Bad Tatzmannsdorf
Naturnahe und konventionelle Landwirtschaft bei Familie Deutsch

Erna Deutsch vermarktet hauseigene Produkte in ihrem Hofladen.
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  • Erna Deutsch vermarktet hauseigene Produkte in ihrem Hofladen.
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BAD TATZMANNSDORF (ms). Bereits in der vierten Generation besteht die Landwirtschaft von Familie Deutsch in Bad Tatzmannsdorf. "Anton Deutsch hat sich hier angesiedelt, Theresia Gold geheiratet und dann haben sie mit der Landwirtschaft begonnen", berichtet Erna Deutsch.
1989 kam dann auch die Direktvermarktung am Hof hinzu. "Wir haben den Betrieb umstrukturiert. Unsere Produkte gibt es direkt bei uns oder im örtlichen Bauernladen. Dazu gehören Eier, Aufstriche, hausgemachte Selchwaren, Bauernbrot oder Mehlspeisen und auch Fruchtsäfte oder Most", fasst Erna Deutsch zusammen.

Buschenschank

Ein weiteres Standbeine des Hauses ist der Buschenschank. "Wir stecken fünfmal im Jahr aus, heuer waren es aber aufgrund von Umstrukturierungen nur dreimal. Dort bieten wir nur hauseigene Produkte an - von Brot über Fleisch bis zum Apfelmost. Der Most geht besonders gut", so Erna.
Das Obst für den Most kommt von den Streuobstwiesen rund ums Haus. "Aus den Äpfeln machen wir hochwertige Brände und Essig. Das vertreiben wir alles über Direktvermarktung", berichtet sie.

Ferienwohnungen

Zudem vermietet die Familie auch vier Ferienwohnungen. "Wir haben sozusagen einen Jahres-Vollbetrieb, den wir gemeinsam als Familie managen. Mein Mann ist für die Landwirtschaft zuständig, ich für Wohnungen und Direktvermarktung. Auch meine Mutter hilft mit 72 Jahren noch mit. Dann haben wir auch noch zwei bis drei Teilzeitbeschäftigte", so Erna Deutsch.
Die hohe Qualität bescheinigen auch einige Zertifikate wie "Gutes vom Bauernhof". "Wir haben vier Sterne bei "Urlaub am Bauernhof" und seit heuer sind wir auch Teil der "Natur im Garten"-Betriebe", berichtet die Chefin.

"bio" war Thema

"Die Obstbäume werden sehr naturnah behandelt und im Normalfall nicht gespritzt - sind also quasi "bio". "Bio" als solches haben wir schon überlegt, aber uns dann dagegen entschieden. In unserem Alter wollten wir nicht mehr alles umbauen. Die Felder werden zwar konventionell betrieben, aber sehr kontrolliert. Dünger wird direkt aufgebracht, aber nur was kontrolliert notwendig ist. Auch da achten wir auf möglichst geringe Einflussnahme", so Erna Deutsch.

Erna Deutsch: "Wir achten auf behutsame Bewirtschaftung unserer Obstwiesen und Äcker!"

"Wir betreiben unsere Landwirtschaft seit vielen Jahren konventionell und es hat immer gepasst. Seit fast 30 Jahren beschäftige ich mich auch mit dem Thema "bio", es kommt aber für uns nicht infrage. Bio-Landwirtschaft hat sicher in bestimmten Bereichen seine Berechtigung und der Markt dafür wird größer. Ich kann mir gut vorstellen, dass bis zu 15 Prozent am Markt Bio-Produkte sein können, mehr wird aber nicht funktionieren. In der herkömmlichen Landwirtschaft würde Bio einen zu großen Preisdruck erzeugen, den die ohnehin schon vielen kleinen Betriebe nicht stemmen können. Unsere Obstgärten lassen wir unbehandelt, aber um Krankheiten vorzubeugen oder zu bekämpfen wird auch dort, wenn notwendig gespritzt", so Karl Deutsch.

Hohe Standards

"Der Bio-Bereich muss natürlich wachsen, politischer Druck ist eher kontraproduktiv und verunsichert mitunter. Die große Masse der Konsumenten achtet eh weniger drauf, auch wenn natürlich schrittweise die Aufmerksamkeit auch durch mediale Berichte steigt. Wichtiger als "Bio" wäre es aber regionale Produkte zu stärken, denn "Bio" aus dem Ausland ist etwas anderes als bei uns und die hohen Standards im konventionellen Bereich in Österreich und im Burgenland garantierten Qualität. Regionalität unterstützt die Bauern und hält die Wertschöpfung in der Region. Zudem tragen kurze Transportwege zum Klimaschutz bei", bekräftigt Karl.

Karl Deutsch: "Bio muss natürlich wachsen, Regionalität ist aber wichtiger!"

Autor:

Michael Strini aus Oberwart

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