Die unsichtbaren Lichterengel der Stadt

Die Lichterengel von Spittal: Christian Eder, René Angermann, Christoph Steinwender, Marcel Warum und Herbert Krobath
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SPITTAL (ven). Vielen ist es vielleicht schon aufgefallen: Die Weihnachtsbeleuchtung in der Spittaler Innenstadt hängt bereits. Abends noch nicht da, hängt sie morgens am Weg zur Arbeit bereits über unseren Köpfen. Doch wer sind die "unsichtbaren Lichterengel", die Jahr für Jahr die Beleuchtung montieren?

Seit 50 Jahren

Die WOCHE machte während der Arbeiten des Teams rund um Elektriker-Profi Herbert Krobath einen Lokalaugenschein. Bei klirrender Kälte und im Dunklen ist das zehnköpfige Team in der Innenstadt mit Hubsteigern in der Innenstadt unterwegs. "Wir dürfen das nun seit 50 Jahren machen", beginnt Krobath, der dick eingepackt in der Arbeitsweste seines Vaters, mit Mütze und Handschuhen die Sache überwacht. "In der Ära meines Vaters machte man das noch mit einfachsten Mitteln. Die ersten Beleuchtungen waren einfache Leuchtschlangen, die man per Holzstehleiter im Zickzack über den Platz und die Straßen spannte." Er selbst ist nun das 31. Jahr für die Weihnachtsbeleuchtung zuständig. Mit Elektro Neunegger, der ebenfalls einen Teil der Montage übernimmt, bildet man eine Bietergemeinschaft. 

Bäume und Schlossfassade

Christian Eder von der Stadtgemeinde ist ebenfalls beim Arbeitstrupp mit dabei. "Von 18 bis 24 Uhr dürfen wir die Innenstadt sperren, wir machen das aber abschnittsweise, damit der Verkehr nicht zu sehr beeinträchtigt wird", so Eder. Insgesamt drei Nachtschichten lang wird in der Innenstadt gewerkelt, zuerst sind die Ortenburgerstraße und das Schloss dran, dann Tiroler Straße und Hauptplatz, zuletzt der Neue Platz. "An die 50 Überspannungen montieren wir, dazu kommen zwei Christbäume vor Schloss und am Neuen Platz sowie am Schloss selbst der Lichtervorhang. Auch das Weihnachtsdorf dürfen wir erleuchten", so Krobath weiter.

80 Prozent weniger Verbrauch

4.500 Meter lang sind die verlegten Anschlussleitungen, 2.600 Meter die Stahldrahtseil-Befestigungen. Befestigungselemente gibt es 3.500 Stück. Die Kabel werden unsichtbar verlegt, überall sind an den Hauswänden versteckte Steckdosen montiert. "Im Park wird es freifliegend über die Bäume gehängt, da geht es nicht anders." Früher gab es Lichtkettenkabel mit wasserfester Fassung, seit 2003 waren Lichtschläuche - zu Figuren geformt - im Einsatz. 64.000 Einzellichtpunkte wurden gezählt. "Seit 2009 haben wir auf LED-Technik umgestellt. Der Stromverbrauch ist dadurch um fast 80 Prozent gesunken!" Die Lichtpunkte sind nun nicht mehr wirklich zählbar. In den letzten Jahren wurden die Anlagen geleast, nun sei der Leasingvertrag ausgelaufen und die Stadtgemeinde hat die Anlagen gekauft. "Hoffentlich halten sie auch lange", schmunzelt Krobath.

Tee und Krapfen

Während des Montierens kommen seine Frau Sigrid und Tochter Antonia mit dem Auto auf den Hauptplatz. "Das ist Tradition. Sie bringen uns Tee und Krapfen", erklärt er. Mit dem Wetter habe man diesmal Glück. "Es ist ein großer Unterschied, ob man trockenes Wetter und Plusgrade hat oder ob es richtig kalt und feucht ist. Das macht die Montage weitaus schwieriger", so Krobath.
Er bedankt sich dabei auch bei seinem Team. "Es ist keine Selbstverständlichkeit, jedes Jahr die Nachtschichten einzulegen und bei der Kälte im Dunklen zu montieren. Die Jungs machen das aber immer mit guter Laune und dafür danke ich ihnen", sagt der Chef.
Nun wird die Stadt von Ende November bis inklusive dem Heiligen-Dreikönigstag im Jänner in helle Weihnachtsstimmung getaucht. 

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