Nachhaltige Landwirtschaft
Projekt „Blumenkorn“ schafft Wertschöpfung und Lebensraum

Agrar-Landesrat Max Hiegelsberger, Müllermeister Franz Forstner, Landwirtschaftskammer-Präsidentin Michaela Langer-Weninger, Andreas Haider, Geschäftsführer und Eigentümer Unimarkt Gruppe, Projektleiter Arnold Reiter, Wirtschaftslandesrat Markus Achleitner, Bäckermeister Patrick Reichl und Landwirt Nikolaus Stiebitzhofer (v. l.).
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  • Agrar-Landesrat Max Hiegelsberger, Müllermeister Franz Forstner, Landwirtschaftskammer-Präsidentin Michaela Langer-Weninger, Andreas Haider, Geschäftsführer und Eigentümer Unimarkt Gruppe, Projektleiter Arnold Reiter, Wirtschaftslandesrat Markus Achleitner, Bäckermeister Patrick Reichl und Landwirt Nikolaus Stiebitzhofer (v. l.).
  • Foto: Land OÖ/Liedl
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Das Projekt bzw. die neue Marke „Blumenkorn“ steht für pestizidfreie Landwirtschaft, regional produziertes Gebäck und kurze Transportwege. Dass dies auch dem Konsumenten etwas wert ist, hoffen die Projektpartner.

ST. FLORIAN/ST. MARIEN. Ziel des Projektes Blumenkorn ist es, Richtlinien und geprüfte Qualitätsstandards für regional produziertes Getreide ohne Einsatz von Insektiziden zu definieren und zu etablieren. Schädlinge werden in dieser eigentlich sehr ursprünglichen Form der Feldbewirtschaftung von Nützlingen in Schach gehalten. Auf den Einsatz von Insektengift können Landwirte dafür komplett verzichten.

„Teil der Lösung“

„In der ganzen EU soll sich in Zukunft der Einsatz von chemischen Pflanzenschutzmitteln um die Hälfte reduzieren. Projekte wie Blumenkorn sind Teil der Lösung, um diese hochgesteckten Ziele zu erreichen“, so Agrar-Landesrat Max Hiegelsberger. Entscheidend sei dabei auch die Enbeziehung aller Partner entlang der Wertschöpfungskette bis hin zu den Konsumenten – denn so schön und gut das Projektziel klingt, muss einem dennoch bewusst sein, dass diese Art der Landwirtschaft mehr Arbeitsaufwand bedeutet und dass dies auch etwas kosten darf und muss.

„Nützlingsstreifen“ zwischen Anbauflächen

Im „Ökosystem Feld“ leben viele verschiedene Insekten: Rund 35 Prozent sind Nützlinge und nur etwa drei Prozent haben das Potenzial, sich zu Schädlingen zu entwickeln – alle anderen gelten als „Indifferent“ und sind weder schädlich noch nützlich für die Lebensmittelerzeugung. Im Konzept von Blumenkorn legen die Landwirte zwischen den Weizen-Anbauflächen jeweils „Nützlingsstreifen“ an.

Zusätzlicher Lebensraum

Diese Flächen, die gezielt mit vielen Blühpflanzen bepflanzt werden – darum auch der Name „Blumenkorn“ – dienen als Lebensraum für Nützlinge wie Marienkäfer, Wanzen und Wespen, die sich von Schädlingen, aber auch von Nektar und Pollen, ernähren. „Man kann sich das fast wie herkömmliche Tierhaltung vorstellen“, erklärt der Projektausführende Landwirt Nikolaus Stiebitzhofer, „die Nützlinge sollen hier leben und bleiben“. Insgesamt macht die Fläche der Nützlingsstreifen in den Blumenkorn-Feldern drei Prozent aus. In St. Florian bei Linz seien dadurch mehr als 1,2 Hektar zusätzlicher Lebensraum für Insekten entstanden, so Stiebitzhofer – Raum für Biodiversität über den sich auch das Bienenzentrum OÖ als Projektpartner freut.

Agrar-Landesrat Max Hiegelsberger und Landwirtschaftskammer Oberösterreich-Präsidentin Michaela Langer-Weninger neben einem „Blumenkorn“-Feld.
  • Agrar-Landesrat Max Hiegelsberger und Landwirtschaftskammer Oberösterreich-Präsidentin Michaela Langer-Weninger neben einem „Blumenkorn“-Feld.
  • Foto: BRS/Till
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„Mehrwert erkennen“

„Um diese Blühstreifen für die Landwirte interessant werden zu lassen, müssen sie auch den Mehrwert erkennen“, sagt Landwirtschaftskammer OÖ-Präsidentin Michaela Langer-Weninger. Geringere Pflanzenschutzmittelkosten, weniger Überfahrten und trotzdem eine gute Ernte, seien durchaus beachtliche Faktoren – wenn sie auch nicht den Mehraufwand ausgleichen können. Denn die Streifen müssen durchdacht angelegt und gepflegt werden: „Die Bewirtschaftung der Flächen wird je nach Standort angepasst. Wichtig ist, dass sie mindestens ein- bis zweimal pro Jahr gemäht wird und das Schnittgut getrocknet und abtransportiert wird“, erklärt Petra Haslgrübler, Leiterin des Bienenzentrums OÖ. Die Forstner Mühle, nur ein paar Kilometer weiter, in St. Marien, bezahlt den Landwirten dafür mehr Geld. Kosten, die über die Bäckerei Reichl, ebenso in St. Marien, und den Vertriebspartner Unimarkt natürlich auch beim Konsumenten ankommen.

Regionale Wertschöpfung

„Dieses Projekt zeigt, wie die Optimierung der regionalen Wertschöpfungskette aussehen kann und die Wirtschaftsleistung des Produktionsstandortes Oberösterreich gestärkt wird“, sagt Wirtschaftslandesrat Markus Achleitner angesichts der zufriedenen Projektpartner, vom Landwirt Stiebitzhofer über den Mühlenbetreiber Forstner und Großbäcker Patrick Reichl bis hin zu Unimarkt-Geschäftsführer Andreas Haider. Die neu entwickelten Blumenkorn-Produkte sind seit März 2021 in den Standorten der Unimarkt Gruppe erhältlich. Aktuell gibt es Frühstückskipferl, Wachauer, Joghurtriegel, Kornsemmel, und Roggenweckerl in den Standorten. „‘Wir sind regional‘ ist für uns nicht nur ein Spruch, sondern wird authentisch gelebt“, erklärt Haider.

Nachfolgeprojekt in Planung

Zurzeit wird an der Erweiterung des Sortiments um Dinkeltoast, Dinkelbrot und Vinschgerl gearbeitet. Für die Zukunft sind noch Produkterweiterungen über Backwarenprodukte hinaus geplant, welche die Wertschöpfungskette erweitern. „Bereits 2021 soll mittels Unterstützung durch das Land OÖ ein Folgeprojekt eingereicht werden. Hierfür wird bereits emsig nach möglichen weiteren Projektpartnern gesucht“, so Arnold Reiter, Projektleiter von Blumenkorn.

Agrar-Landesrat Max Hiegelsberger, Müllermeister Franz Forstner, Landwirtschaftskammer-Präsidentin Michaela Langer-Weninger, Andreas Haider, Geschäftsführer und Eigentümer Unimarkt Gruppe, Projektleiter Arnold Reiter, Wirtschaftslandesrat Markus Achleitner, Bäckermeister Patrick Reichl und Landwirt Nikolaus Stiebitzhofer (v. l.).
Agrar-Landesrat Max Hiegelsberger und Landwirtschaftskammer Oberösterreich-Präsidentin Michaela Langer-Weninger neben einem „Blumenkorn“-Feld.


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