Energie AG-Bilanz
Weniger Umsatz, weniger Gewinn, mehr investiert
- Energie AG-Technikvorstand Alexander Kirchner, Vorstandschef Leonhard Schitter, Finanzvorstand Andreas Kolar, der mit Jahresende in Pension geht.
- Foto: Energie AG/Mathias Lauringer
- hochgeladen von Thomas Winkler, Mag.
Das Ergebnis der Energie AG ist im Geschäftsjahr 2024/25 um ein Viertel auf 298 Millionen Euro gesunken, der Konzernumsatz fiel um zehn Prozent auf 2,842 Milliarden Euro. Dafür investierte das Unternehmen mit 415,1 Millionen Euro um fast ein Drittel mehr als im Geschäftsjahr davor. Die Preisgarantie für Kunden des Tarifs Ökostrom Loyal verlängert die Energie AG bis Ende Dezember 2026.
OBERÖSTERREICH. Die Hälfte der Investitionen floss in den Ausbau der Netze, der Rest in Wasserkraft, Photovoltaik, Windkraft sowie Technologien für grünen Wasserstoff und Batteriespeicher, so Energie AG-Vorstandschef Leonhard Schitter. Bis 2035 solle die erneuerbare Stromerzeugung um ein Drittel gesteigert werden: "Wir investieren gezielt in erneuerbare Erzeugung, Netze und Kreislaufwirtschaft und schaffen damit ein stabiles Fundament für die Energiezukunft", so Schitter.
Im Geschäftsjahr 2025/26 will man diesen Kurs fortsetzen und sich durch Partnerschaften auch am Wasserstoffmarkt positionieren. Erwartet werde "ein solides Ergebnis unter dem Niveau der Vorjahre". Die Investitionen sollen nochmals um 36,4 Prozent auf 566 Millionen Euro steigen.
Weniger Umsatz durch niedrigere Preise
Für den gesunkenen Umsatz im Geschäftsjahr 2024/25 hätten vor allem die niedrigeren Großhandelspreise bei Strom und Gas gesorgt – zusammen mit geringerem Stromabsatz und niedrigeren Verkaufspreisen im Vertrieb. Das sorgte zusammen mit der Abschöpfung von Erlösen durch den den Energiekrisenbeitrag für ein um 107,1 Millionen Euro geringeres operatives Ergebnis von 211,5 Millionen Euro. Das Top-Kredit-Rating A bekam die Energie AG von der Agentur S&P erneut zugesprochen, die Schulden lagen per September 2025 bei 401,6 Millionen Euro und damit um 209 Millionen Euro niedriger als im Vorjahr. Gute Voraussetzungen für Eva Schinkinger, die mit 1. Jänner 2026 Andreas Kolar als Finanzvorstand beerbt, der Ende des Jahres in Pension geht.
Sonnenstrom fordert die Netze
Um 9,1 Prozent gesunken ist die Stromaufbringung – vor allem weil den Wasserkraftwerken wegen der Trockenheit das Wasser zur Energieerzeugung fehlte. Trotzdem investiert die Energie AG in diese Form der Energieerzeugung: Für 191,5 Millionen Euro ist das Laufwasserkraftwerk Traunfall im Bau, es ersetzt bestehende Anlagen und soll nach dem Probebetrieb 2028 rund 35.000 Haushalte mit Strom versorgen. Parallel dazu laufen die Arbeiten am Pumpspeicherwerk in Ebensee. Es soll Überschüsse aus Photovoltaik und Windkraft speichern und bei Bedarf zur Verfügung stellen, denn. Der rasante Ausbau der Photovotlaik fordert die Stromnetze immer stärker. Die Zahl der angeschlossenen Anlagen stieg von 72.800 auf 83.500, immer öfter werden auch Anträge für reine Batteriespeicheranlagen gestellt. Dafür brauche es einen weiteren Ausbau des Netzes und der Umspannwerke, teilweise könne der Netzbetreiber den Leistungsvorstellungen der Projektwerber aber nicht nachkommen.
Gegenwind bei Windkraft
Die Stromproduktion aus eigenen PV-Anlagen in Österreich und Italien hat die Energie AG ebenfalls deutlich um fast ein Drittel gesteigert – zuletzt wurden große Agri-PV-Anlagen auf auch landwirtschaftlich genutzten Flächen in Betrieb genommen, wie in Pischelsdorf am Engelbach oder in Mauthausen. Weitere Anlagen sind im Bau oder geplant.
Bei der Windkraft geht dagegen wenig weiter, denn: Hinter der Erweiterung des Windparks Kobernaußerwald steht wegen des dortigen Tieffluggebiets des Bundesheers ein Fragezeichen. Derzeit läuft ein Mediationsverfahren, die Energie AG gehe davon aus, dass es zu einer "guten Kompromisslösung" kommen könne.
Strom und Wärme verbinden
"Mit Investitionen in erneuerbare Erzeugung, intelligente Netze, Wärmelösungen und Kreislaufwirtschaft schaffen wir ein System, das Versorgungssicherheit, Effizienz und Nachhaltigkeit vereint", so der Energie AG-Technik-Vorstand Alexander Kirchner.
Weiter ausbauen will der Konzern dementsprechend auch seine Fernwärmenetze und dabei verstärkt industrielle Abwärme nutzen sowie die Erzeugung von Strom und Wärme verbinden. Im vergangenen Jahr wurden Biomasseheizkraftwerke in Steyr/Ramingdorf, Freistadt und Riedersbach umgesetzt. Besonderheit in Riedersbach: Zur Spitzenlastabdeckung wird künftig Biogas verfeuert.
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