"Ich spiele Fußball seit ich laufen kann"
Laakirchner Fußballtalent Pesendorfer in den USA

Foto: Privat

Die Laakirchner Fußballerin Christina Pesendorfer sicherte sich ein Stipendium an der Fresno Pacific University in den USA und arbeitet weiterhin an ihrer Fußballkarriere. 

LAAKIRCHEN, KALIFORNIEN. Die 19-jährige Fußballerin Christina Pesendorfer wurde am 15. August 2002 in Gmunden geboren und lebte vor ihrer Auswanderung in die USA in Lindach. Schon seitdem sie laufen kann spielt sie Fußball. Beim SV Promot Roitham und FC Union Kleinmünchen bewies sie ihr Fußballtalent. Nebenbei besuchte Pesendorfer die Hauptschule in Laakirchen und absolvierte anschließen am BORG Linz die Matura. Als Studentin besucht sie nun die Fresno Pacific University in Kalifornien. 

BezirksRundschau: Wieso und in welchem Alter hast du mit Fußball angefangen? War es schon immer klar, dass Fußball deine Leidenschaft ist?
Pesendorfer: Ich spiele Fußball eigentlich seitdem ich laufen kann. Ich bin mit Buben aufgewachsen, die alle älter sind als ich und habe daher sehr früh mit dem Fußball spielen begonnen. Ich hatte als Kind zwei Leidenschaften: die eine war das Fußballspielen und die andere war die Leichtathletik. Ich musste mich irgendwann für eine Sportart entscheiden und habe mich im Endeffekt für den Fußball entschieden. Die Entscheidung ist mir damals nicht leichtgefallen, weil mir beides großen Spaß bereitet hat.

Was waren deine Erfahrungen im Fußball als Mädchen?
Ich hatte immer nur sehr positive Erfahrungen gemacht als Mädchen in einem Bubensport zu spielen. Ich wurde von allen in meiner Mannschaft respektiert und wurde auch von meinem Trainer nicht anders behandelt als die Jungs. Natürlich gab es mal ein paar herablassende Sprüche von Gegnern, aber das habe ich nie an mich herangelassen.

In welchem Verein startete deine Fußball-Laufbahn? Wie war die Zeit in diesem Verein?
Ich habe meine Laufbahn beim SV Promot Roitham gestartet und ich blicke gerne auf diese Zeit zurück, weil sie mich zu der Fußballspielerin gemacht hat, die ich jetzt bin. Ich hatte immer großen Rückhalt von meinen Trainern und wurde immer sehr gefördert. Alle meine Nachbarn, durch die ich zum Fußballspielen gekommen bin, haben zu dieser Zeit in Roitham gespielt und es war auch der Verein, der am nächsten zu meinem Heimatort war.

In welchen Fußballvereinen warst du in Österreich Spielerin? Bitte beschreibe deinen "Fußball-Werdegang“.
Ich habe mit fünf Jahren beim SV Promot Roitham das Fußballspielen begonnen und habe dort die ersten neun Jahre meiner Fußballkarriere verbracht.  Als es dann Zeit wurde in eine weiterbildende Schule zu gehen und ich mich dann für den Leistungssportzweig im BORG Linz entschieden und im Frauenfußballzentrum Oberösterreich angefangen habe, war es klar, dass ich auch bei einem Verein in Linz spielen möchte. Union Kleinmünchen war der Partnerverein dieser Akademie, also hat es sich für mich angeboten dort anzufangen.

War die Zeit beim FC Union Kleinmünchen eine prägende Zeit für dich, an die du jetzt manchmal zurück denkst?
Die Zeit bei der Union Kleinmünchen war auf jeden Fall eine prägende Zeit. Nicht nur im fußballerischen Bereich, auch im persönlichen. Ich hatte in den fünf Jahren dort mit einigen Verletzungen zu kämpfen, wobei eine davon ziemlich schwerwiegend war und meinen Willen Fußball zu spielen sehr auf die Probe gestellt hat. Ich durfte dort in der höchsten Spielklasse in Österreich Erfahrungen sammeln und mein Talent unter Beweis stellen. Ich denke gerne daran zurück, vor allem weil ich viele Freunde durch diesen Verein kennengelernt habe.

Wie bist du auf die Idee gekommen auszuwandern?
Es war immer mein Traum, einmal im Ausland zur Schule zu gehen oder zu studieren. Als ich mich dann mehr mit diesem Thema befasst habe, ist für mich die Entscheidung festgestanden, dass ich in den USA studieren und Fußball spielen möchte.

Warum bist genau nach Amerika ausgewandert? Wie würdest du Fußball in Amerika beschreiben?
Für mich war es immer klar, dass ich nach der Matura von Zuhause ausziehen möchte und wo anders studieren möchte und da hat sich mein Traum in den USA zu studieren sehr gut angeboten. Ich wollte in der Oberstufe schon einmal ein Auslandssemester machen, aber das war leider zeitlich nicht möglich. Hier in den USA kann man das Studium perfekt mit dem Sport verbinden, weil man an der Uni selbst seinen Sport betreibt. Der Fußball in den Staaten ist sehr auf das Körperspiel ausgelegt und nochmal um einiges schneller als in Europa. Dafür legen wir in Europa mehr Wert auf das technische und taktische Spiel.

Wo genau Amerika lebst du und an welcher Universität studierst du? Hast du ein Stipendium?

Ich lebe ziemlich im Zentrum von Kalifornien in Fresno. Ich habe mich für den Studiengang Business Management an der Fresno Pacific University entschieden. Ich habe hier ein Stipendium. Ohne wäre es kaum leistbar hier zu studieren. Die Universität an der ich aktuell studiere würde im Jahr nämlich 45.000 US-Dollar kosten.

Spielst du in Amerika auch für einen Fußballverein?
Das System hier ist wie gesagt etwas anders, weil man hier nicht bei einem Fußballverein spielt, sondern an seiner Uni selbst. Die Ligen bestehen rein aus Universitätsmannschaften.

Hast du ein Vorbild aus der US-Frauen-Nationalmannschaft?
Ich habe nicht wirklich ein Vorbild aus der US-Nationalmannschaft. Es gibt einige Spielerinnen, die ich sehr gerne mag, weil sie wichtige Botschaften durch ihre Reichweite übermitteln.

Was würdest du dir für Frauenfußball in Österreich noch wünschen?

Ich wünsche mir für den österreichischen Frauenfußball, dass er noch mehr Beachtung geschenkt bekommt und dadurch der Unterschied zu den Männern verkleinert wird.

Wie lange willst du in Amerika bleiben und was sind deine Wünsche und Ziele, die du dort erreichen willst?
Der Plan ist nach vier Jahren meinen Bachelor abzuschließen und viele Erfahrungen zu sammeln. Für mich geht es hauptsächlich darum auf und neben dem Platz Erfahrungen zu sammeln, die mir im Leben weiterhelfen können.

Wie siehst du deine Zukunft hinsichtlich Fußball verlaufen? Was wünschst du dir?
Einer meiner größten Wünsche im Fußball ist es verletzungsfrei zu bleiben. Ich habe mir mit meiner Auswanderung nach Amerika meinen Traum im Ausland zu spielen erfüllt und lasse es auf mich zukommen, was noch geschieht in meiner Karriere.

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Foto: Aaron Perry
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