Fahnen Gärtner
Chef nimmt Stellung zu Vorwürfen über die Firma

Gerald Heerdegen, seit 2005 Geschäftsführer der Firma Fahnen Gärtner in Mittersill
  • Gerald Heerdegen, seit 2005 Geschäftsführer der Firma Fahnen Gärtner in Mittersill
  • Foto: Fahnen Gärtner
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Geschäftsführer Gerald Heerdegen äußert sich im Interview mit den Bezirksblättern erstmals zu Anschuldigungen über die Firma Fahnen-Gärtner, die - wie berichtet - von einem deutschen "Investigativjournalist" erhoben wurden.

MITTERSILL.  Frage der Bezirksblätter: Wie haben Sie von den Anschuldigungen bezüglich vermeintlich bedenklicher Materialien in ihrer Firma, die von dem selbsternannten Skandalreporter in Sozialen Medien veröffentlicht wurden, erfahren? *

GERALD HEERDEGEN: Im Urlaub. Ich war mit meiner Tochter Anna in Myanmar als Rucksacktourist unterwegs. Per Whatsapp hab' ich von Verwandten, Mitarbeitern, Freunden etc. Facebook-Screen-Shots bekommen.

Was war das für ein Gefühl?
Das war ein Schock. Die Nachricht, dass derartig schlimme und falsche Anschuldigungen gegenüber meiner Firma geäußert wurden, ist mir richtig eingefahren. Im ersten Augenblick habe ich mir gedacht, da wird jetzt jahrzehntelange umweltbewusste Arbeit angepatzt.

Wie hat Ihre Tochter reagiert?

Anna ist erst 16, wir haben gemeinsam auf Facebook geschaut, was die Leute zu diesen Anschuldigungen gepostet haben, wer das geteilt hat etc. und natürlich darüber gesprochen. Sie hat sich gewundert, dass ich so ruhig bleibe und gemeint, an meiner Stelle würde sie auszucken.

Wie haben Sie es geschafft, ruhig zu bleiben?
Ich dachte, die Milch ist bereits verschüttet, jetzt kann ich nichts mehr ändern. Also nützt es nichts, wenn ich mich aufrege. Mein Umfeld und ich wissen ohnehin, für welche Werte ich stehe. Also habe ich mich entschieden, besonnen mit der Situation umzugehen.

Wie ging's weiter?

Von Myanmar aus habe ich rechtlichen Rat gesucht und alles in die Wege geleitet, um sofort die Mitarbeiter zu informieren. Wir wollten ihnen mitteilen, dass sie sich keine Sorgen machen müssen. Das hat mein Produktionsleiter in meinem Namen übernommen. Leider war unser Urlaub durch diese Sache ziemlich getrübt, wir mussten unsere Pläne ändern, damit ich von dort aus handeln konnte.

Was werden Sie unternehmen?

Ich werde weiterhin ruhig, besonnen und wertorientiert vorgehen. Es gehört anscheinend zu dieser Art des Journalismus, anonyme Infos ohne große Recherche ins Netz zu stellen. Hauptsache reißerisch muss es sein. Je größer die Chance auf einen Skandal, desto besser für's Geschäft. Das Schlimme daran ist, dass es im Netz und in den Köpfen der Leute hängen bleibt, auch wenn an den Anschuldigungen nichts dran ist.

Kennen Sie Skandalreporter Chris Maier?
Ja ich kenne ihn, er war einmal bei mir im Büro, dabei ging es um den Vorwurf, die Firma würde im Wohngebiet auf einer Weide stehen, die nie umgewidmet wurde. Ich habe ihm erklärt, dass alle Gebäude erst nach behördlicher Prüfung und Genehmigung und nicht auf Weidefläche errichtet wurden.

Verwenden Sie in der Firma bedenkliche Produkte?
Nein. Unsere Fahnen sind aus Polyester. Das ist ein Kunststoff, aber die Fahnen könnte man auch am Körper tragen, so wie Kleidung aus dem Material. Das ist nicht gesundheitsschädlich. Unsere Prozesse sind STeP by Öko-Tex zertifiziert, und unsere Produkte ÖkoTex Standard 100 zertifiziert, d.h. sie sind auf gesundheitliche Unbedenklichkeit geprüft. Die Betriebsstätte wurde und wird laufend auf sozial- und umweltverträgliche Produktionsbedingungen untersucht.

Benutzen Sie selber Soziale Medien?

Ich bin ein aktiver Nutzer, aber ich schreibe vorwiegend positive Sachen. Was mich wirklich beunruhigt, ist, dass in den Sozialen Medien einfach Behauptungen aufgestellt werden, gegen die man sich nicht wehren kann, denn jede Gegendarstellung gießt ja erst recht Öl ins Feuer. Es ist schlimm, wenn so schwerwiegende Vorwürfe nicht recherchiert werden. Es besteht die Gefahr, dass unsere jahrelange Arbeit in Mißkredit gebracht wird. Das funktioniert ja nach dem Prinzip 'Da muss doch etwas dran sein, sonst dürfte man das ja nicht schreiben'.

Gibt es Lehren aus dieser Erfahrung?
Die Firma Fahnen-Gärtner geht seit Jahren einen besonderen Weg und arbeitet sozial nachhaltig. Wir betreiben kein greenwashing und leben unsere Vision. Mir sind menschliches und gemeinwohlorientiertes Handeln ein großes Anliegen. Daher werden wir bis Ende des Jahres unseren Nachhaltigkeitsbericht veröffentlichen, um unsere Tätigkeiten bewusst transparent zu machen. Was Umweltthemen betrifft, sind wir Trends und gesetzlichen Vorgaben meist voraus. Ich werde meinen Weg weiter gehen - ich weiß, was ich tue und kann mich in den Spiegel schauen. Ich bin ein positiver Mensch und verfolge weiter einen positiven Ansatz.

Interview: Gudrun Dürnberger

Zur Person/Firma:
Gerald Heerdegen trat 1995 in die Firma seines Vaters ein, seit 2005 ist er Geschäftsführer von Fahnen-Gärtner. Das Unternehmen wurde 1945 als Fahnenfabrik "Gärtner & CO Wäschefabrik" gegründet.

* Wir wollten bewusst diese Anschuldigungen nicht im Detail wiederholen, um dem Reporter keine Bühne zu bieten. Er erhebt auch gegen mehrere Pinzgauer Politiker und Unternehmen schwere Vorwürfe in Richtung Schwarzggeldzahlungen und Korruption. Nichts davon ist bisher belegt.

Autor:

Gudrun Dürnberger aus Pinzgau

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