Niederösterreich braucht Lehrlinge: Kern und Wilfing starten Kampagne

Landesrat Karl Wilfing und NÖAAB-Landesgeschäftsführerin Bundesrätin Sandra Kern mit Lehrlingen der St. Pöltner Firma Geberit
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Mit 8. November startete der NÖAAB eine Aktionswoche zur Stärkung der Lehre. Im Rahmen einer Pressekonferenz präsentierten Bundesrätin Sandra Kern und Landesrat Karl Wilfing Vorschläge zur Verbesserung der Lehrlingsausbildung. So sollen unter anderem Qualifikationen sichtbarer gemacht werden um die Chancen am Arbeitsmarkt zu erhöhen.

Auftrag der Gesellschaft: Lehre muss schmackhaft werden

Laut Wilfing steigt die Nachfrage nach gut ausgebildeten Lehrkräften in Niederösterreich stetig. "Jeder Jugendliche, der heute eine Lehre beginnt, hat sehr gute Berufsaussichten.", so Wilfing. Daher, so der Landesrat, muss es das gemeinsame Anliegen von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft sein, jungen Menschen den Start einer Lehrausbildung schmackhaft zu machen.

Laut Kern und Wilfing bedarf es bereits in der Unterstufe einer vielseitigen und kompetenten Berufsorientierung. Zusätzlich,so die beiden Vertreter des NÖAAB, müssen auch die Eltern intensiver involviert werden, und mit gezielter Aufklärungsarbeit eingebunden werden.

"Niemand soll zurückbleiben"

Mit dem Modell der "Modularen Lehre" will man laut Kern Lehrlinge noch gezielter in ihren Talenten unterstützen und "ambitionierten Talenten noch mehr Möglichkeiten bieten."

Laut Kern müsse man die Struktur der Lehrabschlüsse verbessern und Qualifikationen sichtbarer machen. Mit dem Motto "Niemand soll zurückbleiben, viele sollen weiter vorankommen" umschreibt der NÖAAB seine Ideen zur Stärkung der Lehre. Zusätzliche Module, etwa zur Unternehmensführung und fachlichen Vertiefung, sollen besonders interessierten Jugendlichen angeboten werden.

"All Time High" an Beschäftigten in Niederösterreich

Das Thema sei laut Wilfling jederzeit aktuell und wichtig. Denn der Arbeitsmarkt ist ein bestimmendes Thema der Gesellschaft. Momentan erlebt Niederösterreich mit einer Zahl von 622.000 Beschäftigten und einem Rückgang der Arbeitslosigkeit von - 6,3 Prozent (Vergleich Oktober 2017 mit Oktober 2016) ein "geschichtsträchtiges Hoch". Doch, so der Landesrat, "das Wichtigste Anliegen aller Betriebe ist: Wir brauchen Lehrlinge, wir brauchen Facharbeiter!" Derzeit benötigen bzw. erhoffen sich Niederösterreichs Betriebe laut Fachkräftemonitor rund 15.000 Lehrlinge.

In Niederösterreich kann man 214 verschiedene Berufe im Rahmen einer Lehre erlernen. 17.700 Lehrlinge gibt es derzeit, was bedeutet das rund 36 Prozent eines Jahrgangs eine Lehre starten. Über 60 Prozent der Lehrlinge entscheiden sich für einen der gängigen 10 Lehrberufe (Einzelhandel, KFZ-Techniker,...), auch hier bedarf es laut Kern und Wilfing einer umfassenderen Information der Jugendlichen und Eltern.

Der lange geltende Spruch "Unsere Kinder sollen's besser haben, die sollen studieren", sei, nach dem Blick auf die Bedürfnisse der Wirtschaft, laut Wilfing heute in dieser Form nicht mehr gültig. Denn eine Lehrausbildung bietet schon jetzt eine Vielzahl an Optionen und Aufstiegschancen. Der Politik gehe es auch gar nicht darum jetzt eine höhere Schulausbildung bzw. ein Studium schlecht zu reden, sondern darum, dass Niederösterreichs Kinder jenen Ausbildungsweg wählen, in dem ihr jeweiliges Talent liegt. Dafür braucht es eine umfassendere Information in Schulen (auch in Gymnasien) und eine florierende Zusammenarbeit zwischen Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, so Landesrat Wilfing abschließend.

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