Niederösterreich – Das Land der starken Polit-Frauen

9,7 Prozent Politfrauen:  Zwar Österreichs bester Wert, aber SPÖ-Bürgermeisterin Lisbeth Kern (2. v. l.) und Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) werken noch in einer Männerdomäne.
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  • 9,7 Prozent Politfrauen: Zwar Österreichs bester Wert, aber SPÖ-Bürgermeisterin Lisbeth Kern (2. v. l.) und Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) werken noch in einer Männerdomäne.
  • Foto: Daniel Butter
  • hochgeladen von Martin Rainer

Niederösterreich ist nicht nur das einzige Bundesland mit einer Landeshauptfrau. Auch bei der Gleichstellung der Geschlechter in der Gemeindepolitik ist das größte Bundesland ganz vorne dabei.

Im Jahr 1948 wurde in Niederösterreich erstmals eine Frau als Bürgermeisterin angelobt: Zenzi Hölzl (SPÖ) lenkte zehn Jahre die Geschicke von Gloggnitz. Zum Vergleich: Die erste Bürgermeisterin im Bundesland Salzburg wurde erst im Jahr 2004 im Pinzgau angelobt, 56 Jahre nach der Pionierin Hölzl.

Heute werden 9,7 Prozent aller niederösterreichischen Gemeinden von Frauen geführt. Somit ist Niederösterreich das Bundesland mit den meisten weiblichen Ortschefinnen in Österreich.

Rekord: Seit 21 Jahren "Frau Chefin"

Und nun kommt ein neuer Rekord dazu. Mit Lisbeth Kern (SPÖ) hat Niederösterreich nun auch die längst dienende Bürgermeisterin im gesamten Bundesgebiet. Die Ortschefin von Petzenkirchen im Bezirk Melk ist seit 1996 im Amt und damit schon 21 Jahre für die 1.300 Einwohner im Einsatz. Kern (61) ist erblich vorbelastet, bereits ihr Vater war Bürgermeister. Sie selbst wollte eigentlich gar nicht in die Politik: "Ich bin da so hineingewachsen. Ich bin in den Gemeinderat gegangen, weil ich dem Vizebürgermeister einen Gefallen tun wollte."

"Bin nicht der Typ, der alles verspricht. Man muss mehr erklären, aber die Bürger verstehen es."
-Lisbeth Kern, SPÖ

Nach Jahren im Gemeinderat wurde sie plötzlich zur Bürgermeisterin gewählt und stand gleich vor einer großen Herausforderung. Kern: "Der Kanalbau war abgeschlossen, aber wir hatten entsprechend große Schulden. Gleichzeitig mussten die Straßen saniert werden." Trotzdem gelang es ihr, die Finanzen zu sanieren. Und zwar mit dem Credo: "Gehe immer den geraden Weg und mache keine Ausnahmen! Ich bin nicht der Typ, der jedem alles verspricht. Dafür muss man mehr erklären, aber die Bürger verstehen es am Ende doch."

Zwettler "Patron" bei den Herren am Podest

Auch bei den Herren hat Niederösterreich einen der längstdienenden Bürgermeister. Johann Giefing aus Schwarzenbach (Bezirk Zwettl) führt die Gemeinde seit 1984. Das ist Platz drei im "Ranking" der längstdienenden Amtsträger.

"Ist ein Beleg, dass die Menschen die Kontinuität auf der kommunalen Ebene zu schätzen wissen."
-Alfred Riedl, ÖVP

Riedl: "Bürger wollen Kontinuität"

Gemeindebund-Präsident Alfred Riedl, selbst seit 27 Jahren Ortschef in Grafenwörth (Bezirk Tulln), und somit unter den Top-Ten des Rankings: "Gerade in Zeiten, in denen die Halbwertszeiten von (Bundes-)Politiker/innen immer geringer werden, ist das auch ein Beleg dafür, dass die Menschen die Kontinuität auf der kommunalen Ebene zu schätzen wissen. Als Bürgermeister/in ist man jeden Tag sehr unmittelbar mit den Bedürfnissen der eigenen Bevölkerung konfrontiert. Das schafft wahrscheinlich eine andere Basis und ein anderes Vertrauensverhältnis als auf anderen Ebenen."

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