Leserbrief: "Medizinische Versorgung - krank sein, wenn ja, bitte mit System!"

Diesen Leserbrief hat Renate Ratzenböck aus Uttendorf verfasst.
  • Diesen Leserbrief hat Renate Ratzenböck aus Uttendorf verfasst.
  • Foto: Symbolfoto: dergeradeweg.com
  • hochgeladen von Christa Nothdurfter

Das politische System österreich- und europaweit befindet sich in der Krise. Das wird uns tagtäglich vor Augen geführt. Zu dieser Krise gehört auch das bewusste Herunterfahren unseres Gesundheitssystems. Praxen werden nicht nachbesetzt, der Pflegegeldbezug wird erschwert, die ärztliche Notversorgung reduziert, Hausapotheken zugesperrt, Impfstoffengpässe und ewig lange Wartezeiten für bestimmte Untersuchungen. Hallo - es geht hier um die Menschen in unserem Land!!! Zwei Themen herausgegriffen:

Schließungen von Arztpraxen - Jahrzehntelang wurde uns eingetrichtert, die Ambulanzen aus Kostengründen zu meiden und Arztpraxen aufzusuchen. Daraufhin wird z.B. in Zell am See speziell ein Ärztehaus errichtet, das für die Patienten - aus allen Richtungen - mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichbar ist. Sobald sich alles eingespielt hat, die Ambulanzen entlastet sind, wird der Spieß umgedreht und es heißt wieder, zurück an den Start bzw. in die Ambulanzen. Die Bevölkerung rebelliert daraufhin. 15.000 Unterschriften werden allein gegen die Schließung der Radiologie in Zell am See gesammelt, weil es den Patienten offensichtlich ein Bedürfnis ist, sich für eine bewährte Einrichtung stark zu machen. Im Rundfunk kann man hören, es seien rd. 300 Unterschriften vorhanden. In Medien kann man lesen, das Thema Radiologie wurde hochgespielt. Der Pinzgau hat rd. 85.000 Einwohner. Zieht man die Jahrgänge 1-19 ab, das sind rd. 20 %, hat sich sage und schreibe 1/4 der Bevölkerung für den Erhalt dieser Radiologiepraxis ausgesprochen. Das nun so darzustellen, dass hier von einigen wenigen viel Wirbel gemacht und viel inszeniert wurde, gleicht einer Verhöhnung und ist inakzeptabel, noch dazu, wenn sich gleichzeitig LH-Stv. Stöckl für eine Ambulanzgebühr stark macht, auch mit dem Ziel, die Patientenströme zu lenken, weil viele Patienten bei niedergelassenen Ärzten besser aufgehoben seien. Wer kennt sich jetzt noch aus?

Medizinische Versorgung außerhalb der Kernzeiten - Im Argen liegt die notärztliche Versorgung bzw. der seit einigen Wochen eingeführte Bereitschaftsdienst während der Nachtstunden und an Sonn- und Feiertagen. Ich vermisse den Aufschrei der politisch Verantwortlichen. Ich vermisse den Aufschrei der Hilfsorganisationen, wie Rotes Kreuz, Feuerwehr etc. Beim RK arbeiten doch überwiegend ehrenamtliche Männer und Frauen. Ist kein Notarzt anwesend oder nur telefonisch zu erreichen, stirbt unter Umständen sogar der/die Hilfesuchende. Kann und will ich das als ehrenamtlich Tätige(r) mit verantworten? Wird in Zukunft eine so weitreichende Verantwortung nicht so manchen Interessierten vom Beitritt zum Roten Kreuz und zu anderen Hilfsorganisationen abhalten? Der Slogan - wir haben die passende Jacke für Dich - nützt nichts, wenn ich als Ehrenamtliche(r) die große Bürde der Verantwortung nicht mehr tragen kann und will!

Bei Krankheit oder einem Unfall befindet man sich in einer Ausnahmesituation. Daher ein Appell an die Verantwortlichen! Bitte nicht alle Errungenschaften unserer Väter/Mütter ganz kaputt zu sparen oder gänzlich abzuschaffen und die durchaus berechtigten Ängste und Befürchtungen der Bevölkerung ernst zu nehmen.

Renate Ratzenböck,
5723 Uttendorf

Autor:

Christa Nothdurfter aus Pinzgau

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