Gesundheitsvorsorge ist keine Frage des Alters

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SCHÄRDING. Krebserkrankungen in der Familie und Risikofaktoren, die unbedingt im Auge behalten werden sollen: Die BezirksRundschau hat Thomas Bamberger, Leiter der Abteilung für Innere Medizin am Landeskrankenhaus Schärding gefragt, wann Vorsorge Sinn macht. 

Herr Bamberger, warum ist Vorsorge schon in jungen Jahren wichtig?
Eine Früherkennung von Risikofaktoren durch den Hausarzt kann durch Einleitung von Lebensstiländerungen, wie beispielsweise Gewichtsabnahme bei Übergewicht, mehr Bewegung, Nikotinkarenz, gefährliche Folgeerkrankungen wie Artherosklerose, Herzkreislauferkrankungen, Diabetes und Fettlebererkrankung verhindern. Eine Anleitung zu vermehrter und richtiger Bewegung kann Folgeerkrankungen für Gelenke und Wirbelsäule vermeiden oder zumindest verzögern.

Welche Vorsorgeuntersuchungen sollten deshalb schon jung gemacht werden?
Liegen Risikofaktoren vor, wie etwa Übergewicht – also ein Bodymassindex über 30 – ist ein frühzeitiges Erfassen dieser Faktoren sinnvoll. Denn sie können Herzkreislauferkrankungen, Diabetes und Fettleber auslösen. Dabei sollen vom Hausarzt Blutdruck, Blutfette (Cholesterin) und Leberwerte sowie Blutzucker in regelmäßigen Abständen kontrolliert werden. Ebenfalls ist es wichtig, auf die Zahngesundheit zu achten. Das Vermeiden von Parodontal-Erkrankungen kann ebenfalls präventiv für Gefäßerkrankungen sein.
Bei starker Sonnenexposition ist eine regelmäßige Untersuchung bei Dermatologen zur Früherkennung von Hautkrebs wichtig.
Bei Häufung von Krebserkrankungen innerhalb der Familie ist das Krebsrisiko erhöht und Krebsvorsorgeuntersuchungen sollten daher in diesem Fall individuell mit dem Arzt besprochen und früher begonnen werden – zumindest 5 Jahre früher als der jüngste Erkrankungsfall der Familie.

Auf welche ganz wichtigen Vorsorgeuntersuchungen sollte niemand vergessen – ganz egal welches Alter?
Brustkrebs-Früherkennung für alle Frauen im Alter zwischen 45 und 69 Jahren. Darmkrebsvorsorge mit Darmspiegelung für alle über 50 Jahre.

Thomas Bamberger, Leiter der Abteilung für Innere Medizin am Landeskrankenhaus Schärding.

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