Interview
"Ein mulmiges Gefühl stellt sich schon ein"

Bürgermeister Franz Angerer.
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  • Bürgermeister Franz Angerer.
  • Foto: Stadtgemeinde Schärding
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Die Stadtgemeinde steht still. Die Folgen der Corona-Krise werden tiefe Spuren hinterlassen.

SCHÄRDING (ebd). Im Interview spricht Stadtchef Franz Angerer über die Folgen der Krise für den Tourismus, ob er dadurch Schärdings Budget in Gefahr sieht und weshalb auch er ein mulmiges Gefühl hat.

Herr Angerer, das Stadtamt musste schließen. Wie geht's da jetzt weiter?
Angerer:
Die Arbeiten amtsintern werden ohne Parteienverkehr in gewohnter Weise erfolgen. Unsere Mitarbeiter werden das Rathaus nur mehr über den rückwärtigen Eingang betreten und verlassen. Gleichzeitig wurden für alle Abteilungen mobile elektronische Arbeitsplätze eingerichtet, die Mitarbeiter mit Mobiltelefonen ausgestattet, damit jederzeit auch von außerhalb alle notwendigen Bürgeranliegen und Tätigkeiten durchgeführt werden können.

Und wie sieht es mit Bauhof und Co. aus?
Neben dem Betrieb im Rathaus ist er auch im Bauhof weiterhin ausreichend gegeben. Ebenso wurden Vorbereitungen für Wechseldienste in den Bereichen Sicherheitswache, Wasserwerk und Bauhof getroffen. Die Grundversorgung der notwendigen Biosäcke und Gelben Säcke wird über eine vorbereitete Ausgabestelle vor dem Rathaus sichergestellt sein. Es steht für mich als Bürgermeister die Sicherheit aller Bürger sowie der Schutz aller Mitarbeiter an oberster Stelle.

Schärding ist Tourismus-Stadt und hat ohnehin mit dem Umbruch beim Tourismusverband zu kämpfen. Nun mussten neben den Geschäften auch Lokale schließen. Was bedeutet das in Zukunft für die Barockstadt?

Hier eine fundierte Auskunft oder einen Ausblick zu geben, ist zum jetzigen Zeitpunkt unmöglich. Es wird auf alle Fälle der gesamte Tourismusbetrieb darunter leiden und in Mitleidenschaft gezogen werden.

Bleibt die schwarze Null im Budget dann bestehen?
Es geht um Menschenleben und um unsere Gesundheit, das hat eindeutige Priorität. Da kümmert mich eine schwarze Null im Budget herzlich wenig.

Wie sehr haben Sie eigentlich persönlich Ihr tägliches Verhalten geändert – wenn überhaupt?
Selbstverständlich habe ich mein Verhalten geändert, alles andere wäre dumm und verantwortungslos. Die Änderungen beginnen beim regelmäßigen, gründlichen Händewaschen und setzen sich fort zum Vermeiden des Händeschüttelns und aller nicht wichtigen Außenkontakte. So schwer das auch fallen mag.

Setzt Ihnen so ein Ausnahmezustand persönlich zu?
Ich bemühe mich, überlegt und professionell mit der Sache umzugehen. Dass aufgrund der Entwicklungen sich auch bei mir ein mulmiges Gefühl einstellt, ist klar. Ich kann nur dringend an alle appellieren, die Sache wirklich ernst zu nehmen und die von der Regierung vorgegebenen Verhaltensregeln einzuhalten. Es kommen auch wieder Tage, wo gemeinsames Feiern, Plaudern, Trinken angesagt ist, jetzt ist jedenfalls nicht der Zeitpunkt dafür.

Wie würden Sie persönlich eigentlich eine Quarantäne überbrücken?
Fad würde mir bestimmt nicht werden. Fernsehen, Zeitungen lesen, Bücher lesen, im Internet recherchieren und die eine oder andere Runde im Garten drehen sind schon Beschäftigungen, die realistisch sind. Und dann gibt es im Keller ein paar Kisten und Schachteln mit alten Unterlagen, die eigentlich schon lange darauf warten, sortiert zu werden.

Bürgermeister Franz Angerer.
Bürgermeister Franz Angerer.
Autor:

David Ebner aus Schärding

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