19.10.2016, 15:51 Uhr

Neue Dorfbahn für Serfaus

Symbolbild (Foto: Symbolbild: Leitner Ropeways)

Nach drei Jahren Planungszeit wurde das Projekt nun vorgestellt. Baubeginn könnte 2017 sein.

SERFAUS (joli). Als Meilenstein bezeichneten die beiden Geschäftsführer der Seilbahn Komperdell GmbH, Stefan Mangott und Georg Geiger, sowie Bgm. Paul Greiter die kürzlich stattgefundene Bürgerversammlung in einem brechend vollen Kultursaal in Serfaus. Der Grund dafür war die Präsentation des neuen Konzeptes für die Erneuerung der Dorfbahn. Mit der Umsetzung des Projektes könnte – vorbehaltlich eines positiven Baubescheides seitens des BMVIT in Wien – im Frühling 2017 begonnen werden. Die Unterlagen hierfür wurden am Montag, 17. Oktober 2016 eingereicht.
Die Dorfbahn Serfaus führt unterirdisch durch das Dorf, ist mittlerweile seit 32 Jahren in Betrieb und entspricht nicht mehr den aktuellen Standards. Die Beschaffung von Ersatzteilen wird immer schwieriger, zum Teil werden bestimmte Komponenten gar nicht mehr produziert. Aus diesen Gründen hat man sich in den letzten drei Jahren intensiv mit dem Thema Erneuerung auseinandergesetzt. "Die Dorfbahn ist zu einem Wahrzeichen von Serfaus geworden und ist touristisch gesehen einzigartig. Was man heute präsentieren kann, ist eine neue Dimension an Qualität und Komfort für den Gast", so Bgm. Greiter.

Drei Bauphasen

Gebaut wird hauptsächlich in den Zwischensaisonen, damit der Betrieb im Winter, sowie zu den Hauptzeiten im Sommer nicht eingeschränkt wird. In den betroffenen Wochen der Sommersaison soll ein Shuttleservice eingerichtet werden. In drei Bauphasen soll der Großteil der Bauarbeiten bis zum Jahr 2019 (spätestens 2021) abgeschlossen sein.
Die Gesamtkosten würden sich auf € 23,5 Mio. belaufen, die zur Hälfte aus Eigenmitteln und zur anderen Hälfte aus Fremdmitteln durch die Raiffeisenbank und die Volksbank Landeck finanziert werden würden.
Auf Grund des Investitionsvolumens werden in den nächsten fünf Jahren keine großen Investitionen im Gebiet getätigt. Ab 2024 wären wieder Projektplanungen im Skigebiet vorgesehen und möglich, erklärten Mangott und Geiger.

Mehr Sicherheit und Komfort

Die neue Dorfbahn wird im Endausbau bis zu 3.000 Personen pro Stunde befördern können – die derzeitige Förderleistung liegt bei 1.600 Personen pro Stunde. Die Fahrtintervalle werden von 10 auf 9 Minuten gesenkt. "Es ist ein neues Fahrerlebnis mit einer höheren Beförderungskapazität", hieß es bei der Präsentation.
Kinderwagen- und rollstuhltaugliche Zu- und Abgänge in den Stationen, zeitgemäße und qualitätsgerechte Bahnsteige sowie zugluftfreie Stationen runden das Erscheinungsbild der neuen Dorfbahn ab. Das Fahrzeug, bestehend aus drei Wägen, wird künftig komplett durchgängig sein und bietet mehr Platz im Innenbereich. Auch die neuen Zugangstüren werden um einiges verbreitert. Der Wagen (pro Wagen bis zu 440 Personen), sowie die Stationen werden mit dem neusten Infotainment System ausgestattet, sodass sämtliche Informationen schnell und unkompliziert an die Gäste weiter gegeben werden können.

Stationen Zentrum & Kirche

"Wir sind der Meineung: Es ist die beste Lösung für unser Dorf. Der gesamte Tunnel bleibt wie er ist. Nur bei den Stationen gibt es kleinere und größere Maßnahmen", betont Seilbahn Komperdell GF Stefan Mangott.
Die größten Baumaßnahmen sind in den Stationen Zentrum – sie wird bis zu zwei drittel vergrößert – und Kirche erforderlich.
Die Station Zentrum wird neu gebaut, vergrößert und wesentlich heller, bzw. freundlicher gestaltet.
Die Station Kirche wird etwa 80 Meter östlich von der jetzigen Station neu errichtet. Diese Station wird sich zukünftig über drei Etagen erstrecken – wobei die unterste Etage über einen Tunnel von der Kirchgasse aus zugänglich gemacht wird. Aufzüge und Rolltreppen erleichtern den Zu- und Abgang, somit ist auch der untere süd-östliche Ortsteil von Serfaus komfortabel an die Dorfbahn angebunden.
Die alte Station Kirche wird als Fluchtweg und Lüftungsstation verwendet.
"Ein Dank gilt schon jetzt allen Serfauserinnen und Serfausern für ihre Kooperation und ihr Verständnis für die bevorstehenden, notwendigen Baumaßnahmen – nur gemeinsam kann dieses Projekt umgesetzt werden. Serfaus kann auch zukünftig stolz auf die höchstgelegene U-Bahn in Europa sein, und wahrscheinlich auch auf die modernste", so die beiden Geschäftsführer gemeinsam mit Bgm. Greiter abschließend.
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