Zwischen Wurm und Weltflucht
Warum der Fisch für Oberösterreichs Angler oft nur Nebensache ist
- Laut Umfrage sucht mehr als die Hälfte der Angler am Wasser Ruhe und Entspannung.
- Foto: smarterpix/SashaKhalabuzar
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"Ois guad und schee, ois schee und guad, jetzt hoit mi nix mehr. Nehmts mi beim Wuat: I geh jetzt fischn", sang einst der legendäre Ostbahn Kurti – ein Credo, dem auch 38.000 aktive Angler in Oberösterreich vollends verfallen sind. Sie entfliehen beim stundenlangen "Wurmbaden" der hektischen Welt des Alltags. Das zeigt eine aktuelle Umfrage des Landesfischereiverbandes Oberösterreich (Lfvooe) unter mehr als 1.100 Anglern.
OBERÖSTERREICH. Die Motivationen, ans Wasser zu gehen und Fische fangen zu wollen, seien vielfältig, aber vor allem tief im Wunsch nach einem Naturerlebnis und Entspannung verwurzelt, so eines der zentralen Umfrage-Ergebnisse. "Es geht um weit mehr als nur darum, einen Fisch aus dem Wasser zu ziehen", sagt Lfvooe-Geschäftsführer Klaus Berg.
Die Faszination des Ungewissen
Der größte Reiz liege für viele Angler im "Überlisten eines Fisches" und dem damit verbundenen Ungewissen. Für 36,2 Prozent der Befragten sei genau diese Unsicherheit – die Frage, ob, wann und was wohl anbeißen wird – der Hauptantrieb. Die Unvorhersehbarkeit mache viel von der Faszination des Hobbys aus, so Berg.
"Die Seele baumeln lassen"
Für die Mehrheit der oberösterreichischen Angler ist der Fangerfolg aber zweitrangig. 53 Prozent der Befragten gaben an, ein erholsamer Tag in der Natur sei das wichtigste Merkmal eines gelungenen Angeltages. Jeder vierte gehe laut Berg fischen, um am Wasser "die Seele baumeln zu lassen".
Lernen von und mit der Natur
Neben ihrem Hobby würden Oberösterreichs Angler auch einen aktiven Beitrag zum Umweltschutz leisten und fungieren als "aufmerksame Gewässerbeobachter", erklärt Geschäftsführer Berg: "Nahezu alle Befragten (99,8 Prozent) gaben an, dass ihnen eine saubere Umwelt wichtig ist. Mehr als 90 Prozent der Angler sammeln laut Umfrage aktiv Müll am Gewässer ein – die Hälfte davon sogar 'immer', wenn sie unterwegs sind." Auch bei der Ausrüstung zeige sich ein ökologisches Umdenken: Die Mehrheit befürwortet laut Berg mittlerweile umweltfreundliche Alternativen zu Bleigewichten oder steht einem EU-weiten Bleiverbot zumindest neutral bis positiv gegenüber.
Essen ist (meistens) Nebensache
Interessanterweise spiele die reine Nahrungsbeschaffung als primäre Motivation zum Fischen fast keine Rolle. Nur für 1,8 Prozent steht sie an erster Stelle. Dennoch sagt Berg: "Eine überwiegende Mehrheit von 90 Prozent entnimmt aber sehr wohl regelmäßig Fische für den eigenen Verzehr."
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