Ternitz
Professer Robert Hammerstiel (87) ist tot

Immer ein freundliches Lächeln: so kannten viele den Kunstschaffenden Professor Robert Hammerstiel.
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  • Immer ein freundliches Lächeln: so kannten viele den Kunstschaffenden Professor Robert Hammerstiel.
  • Foto: Christian W. F. Gschieszl
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BEZIRK NEUNKIRCHEN. Er erlernte das Bäckerhandwerk, arbeitete tagsüber im Stahlwerk und besuchte nachts die Kunstschule: der begnadete Künstler und Ehrenbürger der Stadt Ternitz, Prof. Robert Hammerstiel, ist am 23. November verstorben. 
 

Komplikationen mit Blinddarm

Wie seitens der Stadtgemeinde Ternitz bekannt gegeben wurde, verstarb Professor Robert Hammerstiel im Landesklinikum Neunkirchen. Demnach habe er eine Blinddarmentzündung gehabt. "Leider mit Komplikationen", so Bürgermeister Rupert Dworak zu der Tragödie: "Seine Persönlichkeit, sein Wirken und Schaffen war sehr stark mit seiner Heimatstadt Ternitz verbunden."


Zur Person Robert Hammerstiel

Hammerstiel bei einer seiner Ausstellungen im Ternitzer Herrenhaus mit Politikern und Galerist Gerhard Hainfellner (r. außen).
  • Hammerstiel bei einer seiner Ausstellungen im Ternitzer Herrenhaus mit Politikern und Galerist Gerhard Hainfellner (r. außen).
  • Foto: Christian W. F. Gschieszl
  • hochgeladen von Thomas Santrucek

Robert Hammerstiel wurde am 18. Februar 1933 in Werschetz im serbischen Banat, am Rande der ehemaligen Donaumonarchie, geboren. Er wuchs dreisprachig auf und sprach neben Deutsch auch fließend Serbisch und Ungarisch. Hineingeboren in eine schwierige Zeit, musste er sich in seiner Kindheit in einem Konglomerat von Völkern, Sprachen und Sitten zurechtfinden und behaupten.

Mit elf Jahren im Internierungslager

Das Leben hatte an Robert Hammerstiel schon in der Jugend harte Anforderungen gestellt. Mit elf Jahren in ein serbisches Internierungslager gesteckt zu werden, vorerst getrennt, dann mit seiner Mutter der Kälte und dem Hunger, menschenunwürdigen Behandlungen ausgesetzt zu sein, täglich den Tod ihm nahestehender Menschen erleben zu müssen, ist heute unvorstellbar.
Genauso unvorstellbar, wie 1947 die Flucht aus einer von Haß und Gewalt geprägten Heimat in ein Österreich, wo in dieser Zeit die Mehrheit der Bevölkerung ebenfalls ums Überleben kämpfte.

Von der Bäckerlehre ins Stahlwerk

1949 begann Robert Hammerstiel eine Bäckerlehre in Pottschach, 1954 erhält er die Österreichische Staatsbürgerschaft, arbeitete ab 1955 in der Graugießerei im Ternitzer Stahlwerk.
Trotz harter körperlicher Arbeit ist Robert Hammerstiel jeden Abend in die Wiener Kunstschule gefahren und kam erst spät nachts wieder nach Hause. Er war damals der einzige Arbeiter in der Kunstschule und wurde erst nach seiner ersten Ausstellung in Berlin akzeptiert.
Das Leben Robert Hammerstiels war so wie seine Werke von einem bewegten, auch bewegenden Lebenslauf geprägt. Leid, Freude, Einsamkeit, Entbehrung, Gewalt, Tod, Angst und Glaube spielten in seinem Leben, so auch in seiner Kunst eine wichtige Rolle. Ebenso die Suche nach Glück, Geborgenheit und Heimat.

In Kunstszene anerkannt

Bürgermeister Rupert Dworak: "Mit Prof. Robert Hammerstiel verliert die Stadtgemeinde Ternitz einen großen Sohn, der in der internationalen Kunstszene äußerst anerkannt war, und der tiefe Spuren in der Geschichte unserer Stadt hinterlassen hat."

Immer ein freundliches Lächeln: so kannten viele den Kunstschaffenden Professor Robert Hammerstiel.
Hammerstiel bei einer seiner Ausstellungen im Ternitzer Herrenhaus mit Politikern und Galerist Gerhard Hainfellner (r. außen).

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