationsveranstaltung waren für die Menschen, die in der Region arbeiten müssen und die Landwirtschaft aufrechterhalten, sicherlich befremdlich und vielleicht das falsche Signal. Dennoch sollte die Diskussion sachlich bleiben, wenn nun gleich mehrere Politiker und Interessenvertreter quasi an den Pranger gestellt werden ist das aber sicherlich der falsche Ansatz",
erklärte Peter Frank, Bezirksstellenleiter der Lanwirtschaftskammer in Landeck auf Anfrage von MeinBezirk. MeinBezirk hat Martin Köhle in dieser Sache natürlich auch kontaktiert und um eine Stellungnahme gebeten. Er hat darauf im Form eines Mails verzichtet.
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