08.03.2017, 09:02 Uhr

"Habe Respekt vor diesem Amt"

Am 17. März wird Gerhard Hafner die offizielle Nachfolge von Bruno Hubl als Abt des Benediktinerstifts antreten.

Gerhard Hafner, neuer Abt des Stifts Admont, gibt Einblicke in sein Leben.

Sie sind der designierte Abt des Benediktinerstifts Admont. Wann werden Sie die Nachfolge von Bruno Hubl antreten?
GERHARD HAFNER: Bis zum 17. März, das ist sein 70. Geburtstag, ist Bruno Hubl noch unser Abt, danach beginnt meine offizielle Tätigkeit. Am Ende des Gottesdienstes wird mir das Amt übertragen. Durch die Abtweihe am 23. April mit Diözesanbischof Wilhelm Krautwaschl wird das Amt noch einmal bestätigt.

Wie erfolgt die Wahl?
Die Abtwahl wird zuerst ausgeschrieben, es werden alle Mönche des Stifts Admont informiert, die die ewige Profess abgelegt haben, das sind zurzeit 21. Als Abt gewählt ist man dann, wenn man mehr als die Hälfte der Stimmen bekommt. Was ich sehr schätze, dass sich so viele Menschen auch außerhalb der Kirche für mich gefreut haben. Dabei ist es oft auf diesen Satz hinausgelaufen: "Bleib auf alle Fälle bei deiner Menschlichkeit und deinem Humor." Man muss die Welt einfach immer mit Humor betrachten.

Welche Bedeutung hat dieses Amt?
Es ist auf jeden Fall ein verantwortungsvolles Amt, der Abt vertritt die Stelle Christi innerhalb unserer Klostergemeinschaft. Ein Amt, dem ich größten Respekt entgegenbringe. Allerdings geht es nur miteinander, alleine kann man kein Kloster führen.

Wie sieht der Tagesablauf im Kloster aus?
Um 6.15 Uhr findet das Gebet am Morgen statt. Nach der Heiligen Messe in der Kirche wird gefrühstückt. Danach geht jeder seinem Aufgabenbereich nach, zum Beispiel als Religionslehrer in der Schule, als Pfarrer in den Gemeinden oder in der Bibliothek. Um 12:15 Uhr trifft man sich zum Mittagsgebet und Mittagessen. Am Nachmittag geht wieder jeder seinen Tätigkeiten nach und schließt um 17:45 Uhr mit Nachtgebet und anschließendem Abendessen den Tag ab.

Hätten Sie sich einen anderen Beruf vorstellen können?
Im Laufe der Studentenzeit schaut man natürlich, dass man Geld dazuverdient. Ich habe zu dieser Zeit zwei Nebenjobs angenommen. Einmal bei den Veitscher Magnesitwerken als Schleifer. Das war eine sehr interessante Zeit (lacht).
Die zweite Tätigkeit war im Krankenhaus der Elisabethinen. Das hätte ich mir schon viel eher vorstellen können. Diese Zeit hat mich sehr geprägt. Wenn ich mir also etwas anderes vorstellen hätte können, dann auf alle Fälle als Diplom-Krankenpfleger. Ansonsten hätte mich auch Lehrer für Geschichte interessiert.

Bleibt als Abt noch Zeit für Beschäftigungen außerhalb der Kirche?
Vor allem das Reisen durch Europa und Land und Leute kennenlernen, das zählt sicher zu meiner Leidenschaft. Und das möchte ich jetzt auch als Abt nicht missen. Städte haben mich schon immer fasziniert.
Dass ein Mönch auch Urlaub hat, das ist sowieso vorgeschrieben. Bei uns hat jeder seine Urlaubszeit. Dann kann jeder das machen, von Urlaubsreisen angefangen oder Wanderungen in der Umgebung, was er will.

Gibt es einen Platz, wo Sie sich besonders wohl fühlen?
Ich habe eine gute Beziehung zu meiner Familie in Trieben, sie haben einen Platz in meinem Herzen. Wenn man es geografisch betrachtet - das wird jetzt keine große Überraschung sein - dann ist es Rom. Eine Riesenstadt, trotzdem gibt es immer wieder Neues zu entdecken und viele unterschiedliche Religionen leben friedlich zusammen.



Zur Person
Gerhard Hafner wurde 1964 in Trieben geboren. Sein Vater war als Schlosser tätig. Die Mutter und seine beiden Geschwister - er hat einen älteren Bruder und eine jüngere Schwester - leben ebnfalls in Trieben.
Hafner ist in seiner Heimatstadt in die Volksschule gegangen. Danach besuchte er das Gymnasium in Stainach, dort maturierte er im Jahr 1983. "Nach der Firmung, also rund um das 14. Lebensjahr, ist bei mir der Wunsch stark geworden, dass ich in der Kirche meinen Dienst versehen möchte, um für Gott und die Menschen da zu sein", schildert Hafner seine Beweggründe. Bis zur Matura hat sich der Wunsch verfestigt Priester zu werden.

1983 ist Gerhard Hafner in das Priester-Seminar in Graz eingetreten, er hat also mit dem Theologie-Studium begonnen. 1989 ist er durch Bischof Johann Weber zum Diakon geweiht worden. Ein Jahr später erfolgte die Priesterweihe, am selben Tag wie Bischof Wilhelm Krautwaschl. "Wir kennen uns natürlich sehr gut und sind nach wie vor gut befreundet", sagt Hafner.

Von 1990 bis 1994 war Hafner als Kaplan in Schladming, Pichl und Ramsau tätig, danach beschritt er den Weg ins Admonter Kloster. Von 1995 bis 2012 war er Pfarrer von Hall, wobei 1996 auch die Priester-Tätigkeit bei der Stiftspfarre Admont dazukam. Dieses Amt möchte er auch in Zukunft weiterführen. Im Jahr 2008 wurde er zum Prior gewählt und war damit bereits Stellvertreter des Abtes.
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