Bevölkerungszuwachs Salzburg – "Wir wachsen nur noch durch ausländische Zuwanderer"

Bevölkerungsveränderung 2018 nach Politischen Bezirken Salzburg.
  • Bevölkerungsveränderung 2018 nach Politischen Bezirken Salzburg.
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Bereits 2007 hatte Salzburg den Höchststand an Österreichern in der Bevölkerung erreicht. Seither wachsen wir nur noch durch ausländische Zuwanderer.

SALZBURG. Exakt 555.298 Personen lebten am 1. Jänner 2019 im Land Salzburg. Das zeigt eine vorläufige Auswertung der Statistik Austria. Im Vorjahr ist die Einwohnerzahl um 2.719 (0,49 Prozent) gewachsen. Das sind durchschnittlich 52 Personen pro Woche. Damit liegt Salzburg, was den Bevölkerungszuwachs betrifft, im österreichweiten Mittelfeld.

Salzburg auf Platz drei – Wien und Tirol haben stark nachgelassen

Genau genommen verzeichnete Salzburg das drittgrößte Wachstum aller österreichischen Bundesländer – gleichauf mit Wien und Tirol und hinter Vorarlberg (0,63 Prozent) und Oberösterreich (0,59 Prozent). "In den letzten Jahren lag Salzburg immer auf Platz vier bis sechs. Dass wir heuer Platz drei einnehmen, liegt nicht daran, dass Salzburg stärker gewachsen wäre als in den Vorjahren. Vielmehr haben Wien und Tirol heuer stakt nachgelassen", erklärt Peter Kurz von der Landesstatistik Salzburg.

Österreich: Zahl der Einwohner um 0,43 Prozent gewachsen

Kärnten hat dagegen mit einem Plus von 85 Personen einen Bevölkerungsrückgang gerade so vermeiden können. Österreichweit ist die Zahl der Einwohner um 49.402 Personen oder 0,43 Prozent auf 8.859.992 gewachsen.

Konkret setzt sich der Bevölkerungswachstum aus der räumlichen Bevölkerungsentwicklung (Zuzug und Wegzug) und der natürlichen Bevölkerungsentwicklung (Geburt und Sterbefälle) zusammen.

Zuzug gleicht unsere Alterung aus

"Seit zehn Jahren sind es in Salzburg ein Drittel natürlichen Bevölkerungsentwicklung und zwei Drittel räumlichen Bevölkerungsentwicklung, die unseren Zuwachs ausmachen", erklärt der Statistiker. "Das bedeutet, unser Wachstum liegt vor allem am Zuzug." Und über diesen können wir uns glücklich schätzen, denn unsere Reproduktionsrate könnte unsere Alterung schon lange nicht mehr ausgleichen.

"Jede Frau müsste durchschnittlich 2,1 Kinder zur Welt bringen, um die Alterung auszugleichen. Das ist nicht der Fall", weiß Statistiker Peter Kurz.

Mehr Rumänen, Deutsche und Ungarn

Dieser erwähnte Zuzug kommt vor allem aus Rumänien (plus 631 Personen), Deutschland (plus 507) und Ungarn (plus 387). 95.492 der 555.298 Einwohner Salzburgs hatten zum 1. Jänner 2019 eine ausländische Staatsangehörigkeit. Das sind um 3.251 mehr als Anfang 2018. "Damit liegen wir etwas über dem österreichweiten Durchschnitt von 17,3 Prozent. Dieser Trend wird bleiben und sich verstärken. Salzburg wird zunehmend multikulturell werden", sagt Kurz.

In den Bezirken:

Betrachtet man die Bezirke einzeln, so hat erneut der Flachgau den größten Bevölkerungszuwachs erfahren und rückt zahlenmäßig immer näher an die Stadt Salzburg heran. 154.228 Personen wohnten zu Jahresbeginn in der Landeshauptstadt. Das sind um 851 Personen (0,55 Prozent) mehr als Anfang 2018. Im Flachgau haben 152.319 Menschen ihren Hauptwohnsitz registriert – um 1.063 (0,70 Prozent) mehr.

"Hier ist zu sagen, dass bereits 2018 mehr Menschen von der Landeshauptstadt in den Flachgau zogen (2.588 Personen) als vom Flachgau nach Salzburg (2.070)", weiß der Experte.

Pongau auf Platz drei

Das drittstärkste Wachstum erreichte diesmal der Pongau, der um 389 Personen oder 0,49 Prozent auf 80.570 Einwohner gewachsen ist. Der Pongau wechselt damit mit dem Tennengau – im Jahr zuvor noch Dritter – den Platz. Dort leben aktuell 60.385 Personen (plus 221 Personen bzw. 0,37 Prozent). Der Pinzgau hat 2018 um 220 Personen (0,25 Prozent) auf nun 87.477 Personen zugelegt.

Lungau: niedrigste Bevölkerungszahl seit 35 Jahren

Nur der Lungau hat einen – wenn auch knappen – Bevölkerungsrückgang von 25 Personen oder 0,12 Prozent verbuchen müssen. Aktuell wohnen 20.319 Menschen im Lungau. Eine so niedrige Bevölkerungszahl wurde zuletzt 1984 registriert. "Der Lungau ist auch der einzige Bezirk mit einer negativen Geburtenbilanz – also weniger Geburten als Sterbefälle. Seit 2015 kämpft der Lungau bereits damit", sagt Kurz. "Das erwarten wir auch für das ganze Land Salzburg – aber erst in 15 Jahren." 

"In 15 Jahren wird für das gesamte Bundesland Salzburg eine negative Geburtenbilanz prognostiziert", sagt Peter Kurz. "Es werden also mehr Menschen sterben als zur Welt kommen."

Grund dafür sind die geburtenstarken Jahrgänge in den 60ern.

Ergebnisse zur Bevölkerungswanderung folgen

Endgültige Ergebnisse zur Bevölkerungszahl sowie Ergebnisse zu den Wanderungen werden voraussichtlich im Juni veröffentlicht werden.

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