Der Lebensbegleiter Kopfschmerz

Selbsthilfegruppe "Kopfweh" Gründerin Christa Katerl mit Vortragenden Stefan Leis.
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SALZBURG (mst). Christa Danko – Gruppenleiterin in Salzburg, lädt gemeinsam mit Christa Katerl – Gründerin der Selbsthilfegruppe "Kopfweh" in Linz, zum Austausch unter Beroffenen ein. Stefan Leis, sorgt als medizinischer Experte für das nötige Hintergrundwissen.

Wichtige Unterscheidungen

Die Hälfte der von Kopschmerzen betroffenen Menschen, haben wiederkehrende Schmerzen. Hat man diese an mehr als 15 Tagen im Monat werden sie als chronisch bezeichnet. Wie groß der Einfuss von Kopfschmerzen auf das eigene Leben ist lässt sich durch den Messwert DALY festlegen. An erster Stelle steht der Schlaganfall – vor allem wegen seiner geistigen und körperlichen Einschränkungen die er für den Menschen mit sich bringt. Entgegen der Erwartungen vieler Menschen steht der Kopfschmerz tatsächlich an zweiter Stelle. Die bekanntesten Arten von Kopfweh sind die Migräne, Spannungskopfschmerzen und Medikamentenübergebrauchskopfschmerzen. Weiters wird zwischen Primär- und Sekundärkopfschmerzen unterschieden. Bei den primären Schmerzen ist das Kopfweh die einzige Beschwerde des Betroffenen und kennzeichent somit die Krankheit. Sekundärkopfschmerzen sind nur ein Begleitsymtom als Teil einer Erkrankung. Die Hälfte aller Betroffenen leiden unter Spannungskopfschmerzen. Ca. 40 Prozent wurden mit Migräne diagnostiziert und ungefährt 10 Prozent haben eine andere Art von Kopfschmerzen. Auch von zwei bis drei Arten gleichzeitig betroffen zu sein ist keine Seltenheit. Dass zehn Prozent aller Menschen unter Primäropschmerzen leiden, zeigt wie gering die Wahrscheinlicht ist, dass sich hinter dem Kopfweh eine bedrohliche Krankheit verbirgt.

Der Weg zur Diagnose

"Die Unterscheidung der Art von Kopfschmerzen ist deshalb so wichtig, weil sie individuell behandelt werden müssen", weiß Experte Leis. So ist eine ausführliche Befragung des Patienten unumgänglich. Der Arzt muss beispielsweise wissen wie häufig die Schmerzen sind, ob sie pulsierend oder pochend auftreten, ob sie einseitig oder halbseitig sind und wie hoch die Intensität der Schmerzen ist. Warnzeichen, dass hinter Kopfschmerzen doch eine ernste Erkrankung steckt sind sogenannte Vernichtungskopfschmerzen. Also jene Schmerzen die sich absolut anders anfühlen, als die, die man bisher verpürt hat. Auch Lähmungen und Fieber als Begleitsymptom können ein Alarmsignal sein.

Störende Spannungskopfschmerzen

Diese treten meist beidseitig und drückend auf. Sie sind nur leicht bis mittelstark, dafür jedoch oft durchgehend vorhanden, weshalb Betroffene sie als sehr störend im Alltag empfinden. Die Häufigkeit nimmt mit dem Alter deutlich zu. Verursacht wird dieser Kopfschmerz meist durch Stress, Verspannungen, Angst und Depressionen.

Migräne – Wenn nur Dunkelheit hilft

Bei einer Migräne passiert eine Veränderung der Hirnhäute. Die Schmerzen treten hierbei meist pulsierend, halbseitig und über der Stirn auf. Damit einhergehend beschreiben Betroffene häufig eine Sehstörung – genannt Aura. Diese wird manchmal mit einem Schlaganfall verwechselt. Frauen die Migräne mit Aura haben und dann auch noch rauchen und die Pille nehmen haben tatsächlich ein erhöhtes Schlaganfallrisiko. Bewegung verstärkt bei dieser Kopfwehart die Schmerzen. Sehr häufige Begleitsymptome sind Erbrechen und Lärm- und Lichtempfindlichkeit. "Ich bin nie alleine. Meine Migräne ist immer bei mir", äußert sich eine Betroffene.

Zu viel des Guten – Medikamentenübergebrach

Wenn man zu viele Schmerztabletten einnimmt, sinkt die Schmerzempfindlichkeit des Gehirns. Es reagiert dann auf jeden kleinsten Reiz mit Schmerzen was einen Teufelskreis beginnen lässt. Die Lösung ist hier, so lange auf Tabletten zu verzichten bis sich die Schmerzempfindlichkeit wieder reguliert hat. "Man sollte nie öfter als an zehn Tagen im Monat Schmerztabletten nehmen", rät Oberarzt Leis.

Selten aber unerträglich – Cluster

Die Art von Kopschmerzen kommen nicht sehr häufig vor. Laut Aussagen Betroffener sind es jedoch die schlimmsten Schmerzen die ein Mensch empfinden kann. Nicht oft schlagen Patienten vor Verzweiflung ihren Kopf gegen die Wand, weil dieser Schmerz leichter auszuhalten ist. Nicht selten kommt es bei Betroffenen sogar zum Suizid. Die Schmerzen bei Cluster sind einseitig und treten hinter dem Auge auf. Zudem ist das Auge gerötet und tränt. Betroffen sind zu 80 Prozent junge Männer. "Patienten können sich den Tag an dem die Schmerzen wieder kommen im Kalender anstreichen, da sich das Beginnen der Schmerzen immer zum gleichen Zeitpunkt wiederholt", erklärt Leis.

Es besteht Hoffnung

Viel diskutiert ist momentan die "Migräne-Impfung". Die Bezeichnung ist jedoch falsch. Es handelt sich hierbei um Medikamente die gespritzt werden. Diese stehen in Österreich mittlerweile kurz vor der Zulassung. Ansonsten sind Entspannung und Ausdauersport die effektivsten Vorbeugemaßnahmen für Kopfschmerzen. Auch das Ändern der Lebensumstände kann Erleichterung bieten. Zum Beispiel ist es möglich, schmerzfrei zu werden wenn man aus dem Schichtdienst aussteigt. Grundsätzlich sollte man an 20 Tagen im Monat schmerzfrei sein. "Der Schmerz soll nicht Überhand in Ihrem Leben nehmen. Verlieren Sie also bitte Ihren Humor nicht", ermutigt Leis die Betroffenen.

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