Stanzertal: Kraftwerk unter Druck

Das Kraftwerk Stanzteral, an dem neben drei EVUs auch fünf Gemeinden beteiligt sind, kämpft mit dem niedrigen Strompreise.
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STANZERTAL/ZAMS (otko). Den niedrigen Strompreis bekommen derzeit auch die Gesellschafter das Kraftwerks Stanzertal zu spüren. Insgesamt 52 Mio. Euro wurden in das Vorzeigeprojekt investiert, das im Oktober 2014 ans Netz ging. "Das Kraftwerk läuft hervorragend, beim Bau hat alles super funktioniert und wir haben die Kosten um eine Million Euro unterschritten. Allerdings ist jetzt der Strompreis im Keller. Momentan herrscht eine große Unsicherheit", verweist Jakob Klimmer, Geschäftsführer der Wasserkraft Stanzertal GmbH, auf das derzeitige Dilemma.
Die Gesellschafter der Wasserkraft Stanzertal GmbH sind neben den Elektrizitätswerken Reutte, den Energie- & Wirtschaftsbetrieben St. Anton und den Stadtwerken Imst auch die Stanzertaler Gemeinden St. Anton am Arlberg, Pettneu am Arlberg, Flirsch und Strengen sowie die Gemeinde Zams. Diese müssen nun finanzielle Einbußen hinnehmen.

Hoffen auf Besserung

In der letzten Gemeinderatssitzung in Zams stand das Thema ebenfalls auf der Tagesordnung. "Die Liquidität ist sehr angespannt und daher müssen die Gesellschafter auf gewisse Zinssätze verzichten", berichtete Bgm. Siegmund Geiger. Einstimmig wurden daher drei Beschlüsse zum Thema Zinsreduktion, Zinsstundung und Abgabe einer Rangrücktrittserklärung gefasst. Zum einem verzichtet die Gemeinde auf Zinsen – anstatt vier erhält die Kommune jetzt nur noch zwei Prozent. Aber auch diese werden nicht ausbezahlt, sondern bis mindestens 31. Dezember 2020 gestundet. Auch das Darlehen in der Höhe von rund 305.000 Euro, das die Gemeinde Zams, der Gesellschaft gegeben hat, wird erst dann zurückbezahlt, wenn im Falle einer Liquidation die anderen Gläubiger bedient worden sind bzw. wenn ein negatives Ergebnis ausgeglichen wurde.
"Wir gehen aber davon aus, dass sich der Strompreis wieder erholt. Wenn die Leute etwas brauchen, dann ist es Energie", betonte der Zammer Dorfchef. Mathias Venier (FPÖ) meinte, dass es anders gekommen sei, als es versprochen wurde: "Momentan ist es alles eher als rosig und mit Wasserkraft verdient man kein Geld. Wir hoffen auf eine Verbesserung."

Liquidität ist gegeben

Inzwischen wurden laut GF Klimmer von allen Gesellschaftern die nötigen Beschlüsse gefasst. Auch die beteiligten Energieversorgungsunternehmen (EVU) haben ihre Zinserträge aus dem Gesellschafterdarlehen von 5,5 auf 2,75 Prozent halbiert. "Wir müssen diese Phase durchtauchen. Beim Baubeschluss lag der Strompreis noch bei sechs Cent pro Kilowattstunde – für 2017 haben wir den Strom um 3,1 Cent verkauft. Seit einem Monat ist aber ein stetiger Anstieg zu beobachten und in ein bis drei Jahren wird der Strompreis wieder kräftig nach oben steigen", hofft Klimmer auf eine positive Entwicklung. Die Liquidität der Gesellschaft sei aber derzeit gegeben. "Die drei beteiligten EVUs zahlen beim Strompreis aber bis 2018 die Differenz auf sechs Cent auf. Dies wird in Form eines zusätzlichen Darlehens als Zwischenfinanzierung eingebracht. Auch dieses Geld bleibt stehen und ist für die EVUs auch nicht verloren", erklärt der Geschäftsführer.
Neben einem Strompreis von sechs Cent pro Kilowattstunde haben die Kraftwerksbetreiber auch mit steigenden Zinsen gerechnet. "Wir haben einen Fixzinssatz auf 20 Jahre abgeschlossen und der tut jetzt weh. Bei steigenden Zinsen werden wir später aber wieder froh sein", so GF Klimmer abschließend.

Das Kraftwerk Stanzteral, an dem neben drei EVUs auch fünf Gemeinden beteiligt sind, kämpft mit dem niedrigen Strompreise.
GF Jakob Klimmer: "Wir müssen diese Phase durchtauchen und bis 2020 wird der Strompreis hoffentlich wieder steigen."
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