19.02.2016, 09:10 Uhr

Arlberg: 45 Millionen Euro für neue Seilbahnen

Talstation Trittkopf: Mit den neuen Seilbahnen entsteht das größte zusammenhängende Skigebiet Österreichs. (Foto: Lech Zürs Tourismus)

Die Flexenbahn eröffnet im Winter 2016/17 und macht Skifahren am Arlberg dann noch vielseitiger und komfortabler. Durch die neue Verbindung zwischen Zürs und Stuben/Rauz können Skifahrer alle Orte am Arlberg einfach auf Skiern erreichen. Das macht Ski Arlberg zum größten zusammenhängenden Skigebiet Österreichs.

ST. ANTON/STUBEN/ZÜRS. Als Skifahrer am Arlberg unterwegs zu sein, wird dann noch schöner! Die neue Verbindungsbahn auf der Vorarlberger Seite des Arlbergs, zwischen Zürs und Stuben/Rauz, sowie die 2016 ebenfalls neu zu bauenden Trittkopfbahnen und die Albonabahn II mit einem gesamten Investitionsvolumen von
45 Millionen Euro schließen den Kreis:
Von Zürs aus führt die Trittkopfbahn I zur neuen Zwischenstation, von wo aus Skifahrer entweder weiter zur neuen Bergstation der Trittkopfbahn II gelangen oder mit der neuen Flexenbahn zur Alpe Rauz in Stuben. Hier lädt die ebenfalls neue Albonabahn II zur Weiterfahrt in Stuben ein. Zudem können Skifahrer von der Alpe Rauz aus ganz bequem die Skigebiete in St. Christoph und St. Anton erkunden. So ist nun jedes Ziel im Arlberger Skigebiet schnell, einfach und bequem auf Skiern erreichbar – St. Anton und St. Christoph, Stuben, Zürs, Lech, Oberlech sowie Schröcken und Warth. Als größtes zusammenhängendes Skigebiet in Österreich stehen Wintersportlern am Arlberg mit der neuen Verbindungsbahn gesamt 305 km Skiabfahrten und 87 Lifte und Bahnen zur Verfügung. Das garantiert eine unglaubliche Dimension an Skivergnügen!
„Perfekte Pistenpräparierung, große Schneesicherheit, eine hohe Anzahl an Pisten und Tiefschnee-abfahrten, nicht zu vergessen die super Gastronomie – der Arlberg ist schon jetzt ein besonderes Erlebnis für jeden Skifahrer. Die Flexenbahn ist das Bindeglied zwischen all' diesen einzigartigen Möglichkeiten, die am ganzen Arlberg zur Verfügung stehen", betont Ing. Philipp Zangerl, Vorstand Ski Zürs AG und Geschäftsführer Stubner Fremdenverkehrs-GmbH.
„Endlich! Ein zusammenhängendes und schneesicheres Skigebiet, das zum größten Teil über der Baumgrenze liegt. Seit über 50 Jahren eine Vision, wird es jetzt Realität! Höher hinaus, weiter gedacht – wir alle sind stolz", zeigt sich Willy Skardarasy, Aufsichtsratsvorsitzender Ski Zürs AG und treibende Kraft für die Verbindung, erfreut.
„Der Arlberg ist ein qualitativ herausragendes Skigebiet. Wir haben den Anspruch, dass das auch immer so bleibt. Mit der Flexenbahn verbessert sich die Mobilität für das gesamte Gebiet und die Skifahrer können die abwechslungsreichen Pisten noch besser nutzen", so Dkfm. Mario Stedile-Foradori, Vorstand Arlberger Bergbahnen AG.

Die Flexenbahn lohnt sich: Komfort, Kapazität, Ausblick

Die neue Flexenbahn wird von der Flexenbahn GmbH betrieben, die sich jeweils zur Hälfte im Besitz der Stubner Fremdenverkehrs-GmbH und der Ski Zürs AG befindet. Bei der neuen Bahn handelt es sich um eine Einseil-Umlaufbahn mit 47 Kabinen für jeweils 10 Personen. Bei einer Fahrzeit von gut 6 Minuten können so jede Stunde bis zu 2.400 Personen befördert werden. Dabei legt die Flexenbahn, die hoch über der Flexenpassstraße verläuft, eine Strecke von fast 1,8 Kilometern zurück und überwindet einen Höhenunterschied von gut 562 Metern. Jede der komfortabel ausgestatteten Kabinen verfügt über großflächige Panoramascheiben, die freie Sicht ins Klostertal und zum Arlbergpass nach St. Christoph bieten – ein atemberaubendes Landschaftserlebnis!

Die Umwelt bedankt sich: weniger Belastung, mehr Begeisterung

Nicht nur Skifahrer dürfen sich über die neue Flexenbahn freuen, auch für die Umwelt bietet sie viele Vorteile. Denn ab der Inbetriebnahme sind durch die Flexengalerie zwischen Zürs und Stuben/Alpe Rauz täglich 120 Busfahrten weniger notwendig. Zusätzlich werden die Ortsbilder entlastet, da weniger PKW direkt in die Dörfer kommen. Je nach Anreiseroute verkürzt sich außerdem die Fahrzeit, sodass jeder einzelne Skireisende seinen Beitrag zum Umweltschutz leistet.
Das gesamte Bauvorhaben mit allen neuen Bahnen wurde sehr präzise und bewusst geplant und wird mit größtem Bedacht umgesetzt: In einem ersten Schritt wurde bereits im Sommer 2015 die Übungshangbahn in Zürs neu gebaut. Ihr folgen der Neubau der Trittkopfbahnen I und II in Zürs und der neuen Albonabahn II in Stuben/Rauz. Im selben Zug entsteht die neue Flexenbahn, aber keine neuen Pisten. So bleibt die Schönheit der Landschaft erhalten.

Die Geschichte setzt sich fort: SkiStars im neuen „Run of Fame“

Die Bergwelt am Arlberg ist einzigartig und fasziniert die Menschen schon seit Jahrhunderten. Sie ist aber auch rau und das Leben dort oben zwischen den imposanten Berggipfeln erfordert seit jeher Mut, Innovationskraft und Gemeinschaftssinn. Damit ausgestattet haben die Menschen am Arlberg stets die Chancen ergriffen und die Möglichkeiten genutzt, welche die Berge ihnen geboten haben. So ist der Arlberg seit dem 19. Jahrhundert die Heimat vieler Skipioniere und großer SkiStars. Gemeinsam machten sie Ski Arlberg zur „Wiege des alpinen Skilaufs“ und legten den Grundstein für eine erfolgreiche Zukunft.
Zur Wende des vorangegangenen Jahrhunderts, als die Skier den ganzen Arlberg eroberten und die Menschen vom Skifieber ergriffen wurden, kam es, dass sechs Freunde im Hotel Hospiz von St. Christoph den weltweit ersten Skiclub gründeten. Die Gründungsgeschichte des Ski-Clubs Arlberg begann damit, dass sich die sechs begeisterten Skifahrer über die Skitouren von Viktor Sohm unterhielten. Ein Pionier, der dann im Jahr 1906 den ersten Skikurs in Zürs am Arlberg abhielt. Dabei lernte er einem Jungen aus Stuben am Arlberg das Skifahren, der später zum ganz großen SkiStar wurde: Hannes Schneider, der seinerzeit „schnellste Skifahrer Europas“ revolutionierte mit seiner weltberühmten Arlbergtechnik das Skifahren und machte es sogar filmtauglich. So kam es, dass Hannes Schneider auch mit zahlreichen Ski-Filmen weltweiten Ruhm erlangte. Ebenso pionierhaft war der mutige Pfarrer Müller aus Warth. Um 1894 war er einer der ersten Skifahrer und übte, aus Angst bei seinen ersten Steh- und Gehversuchen auf den nordischen Brettern ausgelacht zu werden, heimlich im Schutz der Dunkelheit, um damit dann einfacher über das Auenfeld nach Lech zu gelangen. Den Spuren dieser und zahlreicher weiterer Pioniere folgten viele SkiStars wie der in Lech geborene Egon Zimmermann. Im Jahr 1962 wurde er Weltmeister im Riesenslalom und gewann zwei Jahre später olympisches Gold in der Abfahrt. Er ist ebenso Mitglied im Ski-Club Arlberg wie der unlängst international sehr erfolgreiche Skirennläufer Mario Matt. Seine 14 Siege bei Weltcuprennen und zwei Weltmeistertitel im Slalom vervollständigte er 2014 mit einer olympischen Goldmedaille.

Viele Pioniere

Die Liste der weiteren Pioniere und Skigrößen am Arlberg ist lang, ihre Beiträge und Fähigkeiten sind vielseitig und ihre Geschichten einzigartig. Doch eines haben diese Menschen alle gemeinsam: die Liebe zum Skifahren und zum Arlberg. Gemeinsam machten sie den Arlberg legendär und weltweit bekannt. Gemeinsam schrieben sie Geschichte. Mit der Eröffnung der neuen Flexenbahn und damit der Möglichkeit, den ganzen Arlberg einfach auf Skiern zu erkunden, ist die Zeit reif, um neue Geschichten zu schreiben – mit alten und neuen SkiStars. Ihnen zu Ehren entsteht mit der neuen Verbindung zwischen Zürs und Stuben/Rauz neben den bereits beliebten und legendären Skirunden und Abfahrten im Arlberger Skigebiet – „Der Weiße Ring” in Lech Zürs, die „Tannbergrunde” in Warth-Schröcken und die nach dem Film von Hannes Schneider benannte längste Abfahrt am Arlberg „Der Weiße Rausch” in St. Anton – eine spektakuläre neue Skirunde – der „Run of Fame“!

"Run of Fame"

Der „Run of Fame“ steigert das Skierlebnis auf ein Maximum von 65 Skiabfahrtskilometern und unglaublichen 18.000 Höhenmetern. Die Skirunde führt über den Arlberg und durch das gesamte Skigebiet von Ski Arlberg. Sie zeigt die ganze Dimension des nunmehr komplett verbundenen Skigebiets: Von Warth im Norden über Lech Zürs mit der neuen Flexenbahn nach St. Anton/Rendl im Süden wird somit das gesamte Skigebiet von Ski Arlberg abgefahren. Für eine solche Runde über den Arlberg, von Warth nach St. Anton/Rendl und wieder retour, benötigt ein durchschnittlicher Skifahrer fast einen Tag. Der Einstieg in die Skirunde „Run of Fame“ kann beinahe von jedem Punkt im Skigebiet erfolgen, entsprechende „Run of Fame“-Infopoints sind installiert. Das Logo der Skirunde begleitet den Skifahrer ebenso auf der Runde wie die „Run of Fame“–Stars, die Sterne zu Ehren der Arlberger SkiStars. Das macht die neue Skirunde zu einem unvergesslichen Erlebnis zwischen 1.500 m (Warth-Steffisalpbahn) und 2.645 m (St. Anton/Rendl-Rifflbahn II) Seehöhe.
Mit der Eröffnung der Skirunde „Run of Fame“ wird sich zudem die Geschichte am Arlberg im wahrsten Sinne des Wortes fortsetzen: In Anlehnung an den berühmtesten Film von Hannes Schneider – „Der Weiße Rausch“ – veranstaltet Ski Arlberg einmal jährlich einen „Hunt of Fame“. Wie im Film wird bei dieser modernen Fuchsjagd ein sehr guter und bekannter Skifahrer den Fuchs geben. Ausgestattet mit einem Fuchsschwanz, wird dieser von vielen ausgelosten Jägern verfolgt. Wem es gelingt, den Fuchs zu entdecken und diesem den Fuchsschwanz abzunehmen, kann den wertvollen goldenen Fuchsschwanz behalten und erlangt außerdem ewigen Ruhm: Als Sieger des „Hunt of Fame“ wird er auf dem „Hunt of Fame“-Board an der Zwischenstation der Trittkopfbahnen verewigt!

Fakten Bahnen

Fakten Flexenbahn
Baubeginn: Frühjahr 2016
Geplante Eröffnung: Winter 2016/17
Länge: 1,8 Kilometer
Seehöhe, Tal: 1.665 Meter
Seehöhe, Berg: 2.227 Meter
Höhenunterschied: 562 Meter
Seilbahntyp: 10er-Einseil-Umlaufbahn
Beförderungskapazität: 2.400 Personen/Stunde
Eigentümer: Flexenbahn GmbH

Fakten Trittkopfbahn I
Baubeginn: Frühjahr 2016
Geplante Eröffnung: Winter 2016/17
Länge: 1,9 Kilometer

Seehöhe, Tal: 1.724 Meter
Seehöhe, Berg: 2.227 Meter

Höhenunterschied: 503 Meter
Seilbahntyp: 10er-Einseil-Umlaufbahn
Beförderungskapazität: 2.400 Personen/Stunde
Eigentümer: Ski Zürs AG

Fakten Trittkopfbahn II

Baubeginn: Frühjahr 2016
Geplante Eröffnung: Winter 2016/17
Länge: 0,9 Kilometer
Seehöhe, Tal: 2.227 Meter
Seehöhe, Berg: 2.420 Meter 


Höhenunterschied: 193 Meter
Seilbahntyp: 10er-Einseil-Umlaufbahn
Beförderungskapazität: 1.200 Personen/Stunde
Eigentümer: Ski Zürs AG

Fakten Albonabahn II
Baubeginn: Frühjahr 2016
Geplante Eröffnung: Winter 2016/17
Länge: 2 Kilometer
Seehöhe, Tal: 1.642 Meter
Seehöhe, Berg: 2.320 Meter 


Höhenunterschied: 678 Meter
Seilbahntyp: 10er-Einseil-Umlaufbahn
Beförderungskapazität: 2.000 Personen/Stunde
Eigentümer: Stubner Fremdenverkehrs-GmbH

Investitionsvolumen für alle vier neuen Bahnen: 45 Mio. Euro

Der Arlberg erinnert sich: Meilensteine der Skigeschichte

1885
Der Arlberg-Eisenbahntunnel lockt erste Touristen an.
1890
Skirennfahrer und Erfinder der „Arlbergtechnik“ Johann (Hannes) Schneider wird in Stuben geboren. Seine Karriere als Skilehrer startet er in St. Anton, als Gründer und Leiter der dortigen Skischule. Zudem ist er Mitbegründer des Arlberg-Kandahar-Rennens und Architekt des Skigebiets von North Conway in den USA.
1894
Pfarrer Müller aus Warth bringt das erste Paar Skier an den westlichen Arlberg, um sich damit den Weg zwischen Warth und Lech zu vereinfachen.
1901
Gründung des ersten Skiclubs der Welt – sechs Freunde rufen den Ski-Club Arlberg im Hotel Hospiz von St. Christoph ins Leben.
1904
Das erste Skirennen der Alpen findet am Arlberg statt.
1906
Viktor Sohm veranstaltet in Zürs den ersten Skikurs, zunächst nur für Einheimische, ab den frühen 20er Jahren dann auch für Gäste.
1920
Hannes Schneider gründet in St. Anton am Arlberg die erste Skischule Österreichs.
1937
Im Winter 1936/37 eröffnet in Zürs der erste Schlepplift Österreichs, nur drei Jahre später wird der erste Skilift in Lech in Betrieb genommen.
1937
Am 19. Dezember wurde in St. Anton die Galzigbahn eröffnet und damit die erste, ausschließlich für den Winterbetrieb konzipierte Seilbahn der Welt. Mit einem Fassungsvermögen der Kabine von 30 Personen bringt die Bahn 210 Personen pro Stunde den Berg hinauf.
1955
Die Vallugabahn, die zu der Zeit höchste Seilbahn Österreichs, eröffnet am 15. Januar und führt auf 2811 Meter. Am selben Tag eröffnet auch der Kapallsessellift, der erste Doppelsessellift Österreichs – fix geklemmte Sessel.
1970
In den siebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts entwickelte der Beschneiungs-Pionier Michael Manhart die mechanische Beschneiung mittels Schneekanonen in Lech. Sein Beschneiungs-System, der „Arlberg Jet” kommt bei den Olympischen Winterspielen in Calgary zum Einsatz.
2004
Die ersten beheizten Sesselbahnen der Welt werden in Lech und Schröcken in Betrieb genommen.
2006
Die neue, hochmoderne Galzigbahn eröffnet und präsentiert eine Weltneuheit im Seilbahnbau: Das Funitel-System, bei dem die Kabinen auf zwei parallel laufenden Seilen gekoppelt sind, wird mit zwei Riesenrädern kombiniert, die den Gästen einen ebenerdigen Einstieg ermöglichen.
2013
Der Auenfeldjet verbindet die Skigebiete von Lech Zürs und Warth-Schröcken, wodurch das größte Skigebiet Vorarlbergs entsteht.
2016
Mit dem Bau der neuen Flexenbahn wird der Arlberg zum größten zusammenhängenden Skigebiet Österreichs.
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