RÜCKSCHAU AUF DEN WINTER 2017/2018

Bild 01: 1. Wintereinbruch bis auf eine Seehöhe von ca. 1.200 m am 15.11.2017 in Stanz bei Landeck. © Ing. Günter Kramarcsik
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  • Bild 01: 1. Wintereinbruch bis auf eine Seehöhe von ca. 1.200 m am 15.11.2017 in Stanz bei Landeck. © Ing. Günter Kramarcsik
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Vielen wird es gleich ergehen wie mir, wenn ich diesen Winter Revue passieren lasse. Mir schien dieser Winter gleich wie ich die Winter aus meiner Kindheit vor ca. 60 Jahren in Erinnerung habe. Deshalb will ich diesen Winter auch entsprechend dokumentieren. Dabei bediente ich mich der Informationen von der ZAMG (Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik) und diese belege ich mit eigenen Fotomaterial.  

Am 1. Dezember beginnt der Winter, und endet mit dem Frühlingsbeginn am 1. März für die Meteorologen. Denn da ist der klimatologische oder meteorologische Winteranfang. Der kalendarische oder astronomische Winteranfang ist später, am 21. oder 22. Dezember und dies gilt auch für den Frühling (je nach Jahr 20./21./22.3). Dessen ungeachtet ist für uns der gefühlte und erlebte Winterbeginn meistens schon im November, nicht zuletzt auch wegen der oft ersten Schneefälle im November. Wogegen das gefühlte Ende des Winters eher mit Ostern bzw. mit dem Ende der Schisaison zusammen fällt.

Ein Beginn bzw. Ende des Winters mitten im Monat wäre für die meteorologische Statistik unpraktisch. Die Entscheidung den Beginn des Winters auf den Anfang eines Monats und das Ende auf ein Monatsende zu legen, stammt noch aus Zeiten ohne Computerunterstützung. Mit dieser Regelung ist es einfacher, die Monatsmittelwerte und Temperaturstatistiken für den Winter zu erstellen. Deshalb läuft der meteorologische Winter vom 1. Dezember bis 28. bzw. 29. Februar.

NOVEMBER 2017

Der Winter begann mit dem kühlsten November seit 10 Jahren. Der November ging in vielen Regionen und so auch im Bezirk Landeck winterlich zu Ende. Es war auch einer der wenigen November der letzten Jahre, in dem zumindest in den höheren Lagen des Berglandes größtenteils normale Schneeverhältnisse zu finden waren.

Stellenweise gab es sogar mehr Schnee als in einem durchschnittlichen November. In den höheren Lagen Nordtirols entsprachen die Schneeverhältnisse den klimatologischen Mittelwerten. Der Winterbeginn wich abgesehen von den Temperaturen nicht wesentlich von den Klimamittelwerten ab.

DEZEMBER 2017

Im Rückblick kann festgestellt werden, dass im Bergland eine bessere Schneelage als in den letzten Jahren zu verzeichnen war. Tiefe aber dem Durchschnitt entsprechende Temperaturen und regelmäßiger Niederschlag sorgten seit einigen Jahren wieder für eine der Jahreszeit entsprechende Schneelage.

Oberhalb von rund 800 bis 1200 m Seehöhe war es jedoch um 0,5 °C bis 1,8 °C kälter als das vieljährige Mittel. Die relative Niederschlagsmenge lag im Bezirk Landeck zwischen 25% und 30% über dem Bezugszeitraum 1981 – 2010. So ist es nicht weiter verwunderlich, dass die Anzahl der Schneedeckentage und die summierte Neuschneemenge in den inneralpinen Regionen überwiegend den klimatologischen Mittelwerten entsprach.



JÄNNER 2018

Der Jänner zeichnete sich mit extrem milden Temperaturen und viel Schnee auf den Bergen aus. Er war mit 3,8 °C über dem Mittel der drittwärmste Jänner seit Messbeginn.
Die intensive Tiefdrucktätigkeit brachte im Jänner 2018 nicht nur ausgesprochen hohe Temperaturen, sondern auch überdurchschnittliche Niederschlagsmengen.

Im Flächenmittel fiel besonders viel Niederschlag, der in tiefen Lagen aufgrund der hohen Temperaturen meist als Regen fiel. Im Tiroler Oberland (Bezirk Landeck) summierte sich die relative Niederschlagsmenge um 175 bis 300 Prozent und stellenweise um 330 Prozent mehr Niederschlag über dem Mittel des Bezugszeitraum 1981 – 2010.

Die summierte Neuschneemenge im Bezirks Landeck fiel durchschnittlich um bis zu 3 Mal mehr an als im Vergleich zum klimatologischen Mittel. Aufgrund der relativ hohen Temperaturen fiel der Niederschlag unterhalb von etwa 500 bis 800 m vorwiegend in Form von Regen.

Weil der Bezirk Landeck mit Schönwies die niederste Seehöhe mit ca. 730 m aufweist, war der Großteil der Niederschlagsmengen auch in Form von Schnee zu verzeichnen. So ist es nicht weiter verwunderlich, dass die Anzahl der Schneedeckentage überwiegend den klimatologischen Mittelwerten entsprach.

FEBRUAR 2018



Ein massiver Kaltlufteinbruch in den letzten Tagen machte aus einem bis dahin durchschnittlichen Februar noch einen sehr kalten Monat. Die Niederschlagsverteilung war sehr unterschiedlich. In Tirol waren die Niederschlagsmengen zum Teil deutlich unter den Mittelwerten. Im Bezirk Landeck summierte sich die Niederschlagsmenge um 25 bis 50 Prozent weniger als im klimatologischen Mittel. Das Fehlen von Warmluftvorstößen und die markante Kälte am Ende des Monats wirkten sich positiv auf die Schneeverhältnisse aus. In den inneralpinen Lagen war die Anzahl der Schneedeckentage auch in tiefen Lagen überdurchschnittlich.

MÄRZ 2018

Der Monatsmittelwert der Lufttemperatur liegt derzeit bei ca. – 1.0 °C in Bezug zum Beobachtungszeitraum 1981 - 2010.

Die bisherige Monatssumme des Niederschlags fiel eher mager aus und liegt derzeit bei ca. 30% des Bezugszeitraums.

Wenn auch die Sonne weniger lachte als in den Märzmonate der letzten Jahren und damit verbunden auch die Lufttemperatur etwas unter dem langjährigen Durchschnitt lag, so zeichnet sich eine Durchschnittstemperatur von +4° C ab.

Diese Umstände von kühleren Monaten und großen Schneemengen ermöglichen in der Karwoche und zu Ostern auch ohne Kunstschnee noch Talabfahrten bis auf eine Seehöhe von ca. 1.200 m. Bei im Vorwinter beschneiten Pisten sind Talabfahrten bis auf eine Seehöhe von ca. 900 m noch immer möglich.

Eine genauere klimatologische Monatszusammenfassung ist erst mit Ende des Monats März möglich.

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