24.11.2016, 11:45 Uhr

Ärzte und Räume gesucht

Ludwig Gold, Geschäftsführer im Krankenhaus Schwarzach: "Eine rasche Aufstockung der Betten und Ausbau der räumlichen Kapazitäten ist nötig." (Foto: KH Schwarzach)

Handlungsbedarf bei der Psychiatrischen Versorgung im Innergebirg - erste Maßnahmen im KH Schwarzach.

Nach einemoffenen Brief der Fachärzte für Psychiatrie und psychotherapeutischen Medizin, in dem ein Gesamtkonzept der integrierten psychischen Versorgung im Innergebirg gefordert wurde; Nach der Forderung des Kardinal Schwarzenberg'schen Krankenhauses, um eine Aufstockung der psychiatrischen Betten von 59 auf 83 und nach dem dringlichen Antrag der SPÖ an die Salzburger Landtesregierung mit der Forderung zur Umsetzung der eben genannten fachärztlichen Bitten, entschied sich die Regierung vergangene Woche zu handeln. Dem Antrag von SPÖ-Klubvorsitzenden Walter Steidl folgte ein einstimmiger Beschluss zur Optimierung der psychiatrischen und psychosozialen Versorgung im Land Salzburg.


Hamburger Modell

"Wir müssen die Möglichkeit schaffen, das Klinikplätze, niedergelassene Ärzte und Therapeuten, bei Diagnostik, Therapie und Betreuung eng zusammenarbeiten. Nur so kann den Betroffenen ganzheitlich geholfen werden - so wie beim, vom Krankenhaus vorgeschlagenen, Hamburger Modell", erklärt Walter Steidl. Dazu fehlt es aber aktuell an zweierlei: an Ärzten und an Räumlichkeiten.

Vier neue Ärzte

Im Krankenhaus Schwarzach begrüßt man die Botschaft, die mit dem einstimmigen Beschluss in der Landesregierung einhergeht: "Wir sind froh, dass das Thema von allen Parteien als wichtig angenommen wurde. Jetzt müssen aber Taten folgen, denn die Zahl der stationär behandelten Patienten hat sich in den letzten zehn Jahren mehr als verdreifacht", sagt Ludwig Gold, Geschäftsführer im Krankenhaus Schwarzach. "Unser erster Schritt wird es sein, zeitnah vier neue Ärzte in der Psychiatrie einzustellen. Das entspannt die Personalsituation. Noch nicht verbessern wird sich allerdings die räumliche Situation." Diesbezüglich ist eine Synergie mit der Landesklinik St. Veit vorstellbar. LAbg. Walter Steidl hat dazu schon einen Lokalaugenschein in St. Veit angemeldet: "Es kann nicht sein, dass Patienten in der Psychiatrie am Gang schlafen müssen. Das muss sofort verbessert werden."

Nur Übergangslösung

Geschäftsführer Gold begrüßt die Synergiebildung mit St. Veit zwar, weiß aber, dass "das nur eine Übergangslösung sein kann. Mittel- und Langfristig muss an Um-, Aus- oder Neubau des Krankenhauses gedacht werden." Auch im Bereich der Kinderpsychiatrie soll es Personlaufstockungen geben: "Die Endverhandlungen mit einem zweiten Kinder-Psychologen laufen bereits", so Gold. Denn auch dort gibt es Handlungsbedarf.

Vor- und Nachsorge

Aber nicht nur das Krankenhaus als Akutversorger, auch die Vorsorge und die Nachbetreuung von psychisch erkrankten Menschen muss überdacht werden. "Nur so kann die Situation im Innergebirg ganzheitlich verbessert werden", sagt Gold. Dieses Anliegen wird der Geschäftsführer des Krankenhauses Schwarzach zur großen Gesprächsrunde am 22. November mitnehmen, wo die Politik mit allen wichtigen Institutionen zusammentrifft.
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