27.10.2016, 00:00 Uhr

Hopfenernte: Maschinen sparen Menschen ein

Walter Dobretsberger bedient mit viel Geschick die Hopfenpflückmaschine.

Vier Personen bewältigen heute die Hopfenernte am „Elmerhaus“, früher waren es rund 50.



ST. ULRICH (hed). Erfolgte die Hopfenernte früher händisch, erleichtern heute Erntemaschinen die Arbeit. Geerntet wird von Ende August bis Mitte September. So auch beim Elmer in St. Ulrich. Seit 1958 wird am Familienbetrieb von Alfred (60) und Marianne Allerstorfer Mühlviertler Hopfen kultiviert. Anfangs waren es 1800 Stöcke. „Übernommen haben wir den Betrieb im Jahre 1978 mit 8000 Pflanzen, jetzt sind es auf 6,3 Hektar 28.000 Stöcke“, erklärt Alfred Allerstorfer.

Viele Arbeitsstunden
„Mit 400 bis 500 Arbeitsstunden ist der Hopfen eine sehr zeitaufwändige Kultur.“ Obwohl Erntemaschinen heute die Arbeit erleichtern. „Die Stöcke werden mit maschineller Hilfe von den Gehängen abgerissen und in die Scheune gefahren“, sagt Allerstorfer. Eine Pflückmaschine, die von einer einzigen Person bedient wird, trennt die Dolden von den Ranken, ein Verleseband trennt die Dolden von den Blättern. „Anfang der 70ger haben wir unsere Erntemaschine bekommen“, berichtet Allerstorfer. Vorher mussten die Hopfendolden per Hand abgezupft werden. „40 bis 50 Personen waren da oft zwei Wochen am Elmer-Hof beim Hopfenbedeln beschäftigt“, berichtet Allerstorfer.

Nebenjob für Taschengeld
Er selbst habe sich als Jugendlicher am Elmerhaus – er selbst stammt vom Nachbarhaus ab – sein Taschengeld aufgebessert: „Zehn bis elf Schilling hat man für den Metzen“ bekommen. Eine Frau war dabei, die es am Tag auf zwölf Metzen gebracht hat. Ein guter Zuverdienst, wenn man bedenkt, dass ein Tischlerlehrling damals 250 Schilling im Monat verdient hat“. Auf so viele Metzen hat es Allerstorfer nicht gebracht: „Die größte Belohnung für uns war die Jause am Feld. Mit Körben haben die Frauen eine üppige Jause aufs Feld gebracht. Wurst, Speck, Käse, Brot und allerlei Zuspeise – ein Festmahl für uns. Auch beim Most durften wir schon ,kosten' (schmunzelt). Meine Schwiegermutter war bekannt für ihre gute Küche.“ Für die Frauen am Hof war die Bewirtung eine große Herausforderung und auch finanziell hätte sich das zu Buche geschlagen." Da sei der Einsatz der Erntemaschinen schon ein große Erleichterung. Für die Familie Allerstorfer ist Hopfen ein Lebensinhalt. „Wir sind in die Arbeit so richtig hineingewachsen“, sagt der begeisterte Hopfenbauer. Die Freude daran geben Alfred und Marianne bei Hofführungen an Besucher weiter, seit 2005 betreiben sie auch ein Hopfenmuseum und die Hopfenstub'n.

Zur Sache:

„Bierbrauern und Hopfenbauern“ – Richie Deutinger besucht Brauereien und Hopfenbauern in Oberösterreich in der Sendung "Hogascht" im Servus TV. Sendetermin: Samstag, 29. Oktober, 19.40 Uhr.
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