04.07.2017, 10:14 Uhr

"Bewirtschaften und dadurch schützen"

Österreichische Almwirtschaftstagung 2017: Über 300 Experten waren nach Krieglach gekommen, um Erfahrungen auszutauschen. (Foto: Koidl)

Über 300 Experten diskutierten in Krieglach die Herausforderungen der Almwirtschaft.

Mit 2.000 Almen ist die Steiermark das almenreichste Bundesland Österreichs. 140.000 Hektar bewirtschaftete Almen, 5.000 Almbauern und 800 Hirten, 37.500 Hektar Futterfläche für 53.000 Tiere: Das sind die Zahlen und Fakten der steirischen Almwirtschaft. Über die Herausforderungen dieser diskutierten letzte Woche über 300 Experten aus ganz Österreich, Deutschland, der Schweiz und Südtirol bei der Österreichischen Almwirtschaftstagung 2017 in Krieglach. Der Steirische Almwirtschaftsverein organisierte mit Unterstützung des Landes Steiermark diese Veranstaltung.
Unter dem Motto "Unsere Almen - Kraftquelle für alle" gab es nicht nur 20 Fachvorträge rund um gesundheitliche, touristische und wirtschaftliche Aspekte der Almwirtschaft, sondern auch einen Empfang durch Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer und Bürgermeisterin Regina Schrittwieser im Veranstaltungszentrum. Am zweiten Tag stand eine Exkursion auf die Schneealm auf dem Programm, am dritten Tag ging es auf die Brunnalm mit einer ökumenischen Almandacht mit Bischof Wilhelm Krautwaschl und Pfarrerin Melanie Pauly.

Lebensraum erhalten

"Bewirtschaften und nützen und dadurch schützen", das betonten sowohl Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter wie auch Alminspektor Franz Bergler, der Obmann des Steirischen Almwirtschaftsvereins, Anton Hafellner, der Präsident der Landwirtschaftskammer Steiermark, Franz Titschenbacher sowie Krieglachs Bgm. Regina Schrittwieser: "Wenn Almen nicht mehr bewirtschaftet werden, wächst alles zu. Die Menschen schätzen die Erholung auf den Almen. Sie sind nicht nur ein wichtiger Wirtschaftsfaktor, sondern auch Kulturgut." „Für die kommende Periode der gemeinsamen europäischen Agrarpolitik ist es mein Ziel, die bäuerlichen Familienbetriebe stärker zu unterstützen. Dabei gilt es auch, die Rahmenbedingungen für die österreichische kleinstrukturierte Berg- und Almwirtschaft abzusichern und zukunftsorientiert weiterzuentwickeln. Gemeinsam werden wir um jeden Cent in Brüssel kämpfen", so Rupprechter. Agrarlandesrat Hans Seitinger: "Wo wäre der erfolgreiche Tourismus, wenn es nicht die Landwirtschaft, die Almwirtschaft gebe." Er forderte einen Abbau der Bürokratie für Almbauern, eine "passende Infrastruktur" auf die Alm und betonte: "Wir müssen auch Raubtiere bejagen dürfen, anders geht es nicht mehr."
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.