Friede-Freiheit-Bewegung Mittersill
"Gemeinsame Demos geben gutes Gefühl"
- Hunderte Menschen aus dem Pinzgau und der Umgebung demonstrieren in Mittersill regelmäßig gegen die Corona-Maßnahmen. (Beim Foto handelt es sich um ein Archivbild von einer Demonstration im Jahr 2021.)
- Foto: Vanessa fotografiert
- hochgeladen von Johanna Grießer
Für die Organisatoren sind die Demos in Mittersill ein Plädoyer für mehr Friede, Freiheit und Zusammenhalt. Für die BezirksBlätter haben sich drei von ihnen Zeit genommen, um über ihre Ansichten und Beweggründe zu sprechen.
MITTERSILL, PINZGAU. "Friede, Freiheit, mia hoitn zomm", so der Tenor einer Bewegung im Pinzgau, die die gesamte Corona-Situation samt Maßnahmen und Impfung hinterfragt und für – der Name verrät es bereits – Friede und Freiheit plädiert.
"Friede, weil wir gegen eine Spaltung sind. Freiheit, weil diese gerade sehr eingeschränkt wird. 'Mia hoitn zomm', weil wir für einen gesamtgesellschaftlichen Zusammenhalt und einen respektvollen Umgang miteinander einstehen", so die Erklärung.
Mit dabei sind Menschen aus dem Pinzgau und der Umgebung. Sie gehen auf die Straße, um gemeinsam zu demonstrieren, nehmen an "Spaziergängen" und "Taubentreffen" teil.
Anonym zum Schutz anderer
Federführend für diese Aktivitäten ist eine Gruppe engagierter Pinzgauer. Für die BezirksBlätter haben sich drei von ihnen Zeit genommen, um über ihre Ansichten und Beweggründe zu sprechen. Ihre Namen möchten sie nicht in der Zeitung lesen – nicht, weil sie nicht hinter ihrer Meinung stehen würden, sondern um ihr engstes Umfeld zu schützen. Zu groß sei schon jetzt die Feindseligkeit anderer Bürger ihnen gegenüber, weil sie für ihre Ansichten aktiv einstehen, berichten sie.
- Die Demonstranten sind gegen eine Spaltung der Gesellschaft. (Info: die Personen am Foto sind nicht die Personen, mit denen wir das Interview geführt haben!)
- Foto: Vanessa fotografiert/2021
- hochgeladen von Johanna Grießer
Anreiz zum Nachdenken
Warum sie trotz dieser Missgunst auf die Straße gehen? "Wir wollen Menschen dazu bringen, nachzudenken, die Dinge zu hinterfragen, sich zu informieren und sich selbst eine Meinung zu bilden", erklären die drei. Besonders, weil es um die eigene Gesundheit sowie um Grund- und Freiheitsrechte gehe, sei dies wichtig.
Sie sprechen davon, sich selbst treu zu bleiben, etwas nicht nur zu tun, weil es einem gesagt wird. "Wir leugnen Corona nicht, aber wir beschäftigen uns sehr intensiv mit den Maßnahmen und der Impfung, informieren uns, ob etwas Fakt oder 'fake' ist", beteuern sie und meinen: "Österreichs Politik benutzt dieses Thema als Vorwand, um unsere Gesellschaft in ein zentralisiertes System der Überwachung und Kontrolle zu führen." Deshalb sei es für sie an der Zeit, Entscheidungsmuster und das Verhalten der Regierung zu hinterfragen.
Respektvoller Umgang fehlt
"Wir wollen nicht spalten, denn für uns ist jeder Mensch gleichwertig. Wenn man daran denkt, wie respektvoll die Menschen vor Corona miteinander umgingen und wie es jetzt ist, ist klar: So kann das nicht weitergehen", finden die Aktivisten. Sie kritisieren, dass zum Beispiel nur durch das Vorzeigen des grünen Passes Menschen uneingeschränkt am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können und etwa Impfgegner schnell als dumm hingestellt werden.
Gleichgesinnte lindern Angst
Auf den Demos erleben sie ein Miteinander aller Gesellschaftsschichten, Berufssparten und Altersgruppen – Menschen, die die Dinge kritisch hinterfragen. "Wir bekommen sehr viele Rückmeldungen, wie froh die Teilnehmer sind, dass etwas unternommen und nicht tatenlos zugesehen wird", schildern die drei.
"Die Leute haben die unterschiedlichsten Ängste, etwa vor der Impfung, sorgen sich um ihre Kinder oder fürchten um ihre Existenz. Wenn man dann sieht, dass es mehrere gibt, die ähnlich denken wie man selbst, gibt einem das ein gutes Gefühl."
- "Bei einer Demonstration trifft man auf viele Gleichgesinnte – das gibt einem ein gutes Gefühl", schildern die Organisatoren.
- Foto: Vanessa fotografiert
- hochgeladen von Johanna Grießer
Verständnis für die Polizei
Dass Extremisten die Demos nutzen, um ihre Ideologien zu verbreiten, haben sie "glücklicherweise noch nicht" erlebt – und verweisen auf ein Eingreifen der Polizei in einem solchen Fall. "Die Zusammenarbeit mit den Behörden funktioniert super", heben die Demo-Organisatoren hervor, die in engem Kontakt mit der Bezirkshauptmannschaft stehen.
Jedoch: "Bei der letzten Demo gab es sehr strenge und teils zu rigorose Maskenkontrollen, die in keiner Relation zur Veranstaltung standen", erzählen sie und sprechen von einer "Polizeiwand" mit rund 50 Polizisten. Diese empfanden sie im Gegensatz zu etwa 200 bis 300 Demonstranten als äußerst unverhältnismäßig. Die Exekutive würde aber auch nur ihren Job machen.
Bereit für "guten Austausch"
"Wir sind keine 'Berufsdemonstranten', auch wir machen Fehler – und lernen daraus", so die drei Mitglieder der "Friede - Freiheit"-Bewegung. "Wir optimieren unsere Demos ständig und wollen auch weiterhin zeigen, dass man, wenn man anders denkt, damit nicht alleine ist. Wir erklären auch gerne, warum wir unseren Standpunkt vertreten. Es ist nicht unser Ziel, unsere Meinung anderen aufzubinden – vielmehr geht es uns um Gespräche auf Augenhöhe, einen guten Austausch und darum, zum Nachdenken anzuregen."
Info:
Die nächste unpolitische Demonstration für Friede und Freiheit findet in Mittersill am Sonntag, den 27. Februar 2022, statt. Um 14 Uhr startet ein Demo-Zug am Sportplatz, für 15 Uhr ist eine Kundgebung mit den Gastrednern Jasmin (Krankenschwester) und J. Bodner (Ex-Polizeichef in Kitzbühel) angesetzt. Darüber informiert die "Friede - Freiheit"-Bewegung.
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