Landesjägermeister
Lebensräume sichern oder "wir werden Wildtierarten verlieren"

Landesjägermeister Herbert Sieghartsleitner fordert von der Politik mehr Willen zur Raumordnung, denn: "Es herrscht ein enormer Druck auf Wildtierräume."
  • Landesjägermeister Herbert Sieghartsleitner fordert von der Politik mehr Willen zur Raumordnung, denn: "Es herrscht ein enormer Druck auf Wildtierräume."
  • Foto: Ch. Böck
  • hochgeladen von Thomas Winkler, Mag.

"Die waidmännischen Werte und das Wesen der Jagd erhalten", möchte Landesjägermeister Herbert Sieghartsleitner (55) – und sagt gleichtzeitig: "Wir wollen Veränderung". Wie das zusammenpasst?

Seit April 2019 ist der Mollner Landesjägermeister und seit 36 Jahren geht der Vater von drei Kindern auf die Jagd. Als oberster Waidmann im Land will er zwar die Werte der Jagd bewahren, die Jägerschaft aber zu Veränderungen bewegen: "Die Beute, das Töten ist Teil der Jagd und wird es immer sein. Aber die Jagd soll als Teil der Gesellschaft gesehen werden – sie muss verstanden werden, nicht unbedingt geliebt, aber verstanden." Deshalb gehe es darum, die Funktion der Jagd der Gesellschaft so gut und oft als möglich zu erklären. Sieghartsleitner will aber auch bei den Jägern selbst ansetzen – etwa mit einer aus Juristen und anderen Experten besetzten Disziplinarkommission des Verbandes, die schwarze Schafe mit Konsequenzen belegt.

"Naturverständnis schaffen"

Das größte Anliegen ist dem Landesjägermeister die Raumplanung, bei der er von der Politik mehr Willen fordert: "Wir brauchen eine konsequente Raumordnung, wir müssen Wildtierräume absichern. Wenn uns das nicht gelingt, werden wir Wildtierarten verlieren", warnt Sieghartsleitner und nennt als Beispiel die Gams. "Es braucht Wege für die Mountainbiker und es braucht Ruheräume für die Wildtiere" – aber vom Mountainbiker bis zum Forstwirt müsse sich der Mensch im Sinne der Wildtiere einschränken und an Regeln halten. Es gelte, ein Naturverständnis zu schaffen: "Die Wildtiere waren vor uns da, man muss ihnen den Platz lassen."

"Wollen nicht noch mehr Nationalparks"

Sieghartsleitner spricht sich allerdings gegen den Ausbau von Nationalparks in Oberösterreich aus. Das schränke dann jegliche Bewirtschaftung der Räume völlig ein – "wir wollen schützen durch nützen". Wenn aber weiter dereguliert werde, dann kämen die Wildtiere etwa in seiner Heimatregion so unter Druck, "dass dann aus dem ganzen Toten Gebirge ein Nationalpark gemacht wird".

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