Energie und Mobilität
Schweden und Oberösterreich: "Zwei Powerregionen trafen sich"

Wirtschafts-Landesrat Markus Achleitner mit Verkehrs-Landesrat Günther Steinkellner vor einem selbst fahrenden Bus in Stockholm (Stadtteil Barkaby).
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  • Wirtschafts-Landesrat Markus Achleitner mit Verkehrs-Landesrat Günther Steinkellner vor einem selbst fahrenden Bus in Stockholm (Stadtteil Barkaby).
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OÖ., SCHWEDEN. Schweden gilt in Europa als eines der innovativsten Länder, was erneuerbare Energie und Mobilitäts-Innovationen betrifft. Um den Weg Schwedens zu 100 Prozent erneuerbaren Energien bis 2040 aus nächster Nähe zu beobachten und mehr zu Themen wie E-Mobilität und Wasserstoff sowie Biomasse in Schweden und mögliche gleichartige Umsetzungen in Oberösterreich zu lernen, fand eine Energie- und Mobilitätsreise mit Wirtschafts-, Energie- und Forschungs-Landesrat Markus Achleitner sowie Infrastruktur-Landesrat Günther Steinkellner nach Schweden (Göteborg und Stockholm) statt. Organisiert wurde die Reise vom Cleantech-Cluster (CTC) der oö. Standortagentur Business Upper Austria.

Ab 2030 kein Auto mit Verbrennungsmotor

Schweden will die Stromerzeugung bis 2040 vollständig auf erneuerbare Energien umstellen. Schon jetzt stammt mehr als die Hälfte des jährlich erzeugten Stroms aus erneuerbaren Quellen, an erster Stelle mit mehr als 40 Prozent steht dabei die Wasserkraft. Bis 2045 will Schweden die Nettoemissionen von Treibhausgasen auf null senken. In ihrer Roadmap zum Ausbau der "fossilfreien" Produktion haben nicht weniger als neun Branchen konkrete Vorschläge entwickelt. Außerdem will Schweden schon 2030 kein Fahrzeug mit Verbrennungsmotor mehr zulassen und investiert in den öffentlichen Verkehr.

Göteborg: Geringste Arbeitslosigkeit des Landes

Göteborg hat sich in den letzten Jahren enorm gewandelt. "Das ist hier der Vorhof der Hölle", sagte die damalige schwedische Umwelt und Energieministerin Rut Birgitta Dahl im Jahr 1987 über die Stadt. Die Göteborger gingen konsequent gegen Umwelt- und Arbeitsmarktprobleme vor. Heute hat die Stadt mit 5,7 Prozent die geringste Arbeitslosigkeit des Landes. Die Stadt wächst und wächst, es entstanden 146.000 neue Jobs. Die Business Region Göteborg tut das ihre – sie will mit Kontakten und Netwerken in der gesamten Region günsteige Bedingungen für Industrie und Handel schaffen. Die Wirtschaftsregion Göteborg ist für die Geschäftsentwicklung in der Stadt verantwortlich und vertritt 13 Gemeinden in der Region. Die Business Region Göteborg ist vergleichbar mit der oberösterreichischen "Business Upper Austria"-Standortagentur. "Die Ansätze sind sehr vergleichbar", stellt der Wirtschafts-Landesrat fest. Achleitner setzt künftig noch mehr auf die Vernetzung von Forschung und Wirtschaftsstandort sowie die Digitalisierung. Ulf Landin, Director für International Relations bei der Business Region Göteborg, stellt fest: "Wir haben 82 Prozent Glasfaserabdeckung!".
Das Treffen mit der Göteborger Standortagentur trug wichtige Früchte. 2020 sind oberösterreichische Automobil-Zulieferer zu einer Konferenz in Göteborg eingeladen. Eine gute Möglichkeit, um mit der schwedischen Automobilindustrie Kontakte zu knüpfen. "Da sind nicht nur die 'big player' wie die Miba, sondern auch Klein- und Mittelständische Betriebe, dabei", freut sich Achleitner.

SKF hat Standort in Steyr

Neben einem Besuch bei Volvo Cars in Göteborg besichtigte die Delegation den Technologieanbieter SKF. Das Unternehmen beschäftigt weltweit in 130 Ländern 46.039 Mitarbeiter. Ein Standort ist im oberösterreichischen Steyr beheimatet. 1.080 Mitarbeiter beschäftigt das Unternehmen, das von SKF 1988 übernommen wurde, in Steyr. 40 davon sind in der Forschung und Entwicklung tätig. Der Umsatz betrug im Vorjahr 404 Millionen Euro. Der Standort in Steyr hat eine führende Rolle im Bereich der Keramik-Wälzlager übernommen.

Autonome Fahrzeuge werden Realität

In Göteborg fahren bereits Linienbusse mit Batterien – derzeit sind 60 elektrische Busse unterwegs, bis 2020 sollen es 220 werden. "Unser Ziel ist es, dass bis 2030 der gesamte öffentliche Stadtverkehr über elektrische Busse abgewickelt werden soll. Autonome Busse werden das Netz nicht zu 100 Prozent abdecken können, werden aber für bestimmte Strecken eingesetzt werden", so Per Österström, Manager bei der Business Region Göteborg und als Abteilungsleiter für die Bereiche Automotive und Transport zuständig. Von autonomen Bussen konnte sich die Delegation gleich in Stockholm, im Stadtteil Barkaby, überzeugen. Hier sind drei Test-Fahrzeuge im völlig neu entstehenden Stockholmer Stadtteil im Einsatz. Landesrat Steinkellner sieht die Zukunft für Österreich so: "Die Hauptlast des öffentlichen Verkehrs wird die Schiene tragen. Hier werden Menschen in den Zentralraum gebracht, danach können sie in autonomen Bussen weiterfahren. Man muss aber hier immer die Vorlauf- und Lieferzeit der Fahrzeuge bedenken. Das heißt, die Entscheidung, mit welchen Bussen wir etwa in Linz künftig fahren, muss schnell getroffen werden."

Oberösterreich auf bestem Weg

Beide Politiker waren sich einig, dass Oberösterreich bereits auf einem guten Weg ist und es einige Projekte oder Einrichtungen gibt, die mit schwedischen vergleichbar sind. Welcher Fahrzeug-Antrieb  – Elektromobilität, E-Fuels oder Wasserstoff – die größte Zukunft haben wird, war für alle mitreisenden Experten nicht zu beantworten – wahrscheinlich werden es alle Antriebsarten parallel werden. Achleitner stellt dazu aber fest: "Die Energie- und Mobilitätswende ist ein Wertschöpfungsturbo für Oberösterreich. Wir müssen aber die richtigen Maßnahmen setzen. Wichtig ist, dass die Maßnahmen auf Basis von Wirtschafts- und Sozialverträglichkeit gesetzt werden. Bei der Elektromobilität dürfen wir auch die Energieerzeugung nicht außer acht lassen."

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