OÖ Seniorenbund
"Senioren immer wieder Opfer von Überfällen und Betrug"

OÖ-Seniorenbund-Landesobmann Josef Pühringer, OÖ Seniorenbund Landesgeschäftsführer Franz Ebner, Landespolizeidirektor-Stellvertreter Aloiß Lißl und OÖ Seniorenbund Fachausschussvorsitzender für Sicherheit Josef Hackl (v.l.).  | Foto: OÖ Seniorenbund
  • OÖ-Seniorenbund-Landesobmann Josef Pühringer, OÖ Seniorenbund Landesgeschäftsführer Franz Ebner, Landespolizeidirektor-Stellvertreter Aloiß Lißl und OÖ Seniorenbund Fachausschussvorsitzender für Sicherheit Josef Hackl (v.l.).
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Die Bevölkerungsgruppe der Senioren zeigt nach Experten ein großes Interesse an Sicherheitsfragen. Zudem gelten sie als besonders betroffene Gruppe, die immer wieder Opfer von kriminellen Machenschaften wird.

OÖ. Aus diesem Anlass greifen die Verantwortlichen des OÖ Seniorenbunds unter anderem dieses Thema auf.

"Der OÖ Seniorenbund informiert mit Vortragsreihen und Veranstaltungen bezüglich Präventionsmaßnahmen in den Orts- und Bezirksgruppen viele Senioren. Als Seniorenvertretung ist es für uns eine Kernaufgabe, die Interessen der älteren Mitmenschen in besonderer Weise zu vertreten und zu deren Eigenschutz beizutragen“, sagt der Landesobmann und ehemalige Landeshauptmann Josef Pühringer.

Landesgeschäftsführer Franz Ebner weist auf die Vielfältigkeit der Kriminalität hin.

"Die Zeiten haben sich geändert. Vor einigen Jahren noch stand der Schutz vor Einbrüchen und Überfällen im Fokus. Aufgrund des digitalen Wandels und der steigenden Dreistigkeit von Kriminellen muss man sich zusehends vor möglichen Gefahren im Internet und diverser Betrugsmaschen schützen."

Umfassende Aufklärung

"Wir haben keine Möglichkeit Senioren unmittelbar vor kriminellen Handlungen zu schützen. Was wir jedoch können, ist, durch umfassende Aufklärung das Bewusstsein zu schärfen. Mit einer zweiten Informationswelle möchten wir ein Hauptaugenmerk auf die digitalen Gefahren legen und den Teilnehmern unserer Vorträge ein Handwerkszeug bieten, um im Ernstfall gerüstet zu sein", sagt Pühringer. "Eine enge Zusammenarbeit mit der Polizei wird in Zukunft an Bedeutung gewinnen, denn ein regelmäßiger Austausch ist zwingend notwendig. Die digitale Kriminalität nimmt permanent neue Formen an und es ist mit großem Aufwand verbunden, am neuesten Stand zu bleiben."

"Einige Opfer empfinden Scham und trauen sich nicht, fremde Hilfe in Anspruch zu nehmen. Es ist ihnen meist peinlich, dass sie auf einen Betrug im Internet hineingefallen sind. Ein solches Verhalten ist unbegründet, denn vor kriminellen Handlungen im Internet ist niemand gefeit. Durch die zunehmende Professionalität der Straftäter können meist nur Experten, Unterschiede zwischen Fälschung und Original erkennen. Als OÖ Seniorenbund möchten wir darauf hinweisen, dass wir auch in solchen Fällen stets Anlaufstelle sein möchten und Betroffene mit unserer Unterstützung rechnen können", ergänzt Ebner.

Auch von Seiten der Landespolizeidirektion wird auf die Vorteile und Risiken des Internets hingewiesen.

"Von der Digitalisierung sollen die Senioren genauso profitieren. Es ist aber insbesondere im Internet wichtig, Gefahren zu erkennen und möglichst auszuweichen. Ältere Menschen sollten daher die vielen Bildungsangebote nutzen.“, sagt Alois Lißl, stellvertretender Landespolizeidirektor für Oberösterreich.

Bestehende Maßnahmen


Informationsvorträge durch Experten

Quer durchs Land wurden in den OÖ Seniorenbund Bezirks- und Ortsgruppen insgesamt 231 Vorträge abgehalten, die Präventionsmaßnahmen und Problemstellungen von Senioren im Sicherheitsbereich behandelten. Experten aus der Landespolizeidirektion und den Polizeidienststellen des Landes machten auf die Gefahren der älteren Generation aufmerksam.

Sicherheits-Tipps über Medien des OÖ Seniorenbundes
In regelmäßigen Abständen erhalten die Mitglieder des OÖ Seniorenbundes in der "WIR Aktiv Zeitschrift" einen abgedruckten Sicherheitstipp, um auf mögliche Gefahren im Vorhinein vorbereitet zu sein. Mit der Expertise von Beamten der Polizeidirektion Oberösterreich wurde den Senioren mitgeteilt, welches Verhalten im Falle von kriminellen Handlungen an den Tag gelegt werden soll.

Geplante Maßnahmen

Vortragsreihe zu "Gefahren im Internet"
In Zusammenarbeit mit Experten der Polizei weist der OÖ Seniorenbund in einer eigenen Vortragsreihe auf die Gefahren und Risiken in dem Bereich Cybercrime hin. Typische Verhaltensmuster und Vorgangsweisen werden von den Experten präsentiert, damit Senioren im Vorhinein erkennen, welche Mails beispielsweise als vertrauenswürdig einzustufen sind und welche nicht. Auch die richtige Reaktion auf eine kriminelle Handlung soll den Teilnehmern im Zuge dieser Vortragsreihe nähergebracht werden.

Austausch in mehr als 150 EDV-Stammtischen
Im Land organisieren die Verantwortlichen der Orts- und Bezirksgruppen des OÖ Seniorenbundes EDV-Stammtische, die sich mit den Möglichkeiten und Herausforderungen der Digitalisierung auseinandersetzen. Ein großer Schwerpunkt soll zukünftig auf den Sicherheitsfragen liegen. Wie erkenne ich Fake-Mails? Welche Daten soll ich preisgeben, wenn ich dazu aufgefordert werde? – Diese und viele weitere Fragestellungen behandeln die Teilnehmer und erzählen eigene Erfahrungen aus dem IT-Bereich.

Expertenrunde "Sicherheit für Senioren“
Unter der Leitung des Fachausschuss-Vorsitzenden Josef Hackl befassen sich die Verantwortlichen des OÖ Seniorenbunds gemeinsam mit ausgewählten Experten, umfassend mit der Thematik "Sicherheit für Seniorinnen". In dieser Auseinandersetzung soll ein Sicherheitspaket ausgearbeitet werden, welches in Sicherheitsfragen als Grundlage herangezogen werden kann. Neben konkreten politischen Forderungen soll dieses Paket ebenso Aktivitäten zur Förderung der eigenen Sicherheit und mögliche Kooperationen mit anderen Sicherheitseinrichtungen beinhalten.

Politische Forderungen
Es ist die Aufgabe der politischen Entscheidungsträger sich dem Thema Sicherheit in besonderer Art und Weise zu widmen. Ein Gefühl von Sicherheit zu haben, zählt zu den Grundbedürfnissen eines Menschen – kann ein Land ein solches nicht gewährleisten, schlägt sich das auf die Gesellschaft nieder. Es gibt bereits einige Maßnahmen, die zum Schutz der oberösterreichischen Bevölkerung beitragen. Mit der Landesförderung für Alarmanlagen in Form eines Direktzuschusses in der Höhe von 30 Prozent des Kaufpreises wird hier bereits ein Statement gesetzt, nur um ein Beispiel anzumerken.

Forderungen und Vorschläge

"Ressourcen im Kampf gegen Cybercrime aufstocken"
Um eine ähnliche Aufklärungsquote der Internetdelikten wie bei den herkömmlichen Straftaten zu erzielen, ist es notwendig, finanzielle und personelle Ressourcen zur Verfügung zu stellen. Das Gefühl von Sicherheit dürfe bei Kriminellen, die meinen, mit ihren Straftaten ohne Konsequenzen davonkommen zu können, gar nicht erst entstehen.

"Internet darf kein rechtsfreier Raum werden"
Um den Senioren im Umgang mit dem Internet das Gefühl von Sicherheit zu vermitteln, muss sichergestellt werden, dass sich das Internet nicht zu einem rechtsfreien Raum entwickelt. Kriminelle Inhalte und täuschende Websites müssen ehestmöglich aus dem Netz genommen und Präventionsmaßnahmen getroffen werden, damit solche gar nicht verbreitet werden können.

Durch das Einführen von "Online-Beamten" sollen frühzeitig Gefahrenherde eruiert und rechtzeitig garantiert werden, dass es zu keinen Gesetzesübertretungen kommen kann.

"Ausbau und Förderung von Sicherheits-Initiativen gegen Cybercrime
"
In Österreich gibt es Initiativen und NGOs, wie beispielsweise das Cyber Crime Competence Center, kurz C4, des Bundeskriminalamtes, die sich für sicheres Internet einsetzen und gegen organisiertes Verbrechen im digitalen Bereich vorgehen. Die Unterstützung von bestehenden Initiativen sowie das Vorantreiben eines weiteren Ausbaues sollen zu einer positiven Entwicklung beitragen.

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