Kunst gegen Krebs
Diese zwei Frauen wollen Brustkrebs in den Fokus rücken
- Beim Presse-Preview in Salzburg hielten die Projektinitiatorinnen Dr. Angelika Graf und Martina Fleischer-Kücher Rückschau von der Idee bis zur jetzigen Umsetzung des Kunst-Projektes.
- Foto: Niko Zuparic
- hochgeladen von Sabrina Moriggl
Der Präsident der Österreichischen Krebshilfe Salzburg, Anton Graf, gibt lachend zu, dass er am Anfang "ein wenig Bauchweh gehabt habe", weil er das Projekt und die zwei Frauen dahinter unterschätzt habe. Nun geht die "Urban Art Experience" in die nächste Runde. Es soll eines der größten Kunst- und Sensibilisierungsprojekte Österreichs zum Thema Brustkrebs werden.
SALZBURG. Das Thema Brustkrebs wird gerade bei Frauen oft zur Seite geschoben. "In meiner täglichen Arbeit sehe ich zu viele Frauen, die die Vorsorge zu wenig oder gar nicht wahrnehmen", sagt Salzburger Gynäkologin Dr. Angelika Graf. Sie glaubt, dass Kunst hier die Kraft hat, Veränderungen anzustoßen. Denn für die Frauenärztin bleibt Kunst länger im Gedächtnis, sie berührt und belehrt wiederum nicht.
Kunstprojekt in Salzburg im Entstehen
Das Projekt "Kunst gegen Krebs" soll im Sommer 2027 in der Stadt und den Bezirken über die öffentliche Bühne gehen. Geplant sind rund 100 künstlerisch gestaltete Skulpturen, die über einen Zeitraum von etwa zwölf Wochen in Stadt und Land Salzburg ausgestellt werden. "Der Name ist Programm", sagt Martina Fleischer-Kücher von der PR-Agentur "Brilliant Communications". Sie und Graf sind die Initiatorinnen des Projekts, das vor allem für mehr Aufmerksamkeit für Brustkrebs sorgen will.
"Brustkrebs ist nach wie vor die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Gleichzeitig werden Vorsorgeangebote noch immer zu wenig genutzt. Wir wollten deshalb einen neuen Weg finden, Menschen außerhalb klassischer Gesundheitskampagnen zu erreichen", sagt Fleischer-Kücher.
Projektvorstellung in St. Peter
Das Projekt wurde in den letzten Tagen im St. Peter Stiftskulinarium vorgestellt. Unterstützt wird das Projekt von zahlreichen Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Medizin, Kunst und Wirtschaft sowie von Stadt und Land Salzburg als Schirmherren. Zu den Gästen zählten unter anderem: Karoline Edtstadler, Daniela Gutschi, Stefan Schnöll, Christina Haslauer, Kathi Wörndl, Veronika Kirchmair, Alexandra Meissnitzer. Künstlerinnen und Künstler sowie Unternehmen und Institutionen sind eingeladen, sich aktiv am Projekt zu beteiligen. Die skulpturalen Kunstwerke sollen für rund zwölf Wochen im Zeitraum von Mitte Juni bis Mitte September 2027 in Stadt und Land Salzburg im öffentlichen Raum gezeigt werden. Den Abschluss bildet am 1. Oktober 2027, dem Internationalen Weltbrustkrebstag, eine Benefizgala mit Charity-Auktion im Schloss Leopoldskron.
Brustkrebs betrifft auch Männer
In Salzburg erkranken jedes Jahr rund 450 Frauen neu an Brustkrebs. Österreichweit werden jährlich etwa 7.000 Neuerkrankungen registriert. Brustkrebs ist damit die häufigste Krebserkrankung bei Frauen und zweithäufigste Todesursache bei Frauen. "Früherkennung verbessert die Heilungschancen entscheidend", sagt Angelika Graf.
Dabei kann Brustkrebs auch Männer betreffen und ist nicht nur den Frauen vorbehalten. Auf Nachfrage von MeinBezirk Salzburg erklärt Anton Graf, dass auch Männer an Brustkrebs erkranken und Männer ein signifikant höheres Risiko haben, selbst an Brustkrebs zu erkranken, wenn bereits Männer in ihrer Familie von Brustkrebs betroffen waren. Dennoch sind überwiegend Frauen von der Krankheit betroffen. Edtstadler ergänzt: "Früherkennung rettet Leben. Ich weiß aus eigener Erfahrung, welche Spuren eine Krebserkrankung in der Familie hinterlässt."
Weitere Beiträge aus Salzburg findet ihr >>hier<<
Mehr von Sabrina Moriggl liest du >>hier<<
Aktuelle Nachrichten aus Salzburg auf
Du möchtest kommentieren?
Du möchtest zur Diskussion beitragen? Melde Dich an, um Kommentare zu verfassen.