Teurer Spaß
Spritkosten: Monatshöchswert in Tirol im September

Der Treibstoffpreis steigt immer weiter. Der Medianpreis in Tirol lag im September am höchsten.  | Foto: unsplash
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Mit durchschnittlich 2,25 Euro erreichte in Tirol der Diesel-Medianpreis im September in einen neuen Monatshöchstwert, so eine VCÖ-Analyse auf Basis von Daten der E-Control. Eurosuper war mit durchschnittlich 1,97 Euro günstiger als Diesel. Mit einem Verbrauch von sieben Litern Diesel lagen die Spritkosten im September bei 15,80 Euro pro 100 Kilometer, bei einem Verbrauch von fünf Litern waren sie mit 11,30 Euro um 4,50 Euro pro 100 Kilometer niedriger.

TIROL (red). Angesichts des sinkenden Treibstoffangebots am Weltmarkt sind Maßnahmen zur Reduktion des Spritverbrauchs das politische Gebot der Stunde. Der VCÖ fordert ein temporär niedrigeres Tempolimit, eine Kampagne für ein spritsparendes Fahr- und Mobilitätsverhalten, einen 20% Rabatt auf Klimatickets und appelliert an die Unternehmen, ihre Beschäftigten zu unterstützen, mit Öffi-Jobtickets, Jobrädern oder bei der Bildung von Fahrgemeinschaften.

Die Krise im Nahen Osten und der weiterhin hohe Treibstoffverbrauch treiben die Spritkosten in die Höhe. Nach durchschnittlich 2,05 Euro für einen Liter Diesel im August kletterte der Dieselpreis in Tirol im September auf durchschnittlich 2,25 Euro, wie eine Analyse des VCÖ auf Basis von Daten der E-Control zeigt. Bei Benzin waren es nach durchschnittlich 1,82 Euro im August jetzt im September 1,97 Euro. "Unfähigkeit oder Unwillen der Kriegsparteien im Nahen Osten verursachen eine Verknappung des Angebots und treiben damit die Erdöl- und Spritpreise in die Höhe. Wir in Österreich haben keine Möglichkeit, das Angebot an Treibstoffen zu erhöhen. Wir haben aber Einfluss auf unsere Nachfrage und auch die Fähigkeit, den Spritverbrauch deutlich zu reduzieren", sieht VCÖ-Expertin Klara Maria Schenk die Politik gefordert, endlich Maßnahmen zur Reduktion des Treibstoffverbrauchs zu setzen.

Je nach Verbrauch der Fahrzeuge fallen die Spritkosten unterschiedlich aus. Bei einem Verbrauch von acht Litern betrugen die Spritkosten pro 100 Kilometer im September für Diesel-Pkw 18 Euro und für Benziner 15,80 Euro. Bei einem Verbrauch von sechs Litern waren die Kosten pro 100 Kilometer bei Diesel-Pkw um rund 4,50 Euro niedriger und bei Benzin-Pkw um vier Euro niedriger, informiert der VCÖ. Wäre das von Autoherstellern bereits in den 1990er Jahren versprochene 3-Liter Auto heute 30 Jahre danach der Durchschnitt, würden die Spritkosten pro 100 Kilometer bei Diesel-Pkw nur 6,80 Euro betragen und bei Benzin-Pkw nur 5,90 Euro. "Dass die Hersteller in den vergangenen 20 Jahren größere, breitere und übermotorisierte Modelle forcierten - Stichwort SUV-Boom - kommt der Bevölkerung heute teuer. Der reale Verbrauch der Diesel-Pkw von Österreichs Haushalten ist in den vergangenen 20 Jahren um nur einen halben Liter pro 100 Kilometer gesunken", stellt VCÖ-Expertin Klara Maria Schenk fest.

Rasch wirksam und umsetzbar sind niedrigere Tempolimits. Tempolimit 90 statt 100 auf Freilandstraßen und Tempo 120 statt 130 auf Autobahnen reduzieren laut Umweltbundesamt den Spritverbrauch um rund 110 Millionen Liter pro Jahr. Das sind etwas mehr als neun Millionen Liter pro Monat, was die Spritkosten in Summe um rund 19 Millionen Euro reduziert. Tempolimit 80 auf Freilandstraßen und Tempo 100 auf Autobahnen und Schnellstraßen bringen laut Umweltbundesamt eine Reduktion des Verbrauchs um rund 22 Millionen Liter pro Monat und damit eine monatliche Spritkostenersparnis von insgesamt 46 Millionen Euro. "Das ist viel Geld. Zusätzlich sinkt die Lärm- und Abgasbelastung, die Verkehrssicherheit steigt und weniger Geld fließt für Erdölimporte von Österreich ins Ausland", betont VCÖ-Expertin Klara Maria Schenk.

Zudem fordert der VCÖ einen zeitlich begrenzten 20-Prozent-Rabatt auf das österreichweite und die regionalen Klimatickets, als Anreiz für den Umstieg vom Auto auf den Öffentlichen Verkehr oder auf Park & Ride. Und der VCÖ appelliert an die Unternehmen, ihre Beschäftigten mit steuerbegünstigten Öffi-Jobtickets oder Jobrädern zu unterstützen sowie mit Apps, die das Bilden von Fahrgemeinschaften erleichtern.

Auch mit einer Bewusstseinskampagne für ein spritsparendes Fahr- und Mobilitätsverhalten kann die Regierung dazu beitragen, den Spritverbrauch in Österreich zu reduzieren und damit die Versorgungssicherheit zu verbessern. Wichtig dafür ist auch, den Anteil der Elektrofahrzeuge rascher zu erhöhen. In Dänemark sind 80 Prozent der Neuwagen Elektroautos, in Österreich nur 25 Prozent. Rund zwei Drittel aller Neuwagen werden auf Firmen oder andere juristische Personen zugelassen. Die steuerlichen Begünstigungen für Firmenwagen mit Verbrennungsmotor sind sukzessive zu beenden.

Selbst kann man durch spritsparendes Fahren den Verbrauch reduzieren. Spritsparend fahren heißt, langsamer und vorausschauend fahren. Damit kann frühzeitig der Fuß vom Gaspedal genommen und gleichmäßiger gefahren werden. Beim Beschleunigen ist der Verbrauch am höchsten. Stop-and-go bedeutet entsprechend mehr Verbrauch. Weiters spart niedertouriges Fahren Sprit, daher rasch in den nächsthöheren Gang schalten. Spritfresser wie Dachboxen oder eine zu stark eingestellte Klimaanlage vermeiden und auf den richtigen Reifendruck achten. Und: Den Motor nicht am Stand laufen lassen.

VCÖ: Spritpreise erreichten im September neuen Monatshöchstwert (Durchschnitt Medianpreis für 1 Liter Benzin, in Klammer für Diesel in Tirol)

  • September 2026: 1,97 Euro (2,25 Euro)
  • August 2026: 1,821 Euro (2,055 Euro)
  • Juli 2026: 1,839 Euro (1,947 Euro)
  • Juni 2026: 1,732 Euro (1,819 Euro)
  • Mai 2026: 1,842 Euro (1,963 Euro)
  • April 2026: 1,760 Euro (2,119 Euro)
  • März 2026: 1,795 Euro (2,020 Euro)
  • Februar 2026: 1,553 Euro (1,594 Euro)
  • Jänner 2026: 1,527 Euro (1,551Euro)

VCÖ: Geringerer Verbrauch reduziert die Spritkosten stark (Spritkosten pro 100 Kilometer bei Literpreis von 2,25 Euro, in Klammer von 1,97 Euro)

  • 8 Liter pro 100 km: 18,0 Euro pro 100 km (15,8 Euro)
  • 7 Liter pro 100 km: 15,8 Euro pro 100 km (13,8 Euro)
  • 6 Liter pro 100 km: 13,5 Euro pro 100 km (11,8 Euro)
  • 5 Liter pro 100 km: 11,3 Euro pro 100 km (9,8 Euro)
  • 4 Liter pro 100 km: 9,0 Euro pro 100 km (7,8 Euro)
  • 3 Liter pro 100 km: 6,8 Euro pro 100 km (5,9 Euro)

Quelle: VCÖ 2026

Tirol hatte die höchsten Spritpreise Österreichs
AK Tirol fordert rasche Entlastung für Haushalte
Diesel um 2,184 und Super um 1,883 im Unterland
Der Treibstoffpreis steigt immer weiter. Der Medianpreis in Tirol lag im September am höchsten.  | Foto: unsplash
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