Milchpreise
Niederösterreichs Milchbauern stoppen Lieferungen an Spar
- MGN und Spar sind noch zu keiner Einigung gekommen
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Die Preisverhandlungen zwischen der Milchgenossenschaft Niederösterreich (MGN) und der Handelskette Spar blieben ohne Einigung. Dies veranlasste die MGN-Bauern, einen Lieferstopp für Milchprodukte der NÖM auszurufen.
NÖ. Am Montag, 21. Oktober begann der Lieferstopp für NÖM-Milchprodukte an die Handelskette Spar, teilte Geschäftsführer der MGN Milchgenossenschaft Niederösterreich Leopold Gruber-Doberer, gegenüber "ORF NÖ" mit. Der Schritt sei notwendig, da die Handelsbedingungen für die MGN-Bauern als unfair empfunden werden.
In Niederösterreich, der Oststeiermark und dem Burgenland sichern rund 2.200 Familienbetriebe ihren Lebensunterhalt durch die Milchwirtschaft – für viele ein Beruf, der seit Generationen besteht. Das Ziel des Lieferstopps sei, die Wichtigkeit einer fairen Entlohnung für die Bauernfamilien aufzuzeigen, erklärte Gruber-Doberer.
Unverständnis bei Spar
Nicole Berkmann, Unternehmenssprecherin von Spar, sagte gegenüber der APA, dass die Preisverhandlungen ohne Einigung endeten, weil sinkende Futtermittel- und Energiepreise aus Sicht des Unternehmens eine Preissteigerung bei Milch nicht rechtfertigen würden.
- Wie sich das auf Konsumenten auswirkt bleibt abzuwarten
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„Wir möchten keine nicht nachvollziehbaren Preiserhöhungen an unsere Kunden weitergeben“, erläuterte Berkmann. Spar strebe jedoch weiterhin eine Lösung an und sei zu weiteren Gesprächen bereit.
Hohe Standards in der Tierhaltung
Die MGN-Bauern hätten bereits vor gesetzlichen Vorgaben strenge Standards in der Tierhaltung und im Bereich Nachhaltigkeit umgesetzt, so Gruber-Doberer.
„Billig-Importe, die diesen Standards nicht genügen, finden immer noch ihren Weg in die Regale“, kritisierte er und hob hervor, dass die regionale Wertschöpfung oft unterbewertet werde. Diese Standards seien auch der Grund für zusätzliche Kosten, die durch die heimische Milchproduktion entstehen.
Frage der finanziellen Entlastung
Gruber-Doberer stellte infrage, ob tatsächlich eine Senkung der Lebenshaltungskosten bei den betroffenen Familien ankomme. Weder die Konsumenten noch die Bauernhöfe hätten eine solche Entlastung gespürt.
Er betonte, dass neben den Rohstoffkosten auch die Lohnkosten für die Landwirtschaft gestiegen seien. Ebenso sei der Fettpreis in Europa in die Höhe gegangen, was eine Anpassung der Milchpreise rechtfertige. Zahlen zu möglichen Preisanpassungen wurden jedoch von beiden Seiten nicht genannt.
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