11.09.2014, 10:08 Uhr

Verena Olschnögger entwickelt Apfelmehl

Seit März 2013 arbeitet das Team rund um die Obstpresse Bramberg gemeinsam mit dem Tauriska Verein und Verena Olschnögger an der Entwicklung
neuer innovativer Produkte für die Region Pinzgau. Entstanden ist dabei auch das Apfeltrestermehl, welches ab Herbst 2014 angeboten wird.

BRAMBERG. „Die Idee für ein Projekt mit der Obstpresse Bramberg hatte ich schon im Sommer 2012. Nach vielen Überlegungen und Planungsarbeiten startete ich das Projekt im März 2013 im Zuge meiner Abschlussarbeit für das Studium ‚Design und Produktmanagement’ an der FH-Salzburg“, so die gebürtige Mittersillerin Verena Olschnögger.

Obstpresse seit 2006

Hintergrund: Seit 2006 gibt es bei der Obstpresse Bramberg die Möglichkeit, Äpfel im Gebäude des Wilelmstalls zu Apfelsaft pressen zu lassen, der in drei, fünf oder zehn Literboxen abgefüllt wird. Während des Pressens entsteht eine große Menge an Apfeltrester (Pressrückstand) und genau dieser Apfeltrester ist der Ausgangsstoff für das seit März 2013 laufende Projekt. Begonnen hat alles mit der Abschlussarbeit von Verena Olschnögger an der Fachhochschule Salzburg, Studiengang Design und Produktmanagement. Die Masterarbeit beschäftigt sich mit dem Trend der Regionalisierung, dem Image der Region Pinzgau und nachhaltiger Produktentwicklung. Insbesonders das letzte Thema spielt beim Projekt „Upcycled food“ eine wichtige Rolle.

Was ist „Upcycled food“?

Upcycling bedeutet aus einem Abfallprodukt, wie es der Apfeltrester bis dato war,
ein neues hochwertigeres Produkt zu entwickeln. Der Apfeltrester eignet sich optimal
dafür, da in dem „Abfallstoff“, welcher beim Saftpressen in großen Mengen entsteht,
noch viele besonders wertvolle Inhaltsstoffe stecken. Zuvor wurde der Trester
von Bauern und Jägern an die Tiere verfüttert oder gar weggeworfen. Im Zuge ihrer
Masterarbeit hat Verena Olschnögger aus diesem Apfeltrester ein neues regionales
Produkt entwickelt – das Bramberger Apfeltrestermehl. Durch eine besondere
Trocknungsanlage wird der Apfeltrester direkt nach dem Pressvorgang getrocknet,
gemahlen und verpackt. Das gemahlene Apfelpulver eignet sich sowohl als Backzutat, zum Kochen oder einfach zum roh Genießen. Teil dieser Masterarbeit war neben der theoretischen Abhandlung und der Produktentwicklung auch die Planung, Durchführung und Auswertung einer empirischen Studie.

Onlinebefragung

Via quantitativen Onlinefragebogen wurden die teilnehmenden Personen (231) bezüglich des Images der Region Pinzgau und der Obstpresse Bramberg befragt. Die Region wird durchwegs als sympathisch und traditionsbewusst wahrgenommen und kann mit sehenswerten Landschaften punkten. Geringe Werte bekam die Region
in den Punkten: technologisch fortschrittlich, tolerant und gute Infrastruktur. Neben der Imageanalyse wurde außerdem eine Conjoint-Analyse durchgeführt. Jedes
Produkt in unseren Supermarktregalen hat unzählige Möglichkeiten der Benennung
und Unternehmen müssen entscheiden, welche Eigenschaften sie dem im Regal
kommunizieren wollen. Dies kann im Vorfeld mittels einer Conjoint Analyse herausgefunden werden. Im Mittelpunkt dieser Studie standen die Produktherkunft, die Herstellungsart, die Produktbenennung und die Produktionsmenge. Insgesamt gab es 36 Möglichkeiten der Produktbenennung – jedoch hat eine Kombination die höchste Präferenz erreicht: das Bramberger, beim Saftpressen entstandene Apfeltrestermehl aus limitierter Produktion. Genau dieses Apfeltrestermehl wird ab Herbst 2014 zum Kauf angeboten. „Besonders interessant war für mich als heimatliebende Pinzgauerin die Imageanalyse der Region. Denn genau dieses Image spiegelt auch die Produkte der Region wider.

Traditionsbewusste Produkte voll im Trend

Natürliche und traditionsbewusste Produkte liegen voll im Trend – darauf kann der
Pinzgau aufbauen.“, sagt Verena Olschnögger über den Ausgang ihrer wissenschaftlichen Forschung. Sowohl das Verfahren zur Herstellung als auch das Produkt an sich ist in Österreich einzigartig. Gefördert wird das Projekt durch LEADER Region Nationalpark Hohe Tauern (Leader+, eine EU Initiative
zur Förderung innovativer, zukunftsorientierter Lösungsansätze im ländlichen Raum), vom Nationalpark Hohe Tauern, von der Smaragdgemeinde Bramberg, Raiffeisenkasse Bramberg, Kulturelle Sonderprojekte-Land Salzburg.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.