Neugestaltung Urfahrmarktgelände
Erste Skizze für mögliche Begrünung sorgt für neue Debatte
- Seit 2017 wird über die Neugestaltung des Urfahrmarkt Areals diskutiert. Passiert ist bisher noch nichts. Ein "Alleingang" von Marktreferent Vizebürgermeister Martin Hajart (ÖVP) sorgt für Unverständnis bei SPÖ und Grünen.
- Foto: Grüne Linz
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Ein erster Abstimmungstermin über die Neugestaltung des Urfahraner Martkareales zwischen Bürgermeister Dietmar Prammer (SPÖ), Vizebürgermeister Martin Hajart (ÖVP) und Grünen-Stadträtin Eva Schobesberger wurde zum öffentlich ausgetragenen Theater.
LINZ. Seit 2017 diskutiert die Linzer Stadtpolitik über die Neugestaltung des Urfahraner Marktareales. Im Februar beschloss der Linzer Gemeinderat, dass man sich jetzt zumindest um die Gestaltung der Uferzone annehmen wird. Auch Entsiegelungs- und Begrünungsmaßnahmen sollten erfolgen. Seitdem stand das Projekt erneut still. Auf Initiative von Stadträtin Eva Schobesberger (Grüne) fand deshalb letzte Woche am Mittwoch ein Termin mit den zuständigen Ressorts – neben ihr waren Bürgermeister Dietmar Prammer (SPÖ) und Vizebürgermeister Martin Hajart (ÖVP) anwesend – statt. Dabei sei laut Schobesberger eine erste Ideenskizze präsentiert worden, auf deren Basis weiterdiskutiert werden sollte. Ziel des Termins war es, endlich konkrete Planungen auf den Weg zu bringen. Bereits in dem Treffen äußerte sich Hajart dem Vernehmen nach skeptisch. Man einigte sich aber schlussendlich darauf, dass das Marktamt und die Abteilung Stadtgrün sich weiter mit den Planungen beschäftigen sollen und setzte einen weiteren Abstimmungstermin auf politischer Ebene an.
Hajart kritisiert "halbherzige Lösung" öffentlich
Die erste Skizze, die nicht für die Öffentlichkeit bestimmt war, enthielt einige mögliche Orte für Begrünungsmaßnahmen, die Anwohnern und Marktbesuchern nutzen sollten. Vorgeschlagen wurde eine Baumreihe als Abgrenzung zu den Anrainer:innen in der Ferihumerstraße, die Neuausrichtung von einigen Marktständen, um Zugang zur Donau zu gewähren, sowie drei Baumreihen in den Querverbindungen als Schatten- und Erholungszonen. An diesem ersten Entwurf sollte gemeinsam mit dem Marktamt – zuständiger Referent ist Hajart – weitergearbeitet werden. Seine Kritik an den Plänen tat der Marktreferent am Tag darauf auch in der Kronen Zeitung öffentlich kund. Es handle sich um eine "halbherzige Lösung" und "rot-grüne Symbolpolitik", die die Durchführung des Urfahraner Marktes gefährden würde. Auch Kosten von drei Millionen Euro wurden kolportiert.
- Diese erste Skizze aus einem internen Abstimmungstreffen war nicht für die Öffentlichkeit bestimmt.
- Foto: Stadt Linz
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Zusammenarbeit statt Alleingänge
Für Grüne und SPÖ ist die Vorgangsweise Hajarts nicht nachvollziehbar. "Wer bereits vor Abschluss eines laufenden Arbeitsprozesses erste Ideen öffentlich präsentiert, trägt nicht zur Lösungsfindung bei, sondern sorgt für unnötige Verunsicherung", so SPÖ-Gemeinderätin Regina Fechter. Statt konstruktiv an Lösungen mitzuarbeiten, setze der Vizebürgermeister erneut auf Ankündigungspolitik und medienwirksame Vorstöße. Wer den Urfahranermarkt langfristig sichern will, braucht Zusammenarbeit und keine Alleingänge“, so Fechter. Auch Schobesberger fordert Hajart zur konstruktiven Zusammenarbeit auf anstatt "medial Halbwahrheiten zu verbreiten". Bei den im Krone-Bericht gehandelten Summen handle es sich um "reine Fantasiezahlen" - sogar für eine grobe Kostenschätzung würden derzeit laut Schobesberger noch die Grundlagen fehlen.
Hajart fordert Gesamtkonzept und hält an Badebucht fest
Hajart äußerte sich am Sonntag nochmals zum Thema. In einer Aussendung erklärt er, dass er nach wie vor zum Projekt Badebucht, für das bereits "fertige Pläne in der Schublade liegen", stehen würde. Zur Erinnerung: überwiegend aus Kostengründen, zuletzt war von knapp neun Millionen Euro die Rede, verabschiedete man sich noch unter Bürgermeister Klaus Luger (SPÖ) 2023 endgültig von dieser Idee. Die vorgeschlagenen Ideen kritisiere er, da für ihn eine "ganzheitliche Strategie, die den Donauraum nachhaltig aufwertet", erforderlich sei. "Die Neugestaltung des Jahrmarktgeländes darf sich nicht in Einzelmaßnahmen erschöpfen. Ein paar Bäume allein machen noch kein Zukunftskonzept", so Hajart. Er ruderte jedoch etwas zurück und betonte in der Aussendung, dass er "die demokratischen Mehrheiten akzeptiere und bei diesem Projekt ein "konstruktiver und verlässlicher Partner" sei.
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