Trauer um Wiesmüller
Salzburger Festspiele verabschieden sich von einstigen Präsidenten
- Die Salzburger Festspiele trauern um Heinrich Wiesmüller.
- Foto: Martina Stemeseder | martinas fotos
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Vor dem Salzburger Festspielhaus weht eine schwarze Fahne. Sie weht als Zeichen der Trauer und der Dankbarkeit für Heinrich Wiesmüllers Wirken bei den Salzburger Festspielen. Ein Nachruf auf eine prägende Salzburger Persönlichkeit.
SALZBURG. Die Salzburger Festspiele sprechen der Familie von Heinrich Wiesmüller ihr tiefes Mitgefühl aus und gedenken an eine prägende Persönlichkeit.
"Wiesmüller war keiner, der das Rampenlicht suchte. Öffentliche Anerkennung, Eitelkeit oder große Worte über die eigene Person lagen ihm fern. Seine Aufmerksamkeit galt stets den Dingen selbst: der Musik, dem Theater, der Literatur, der Kunst, aber auch der Politik, der Wirtschaft, den Menschen. Seine Neugier war grenzenlos, sein Interesse an der Welt umfassend", heißt es seitens der Salzburger Festspiele im Nachruf über Wiesmüller.
"Er war ein Stratege des Ausgleichs, ein Vermittler in schwierigen Zeiten, ein Mann des Gesprächs. Wo andere Position bezogen, suchte er Lösungen. Wo Konflikte festgefahren schienen, fand er Wege. Es war diese seltene Fähigkeit, Gegensätze zu verbinden, die ihn unentbehrlich machte."
Der Weg zu den Salzburger Festspielen
Während viele Salzburger die Festspiele vor Ort kannten, erschlossen sie sich Wiesmüller – dem Lungauer Förstersohn Wiesmüller zunächst lediglich über Radioübertragungen. Über drei Jahrzehnte engagierte sich Wiesmüller als Erwachsener für die Salzburger Festspiele. Als Kuratoriumsmitglied (2001 bis 2007), Direktoriumsmitglied (1976 bis 1985), als Konsulent (1986 bis 1989) und von 1991 bis 1995 als Präsident der Salzburger Festspiele.
Er unterstützte Reformen, auch wenn sie unbequem waren, weil er erkannte, dass Stillstand keine Option war. In Zeiten des Wandels – von der Ära Karajans bis zu den Reformjahren unter Gerard Mortier – sorgte Heinrich Wiesmüller für Kontinuität und unterstützte zugleich notwendige Erneuerungen, hieß es. Nach Karajans Tod spielte er eine zentrale Rolle bei der Neuausrichtung der Festspiele.
Trauer und Dankbarkeit
"Unsere aufrichtige Anteilnahme gilt seiner Familie, vor allem seiner Frau Johanna und seinen Kindern Mag. Markus Wiesmüller und Dr. Maria Wiesmüller. In diesen schweren Stunden sind unsere Gedanken bei ihnen", erklärt das Direktorium der Salzburger Festspiele gegenüber den Angehörigen von Wiesmüller.
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