Jugendgefängnis
Ausbau ja, aber Sparen an zusätzlichen Duschen

<f>Oberstleutnant Thomas Binder</f> zeigt den Bezirksblättern die Bauarbeiten. Im Bild der Bau der neuen 5,5 m hohen Gefängnismauer.
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  • <f>Oberstleutnant Thomas Binder</f> zeigt den Bezirksblättern die Bauarbeiten. Im Bild der Bau der neuen 5,5 m hohen Gefängnismauer.
  • hochgeladen von Thomas Santrucek

BEZIRK NEUNKIRCHEN. Um 19,8 Millionen Euro wird die Justizanstalt Gerasdorf, in der jugendliche Straftäter untergebracht sind, in zwei Phasen ausgebaut (die Bezirksblätter berichteten). Und doch ist das viele Geld zu wenig, um alle Pläne, die angedacht waren, zu verwirklichen. Aber für Häftlinge wird ein Zimmer – für Sex mit der Freundin oder für Treffen mit der Familie – eingerichtet.

Abstriche beim Altbestand

Der stellvertretende Anstaltsleiter, Oberstleutnant Thomas Binder: "Das Konzept wird ein wenig verschlankt. Ursprünglich wäre bei der Sanierung der bestehenden Hafträume vorgesehen gewesen, dass Duschen reinkommen – wie das standardmäßig im Neubau passiert. Aber das ist aus finanziellen Gründen nicht möglich."
Dafür aber wird der sogenannte Langzeitbesuch eingeführt. "Es ist zwar ein abgesicherter Haftraum, aber intim. Der Insasse hat hier die Möglichkeit, mehrere Stunden unbewacht zu verbringen. Ob sie dann Sex haben, oder nicht, bleibt ihnen überlassen", so Binder. Der Offizier vermutet, dass Jugendliche in erster Linie Angehörige in dem Zimmer empfangen werden: "Weil die wenigsten verheiratet sind."

Mit 27 oder 33 Jahren im Jugendgefängnis

Dabei kann es vorkommen, dass ein Insasse der JA Gerasdorf 27 Jahre auf dem Buckel hat. Wie passt das zu Jugendgefängnis? Binder: "Bis zum vollendeten 18. Lebensjahr kommen sie zu uns. Für 16-18-Jährige sind 15-jährige Höchststrafen möglich." Sogar bis 33 Jahre dürfen Gerasdorf-Insassen bleiben. "Wenn sie nicht die Erwachsenenreife besitzen", erklärt Binder.
Einige Bauarbeiten sind bereits erkennbar. So wird innerhalb der alten Mauer eine neue errichtet. Und auch für den neuen EVN-Trafo wird bereits gegraben.

Die Bauphasen für den Gefängnisausbau

Bauphase 0: vorbereitende Arbeiten wie Kollektorgang und neue Stromzuleitung, neuer Elektro-Verteilerraum sowie Start der Mauersanierung. Bauphase 1 (Start 18. April, Dauer: 18 Monate): Bau Haftraumtrakt neu mit 72 Haftplätzen, Zimmer für Langzeitbesuch, neues Wachzimmer, Umkleide- und Sanitärräume für Bedienstete plus Büro. Größere Küche und KFZ-Werkstätte im ehem. Hallenbad.
Bauphase 2 (Dauer: 1 Jahr): Sanierung bestehender Hafträume, Mini-Markt, Büros, neue Werkstätten für Hauswerkstätten und Gärtnerei. Abbruch der Ökonomie für Bediensteten-Parkplätze.

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