Stans
Übergabe nach 23 Jahre Politik
- hochgeladen von Dietmar Walpoth
STANS. 23 Jahre durfte ich in der Stanser Gemeindepolitik mitarbeiten
Mit 30. September 2026 endet für Bürgermeister Michael Huber nach fast 23 Jahre Gemeindepolitik seine Amtszeit.
Wenn Sie auf fast 23 Jahre Gemeindepolitik zurückblicken, was überwiegt?
Vor allem Dankbarkeit. Ich durfte fast 23 Jahre die Entwicklung unserer Gemeinde mitgestalten, davon sechs Jahre als Vizebürgermeister und sechzehneinhalb Jahre als Bürgermeister. Besonders dankbar bin ich den Bürger:Innen für ihr Vertrauen und den Gemeinderäten, mit denen ich zusammenarbeiten durfte.
Was war Ihnen immer besonders wichtig?
Mir war es wichtig, aus den Gemeinderäten ein Team zu formen. Parteipolitik oder Einzelinteressen durften nie im Vordergrund stehen.
Was waren die größten Highlights Ihrer Amtszeit?
Ein wichtiger Schritt war der Ankauf zentraler Gebäude und Grundstücke wie dem Steinhaus, dem Schleckergeschäft und dem Jaklhaus. Dadurch konnten wir die Grundlage für viele spätere Entwicklungen schaffen. Ein besonderes Herzensprojekt war sicher das Motto „Dem Dorf eine Mitte geben“. Mit dem Dorfplatz und der Ansiedlung des Nahversorgers M-Preis ist es gelungen, das Zentrum nachhaltig aufzuwerten und einen echten Treffpunkt für die Bevölkerung zu schaffen. Wir konnten auch zahlreiche wichtige Projekte umsetzen. Die Sanierung des Hochbehälters war ein wesentlicher Schritt für die Versorgungssicherheit. Es folgten die neue Straße in Schlagturn, die Verbreiterung der Straße Am Rain sowie die Sanierung und Erweiterung des Gemeindehauses. Besonders sichtbar sind natürlich die Kinderwelt, der neue Bauhof sowie das Vereine-und Gemeindezentrum geworden. Diese Projekte prägen das Ortsbild und werden Generationen von Stanerinnen und Stanern nutzen.
Auch das Vereinsleben hat stark profitiert.
Vereine sind das Rückgrat unseres Dorflebens. Deshalb war es mir wichtig, ihnen zeitgemäße Räumlichkeiten zur Verfügung zu stellen. Die Musikkapelle erhielt einen neuen Proberaum, die Feuerwehr ein modernes Zuhause, die Schützenkompanie ein neues Vereinsheim und gemeinsam mit der Schützengilde einen modernen Schießstand.
Miteinander der Generationen und Bereich Soziales?
Die Einführung der Tages- und Nachmittagsbetreuung war ein wichtiger Schritt für Familien und berufstätige Eltern. Gleichzeitig müssen wir auch für unsere ältere Generation gute Rahmenbedingungen schaffen. Die Sicherung der ärztlichen Versorgung, unsere Nahversorger sowie der Ausbau der Pflege- und Betreuungsangebote waren deshalb zentrale Anliegen meiner Arbeit. Im Bereich Soziales konnte die Anzahl der Altenheimbetten von ursprünglich acht auf rund 25 erhöht werden und mit dem betreuten Wohnen wurden weitere wichtige Schritte gesetzt.
Die wirtschaftliche Entwicklung von Stans war ja ebenfalls bemerkenswert.
Ja, und darauf bin ich sehr stolz. Zahlreiche Unternehmen haben sich in Stans angesiedelt oder ihren Standort erweitert. Unternehmen wie Dessl Maschinenbau, Leitinger, Ledermair, Kuhn, Dachser, Power-Up, Smirk Bike und zuletzt Zugvogl haben zur positiven Entwicklung beigetragen. Dazu kamen das Wachstum bestehender Betriebe wie Darbo und Tyrolit. Die Kommunalsteuereinnahmen von mittlerweile ca. zwei Millionen Euro jährlich zeigen, dass wir hier den richtigen Weg eingeschlagen haben. Diese Einnahmen ermöglichen viele Investitionen, die letztlich allen Bürgerinnen und Bürgern zugutekommen.
Thema Wohnen war ihnen besonders wichtig?
Ja, dass junge Menschen auch in ihrer Heimatgemeinde eine Zukunft haben. Deshalb haben wir die Schaffung von leistbarem Wohnraum konsequent vorangetrieben. Insgesamt konnten bereits 62 Wohneinheiten entstehen. Mit dem Ankauf der ehemaligen Bahntrasse wurden zudem wichtige Flächen für zukünftige Entwicklungen gesichert. Auch die Ansiedlung einer Zahnarzt-Kassenstelle wurde noch auf den Weg gebracht, was die Versorgung im Ort weiter verbessern wird.
Gibt es ein Projekt, das Ihnen besonders ans Herz gewachsen ist?
Wenn ich eines nennen müsste, dann wahrscheinlich das Vereine- und Gemeindezentrum mit dem Veranstaltungssaal. Dort kommen Menschen zusammen, dort wird Gemeinschaft gelebt. Das steht sinnbildlich für das, was mir immer wichtig war: einen Ort zu schaffen, an dem sich die Menschen begegnen und das Dorfleben aktiv gestalten können.
Mit welchem Gefühl verlassen Sie das Bürgermeisteramt?
Mit Dankbarkeit, Stolz und auch etwas Demut. Was in den vergangenen Jahren erreicht wurde, war immer eine Gemeinschaftsleistung. Ohne die Unterstützung der Bevölkerung, der Gemeinderäte, der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Gemeinde und vieler engagierter Menschen im Dorf wäre all das nicht möglich gewesen. Ich durfte Bürgermeister meiner Heimatgemeinde sein. Dafür bin ich von Herzen dankbar. Das Bürgermeisteramt war für mich nie ein Beruf, sondern eine Aufgabe für die Gemeinschaft. Ich durfte dieses Amt mit großer Dankbarkeit und Demut ausüben. Mein besonderer Dank gilt auch meiner Frau und meiner Familie. Die Ausübung dieses Amtes war mit vielen Terminen, Sitzungen und Verpflichtungen verbunden, wodurch oft weniger Zeit für gemeinsame Momente blieb. Ohne ihren Rückhalt, ihr Verständnis und ihre Unterstützung wäre dieses langjährige Engagement nicht möglich gewesen. Ich wünsche allen Staner:Innen für die Zukunft Gesundheit, Zusammenhalt und weiterhin eine erfolgreiche Entwicklung.
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