Beratung in Niederösterreich
Caritas-Hochwasserhilfe für Härtefälle
- Zwei Meter hoch stand das Wasser in den Häusern entlang der Gerungser Straße in Zwettl. Einige Betroffene sind – in ganz Niederösterreich – noch immer nicht wieder in ihr Zuhause zurückgekehrt. Die Caritas will nun "Härtefällen" helfen.
- hochgeladen von Bernhard Schabauer
Einige Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher, die im September 2024 durch das verheerende Hochwasser ihr Zuhause verloren haben, konnten bis jetzt noch nicht zurückkehren. Vor allem, wenn finanzielle Mittel knapp sind, scheint das Beseitigen der Schäden fast unmöglich zu sein. Die Caritas der Diözese St. Pölten will Härtefällen mit der Hochwasserhilfe unter die Arme greifen – wöchentliche Beratung in St. Pölten und Zwettl wurden eingerichtet.
NÖ. Noch während der Hochwasserkatastrophe im vergangenen Jahr baute die Caritas, dank zahlreicher Spenderinnen und Spender, rasch ein Netzwerk der Hilfe auf. Unbürokratische Akuthilfe war notwendig. "Aus zahlreichen Gesprächen mit betroffenen Personen, Pfarren und Gemeinden wissen wir, dass es noch einige Personen gibt, die vom Hochwasser betroffen waren, aber die noch nicht die Kraft gefunden haben, sich Hilfe zu holen", erzählt Christoph Riedl, Caritas-Generalsekretär der Diözese St. Pölten. Dass sich einige nicht trauen, um Hilfe zu bitten, erschüttert.
- Nach dem Hochwasser – in Böheimkirchen lief die Hochwasser-Soforthilfe-Aktion der Pfarrcaritas schnell an: Pfarrcaritasleiter Christian Köstler und Pfarrcaritasreferentin Christa Herzberger im Pfarrhof Böheimkirchen mit Betroffenen.
- Foto: Franz Gleiß
- hochgeladen von Sandra Schütz
Ein neues Angebot, die Caritas-Hochwasserhilfe, richtet sich daher vor allem an jene sogenannten "Härtefälle", die zwar schon Unterstützung aus dem Katastrophenfonds des Landes NÖ erhalten haben, "aber für die der Wiederaufbau von Wohnraum die eigenen Möglichkeiten überschreitet".
Trau dich, um Hilfe zu bitten
Wer vom Hochwasser betroffen war und seinen Hauptwohnsitz im Diözesangebiet St. Pölten hat – dazu zählen die Bezirke Amstetten, Gmünd, Horn, Krems, Lilienfeld, Melk, St. Pölten, Scheibbs, Tulln, Waidhofen/Thaya, Waidhofen/Ybbs und Zwettl – kann die Unterstützung der Caritas in Anspruch nehmen.
- September 2024: Blick auf die Traisen und S33
- Foto: BFKDO St. Pölten
- hochgeladen von Tanja Handlfinger
Betroffene können sich bereits ab nächster Woche im Rahmen von offenen Sprechstunden in St. Pölten und Zwettl beraten lassen, sich über weitere Unterstützungsleistungen Infomieren und um Unterstützung aus dem Hochwasserspendenfonds der Caritas für Härtefälle ansuchen – vorausgesetzt, alle Kriterien dafür sind erfüllt.
Bisher mit 325.000 Euro geholfen
Tausende Menschen waren vom Hochwasser im September 2024 betroffen, Häuser und Wohnungen unbewohnbar, das Leid war groß. Mehr als 2.300 Betroffene konnte die Caritas mit insgesamt 325.000 Euro an Soforthilfe unterstützen. Auch Spar- und Carla-Gutscheine im Gesamtwert von 106.000 Euro wurden im Rahmen der Caritas-Überbrückungshilfe von "Österreich hilft Österreich" abgewickelt.
Beratungsstellen und Kriterien
Die Beratungsstelle St. Pölten (Schulgasse 10) hat jeden Dienstag und Donnerstag von 13 bis 16 geöffnet. Die Zwettler Beratungsstelle in der Landstraße 29 jeden Mittwoch von 13:30 bis 16:30 Uhr. Zudem sind Termine nach Vereinbarung jederzeit möglich: sozialberatung@caritas-stpoelten.at, 02742/844 390.
- Hochwasser Sofort-Hilfe der Caritas gab es bereits am 18. September 2024.
- Foto: Franz Gleiß
- hochgeladen von Sandra Schütz
Für die Berechnung der Härtefälle werden verschiedene Kriterien herangezogen – etwa die Schadenshöhe, alle erhaltenen finanziellen Unterstützungen, vorhandene Ersparnisse, Einkommensverhältnisse sowie monatliche Belastungen des Haushalts. Folgende Unterlagen braucht man daher in der Sprechstunde:
- Ausweis
- Meldezettel aller Haushaltangehörigen
- Bericht der Schadenskommission oder Schadensgutachten
- Bestätigung über die Versicherungsleistung
- Nachweis über die Leistungen aus dem Katastrophenfonds des Landes
- Einkommensnachweise aller Personen im Haushalt
- Nachweise der monatlichen Belastung des Haushalts
- Nachweis über Sparguthaben
Sprich darüber
Wer persönlich das Geschehene immer noch nicht verarbeitet hat, kann sich an die Caritas Familienberatung wenden – ein kostenloses Angebot für Menschen, die über Erlebtes sprechen möchten. Das kann am Telefon sein oder auch persönlich. Infos und Terminvereinbarung: 0676 / 8384 4 8384.
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