Leserbrief von Karl Schirl
"Spaziergang" in Gmunden – es ist zum Heulen

Lesermeinung zum "Spaziergang", der am Montagabend in Gmunden stattgefunden hat.
  • Lesermeinung zum "Spaziergang", der am Montagabend in Gmunden stattgefunden hat.
  • Foto: Facebook/Krapf
  • hochgeladen von Philipp Gratzer

Es ist zum Heulen, wenn man die Bilder von Montagabend vom „Spaziergang“ in Gmunden sieht. Da marschieren etwa sechshundert Leute durch Gmunden, skandieren „Kurz muss weg!“ und freuen sich, dass die „Gmundner Fetznschädel“ eine Begegnungszone errichtet haben und sie sich so frei bewegen können. Dies war keine Begegnung, sondern ein „Marsch“. Es erinnert mich stark an deutschnationale Veranstaltungen und Kundgebungen, wie sie in Gmunden bereits ab 1923 (!) - und dann immer wieder - stattgefunden haben. Wohin das geführt hat, ist hoffentlich nicht vergessen worden. Zufällig hat in der Sendung „Oberösterreich heute“ Herbert Kickl als Jahresmotto „Kurz muss weg!“ ausgerufen. Wer hier keinen Zusammenhang zu diesen „Spaziergängen“ sieht , muss wohl blind sein. In diesen nicht leichten Zeiten (manche vergleichen sie mit den unmittelbaren Nachkriegsjahren) sollte man zusammenstehen, um diese Gesundheits- und Wirtschaftskrise zu bewältigen – egal welcher Partei man angehört. Ganz zu schweigen von der menschenverachtenden Einstellung den schwer an Covid-Erkrankten gegenüber oder dem total an die Grenze der Belastbarkeit gehenden Pflegepersonal. Erst vor einigen Tagen hatte ich Gelegenheit mit einem Nachbarn zu sprechen, der zwei Wochen mit einer schweren Covid-Erkrankung im Gmundner Krankenhaus lag. Er möchte allen, die die Krankheit anzweifeln, in die Covid-Station von Gmunden führen, um zu zeigen, was die Krankheit bedeutet und was das Personal dort leistet.
Als Gmundner Bürger hoffe ich, dass die meisten der „Spaziergänger“ nicht aus Gmunden, sondern herangekarrte Demonstranten waren. Da stelle ich mir aber die Frage: Kann man nicht feststellen, woher die kommen? Weshalb können sie beim Lockdown in Bussen anreisen? Es bleibt mir nur mein Optimismus und die Hoffnung: Der Zusammenhalt in der Bevölkerung wird so groß sein, dass es viele Impfwillige gibt, damit diese schrecklichen Zeiten ein Ende finden und die Vernunft siegen wird. Denn ich glaube immer noch daran, dass der Mensch ein „vernunftbegabtes“ Wesen ist.

Ein Leserbrief von Karl Schirl, Gmunden

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