Durch die Stadt Liezen auf die Sommerweide

Fabio Reiter darf heuer zum ersten Mal beim Treiben dabei sein. Seine Aufgabe hat er, unter Anleitung der Familie "Schwoaga" mit Bravour gelöst.
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  • Fabio Reiter darf heuer zum ersten Mal beim Treiben dabei sein. Seine Aufgabe hat er, unter Anleitung der Familie "Schwoaga" mit Bravour gelöst.
  • hochgeladen von Petra Schuster

LIEZEN. Jedes Jahr um die selbe Zeit, einmal im Frühling und einmal im Herbst, wird die Ausseerstraße in Liezen zum Hauptverkehrsweg für das Weidevieh. Die Familie Peer aus Weißenbach bei Liezen zelebriert diese Tradition bereits in der vierten Generation.

Das Treiben
Das Viehtreiben ist eine Angelegenheit, die couragierte Helfer und Helferinnen fordert. Den Zusammenhalt der Rindergruppe bei einer gewissen Wegstrecke zu gewährleisten, ist eine der wichtigsten Aufgaben dieses Unterfangens. Gerade unter den gegebenen Umständen, wie jene der Familie Peer (Schwoaga), die ihr Vieh quer durch die Stadt geleiten, ist die Zusammenarbeit unter den "Treibern" enorm wichtig. "Bei uns zuhause ist das schon lange Brauch. Diese Tradition wird von der ganzen Familie unterstützt. Auch viele Freunde und Bekannte melden sich, uns dabei zu helfen, das Vieh auf die Sommerweide in den Pyhrn zu bringen. Früher war es manchmal mühsam, genug Leute zusammenzubringen. Heute ist das ein Spektakel, für das sich Gott sei Dank viele Freiwillige melden", sagt Daniel Peer.

Qualität
Die Sommerweide ist für das Vieh ein hohes Gut. Von Anfang Juni bis in die zweite Septemberwoche verbringen die 20 Rinder Tag und Nacht auf der Weide. Das Futter besteht aus frischen Gräsern und Kräutern, das durch die Zugabe von Heu ergänzt wird. Zwei Mal am Tag werden die Kühe gemolken. Während man bis vor 2 Jahren noch täglich selbst die Milch ablieferte, kommt mittlerweile ein Milchwagen, der die frische Weidemilch abholt. Im Herbst werden die Tiere dann wieder auf den Hof geholt. Das gleiche Prozedere rückwärts wird mit einem großen Hoffest gefeiert.

Tradition
Der Viehzug durch die Stadt ist ein spannender Prozess. Noch vor einigen Jahren wurde mit Hilfe der Polizei der Verkehr geregelt. Mittlerweile organisiert das die Familie selbst. Ein interessantes Ortsbild ergibt sich, wenn rund 20 Rinder in der Stadt Liezen gegen die Einbahn marschieren. Der Almauftrieb findet aufgrund der Verkehrslage bewusst immer sonntags statt. Traditionellerweise wird nach dem erfolgreichen "Treiben" noch ein gemeinschaftlicher Abschluss gepflegt, wenn sich alle Beteiligten bei Familie Hohl einfinden. "Die Gläser hoch", heißt es dann, wenn Mensch und Tier sich zufrieden auf dem richtigen Platz einfinden.

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