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Der Jänner wird zum „Veganuary“, ein Kofferwort aus „January“ und „vegan“: Diese Ernährungsform ist wie die lange verpönten Gesundheitsschlapfen jetzt angesagt. Von der Prinzenrolle bis zum Nutella gibt es auch zahlreiche altbekannte Produkte tierfrei.
NÖ. Massentierhaltung und ihre Grausamkeiten bekämpfen, das Klima schonen oder etwas für die eigene Gesundheit tun – all das sind gute Gründe, weniger tierische Produkte zu sich zu nehmen. Studien zeigen, dass eine rein pflanzliche Ernährung das Risiko für Herz-/Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und sogar manche Krebsarten senken kann.
Gut für alle
Pflanzliche Kost schützt die Umwelt und das Klima, weil sie viel weniger Ackerfläche, Dünger und CO₂ verbraucht. Außerdem sind Pflanzen reich an Ballaststoffen, Vitaminen, Mineralstoffen und Antioxidantien, also ziemlich gesund. Darin sind sich alle Fachgesellschaften, die Ernährungsempfehlungen herausgeben, einig: abwechslungsreiche, ausgewogene vegane Kost ist für alle Menschen uneingeschränkt empfehlenswert.
Eine ausgewogene rein pflanzliche Ernährung hat viele Vorteile für Umwelt, Klima, Tiere und die eigene Gesundheit.
Mittlerweile haben alle Supermärkte und viele andere Firmen in Österreich den Trend erkannt und bieten vegane Produkte nicht nur in großer Auswahl, sondern auch preisgünstig zum Ausprobieren an. Lizenzierte vegane Produkte sind an einem grünen V auf gelbem Grund erkennbar.
Das V-Label kennzeichnet zertifiziert vegane Produkte.
Ein besonders erfolgreicher Vegan-Pionier stammt aus Niederösterreich: Als Charly Schillinger das Gasthaus seiner Familie in Grosmugl übernahm, brachte er es nicht übers Herz, die hauseigenen Schweine zu töten. Später hat Irene Schillinger, begabte Köchin und Charlys Frau, Klassiker der österreichischen Küche „veganisiert“, also in g’schmackige pflanzliche Rezepte verwandelt. Dazu kamen internationale Gerichte wie Burger, Nuggets oder Tiramisu. Mittlerweile betreiben die Schillingers neben ihrem Gasthaus auch die vegane Restaurantkette „Swing Kitchen“ mit Filialen in Österreich, Deutschland und der Schweiz.
Wein und Saft ist nicht immer vegan
Wein besteht zwar aus Traubensaft, ist also pflanzlich. Aber zum Entfernen von Trübstoffen werden tierische Produkte wie Eiklar, Gelatine oder Fischblase dazugegeben. Dadurch setzen sich diese Stoffe am Boden des Fasses oder Tanks ab. Der klare Wein wird von oben entnommen. Für vegane Weine und Säfte wird mit Aktivkohle, Pflanzenproteinen oder Mineralerde geklärt. Viele Rotweine werden gar nicht geklärt und sind bereits vegan. Das erste vegan zertifizierte Weingut Fürnkranz befindet sich in Obritz im, wo sonst, Weinviertel.
Viele Rotweine werden gar nicht geklärt und sind daher schon vegan.
Viele Unterkünfte, Wirtshäuser, Heuriger und Berghütten in Niederösterreich bieten mittlerweile kreative vegetarische und vegane Kost an. Niemand muss von jetzt auf gleich streng vegan leben, aber es lohnt sich, neue Gewürze und Geschmackserlebnisse auszuprobieren. Wie wäre es etwa mit veganen „Grammelknödeln“ aus frittiertem Topinambur oder veganen Waldviertler Mohnnudeln? Auf heiß geliebte Aromen aus der Kindheit muss auch niemand verzichten: Die beliebten Spaghetti Bolognese sind auch rein pflanzlich ein Genuss.
Rezept für vegane Bolognese
Österreichs Lieblings-Pastasauce ist die klassische Bolognese, gefolgt von Carbonara.
120 g Sojagranulat
Sojasauce
1 Gemüsezwiebel
2 Karotten
2 Stk. Stangensellerie
4 EL Olivenöl
2 EL Paradeismark
3 Knoblauchzehen
Gewürze nach Geschmack, z.B. Thymian, Paprikapulver, Currypulver, Oregano
1 ½ EL brauner Zucker
600 g Paradeiser (Dose)
100 ml Gemüsebrühe
50 ml Rotwein
Salz, Pfeffer
Sojagranulat mit 150 ml kochendem Wasser übergießen und 15 Minuten einweichen. Inzwischen Zwiebel und Karotten waschen, putzen/schälen und würfeln.
2 EL Olivenöl in eine heiße Pfanne geben, Sojahack bei großer Hitze 10 Minuten scharf anbraten. Mit Sojasauce ablöschen, aus der Pfanne nehmen und beiseitestellen.
Übriges Öl in die Pfanne geben, Zwiebeln, Karotten und Sellerie zufügen. 2 Minuten bei mittlerer Hitze anrösten. Tomatenmark hinzufügen und anrösten, bis es eine dunkelrote Farbe hat. Inzwischen Knoblauch schälen und fein hacken, übrige Gewürze vorbereiten. Sojahack mit Knoblauch, Gewürzen und Zucker zum Gemüse geben und unterrühren. Mit Tomaten, Gemüsebrühe und Rotwein ablöschen.
Bolognese bei geschlossenem Deckel mindestens 30 Minuten köcheln lassen, ab und zu umrühren. Bei Bedarf noch Gemüsebrühe dazugeben. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Dazu passen Spaghetti. Statt Parmesan gibt es gute Streuwürze aus Mandeln. Guten Appetit!
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