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Neben der Restaurierung und Pflege der historischen Fahrzeuge steht für die Oberkärntner Oldtimertraktoren-Freunde vor allem eines im Mittelpunkt: Gemeinschaft.
Seit vielen Jahren widmen sich die Oberkärntner Oldtimertraktoren-Freunde mit großer Leidenschaft der Erhaltung historischer Traktoren. Was einst als Zusammenschluss von Liebhabern alter Landmaschinen begann, ist heute ein Verein mit rund 100 Mitgliedern aus dem gesamten Oberkärntner Raum – vom Drautal über das Möll- sowie Lieser- und Maltatal bis in die Region Millstätter See und Bad Kleinkirchheim.
OBERKÄRNTEN. Der Verein besteht in seiner heutigen Form seit 2008, seine Wurzeln reichen jedoch noch weiter zurück. Obmann Hans Kapeller ist seit 2013 Mitglied und steht dem Verein seit 2016 vor. Gemeinsam mit seinen Mitgliedern verfolgt er ein klares Ziel: historische Traktoren und landwirtschaftliche Geräte für kommende Generationen zu erhalten. „Es geht tatsächlich um den Erhalt dieser Traktoren, um die Pflege und darum, die Historie zu bewahren und an die heutige Bevölkerung weiterzugeben“, erklärt Kapeller. Viele der Fahrzeuge seien bereits 60 bis 80 Jahre oder sogar noch älter. „Das waren die Gerätschaften, die früher den Bauern geholfen haben. Die wollen wir erhalten – gemeinsam mit den Arbeitsgeräten, die damals dazugehört haben.“
Der Verein zählt derzeit rund 100 Mitglieder im Alter zwischen 22 und 92 Jahren. Nicht alle besitzen einen Oldtimertraktor, dennoch verbindet sie die Begeisterung für historische Landtechnik. Rund zwei Drittel verfügen über einen eigenen Traktor, etwa 20 bis 30 Fahrzeuge nehmen regelmäßig an den gemeinsamen Ausfahrten teil. Diese führen die Mitglieder von Mai bis September beziehungsweise Oktober quer durch Oberkärnten. Insgesamt stehen jährlich rund zehn Ausfahrten auf dem Programm. Dabei werden nicht nur landschaftlich reizvolle Strecken befahren, sondern auch befreundete Vereine und Oldtimertreffen besucht. „Wenn wir mit diesen Traktoren unterwegs sind, dann sind wir entschleunigt unterwegs. Genau das ist für viele Mitglieder der Grund, warum sie dabei sind: den Alltagsstress hinter sich lassen, mit Freunden unterwegs sein und die Landschaft genießen“, sagt Kapeller.
Der Verein zählt rund 100 Mitglieder, die aus ganz Oberkärnten stammen. Hier sind bei weitem nicht alle zu sehen.
Die gemütlichen Ausfahrten sorgen regelmäßig für Aufmerksamkeit. Viele Menschen verfolgen die Traktorenkolonnen am Straßenrand. „Wenn wir unterwegs sind, steht das Publikum oft an den Zäunen, applaudiert und winkt uns zu“, erzählt der Obmann. Zwar komme es aufgrund der geringen Geschwindigkeit gelegentlich zu kurzen Verkehrsbehinderungen, größere Probleme habe es bislang aber nicht gegeben. „Wir haben bis heute keinen einzigen Unfall bei unseren Ausfahrten gehabt und hoffen natürlich sehr, dass das auch so bleibt.“
Frauen bereichern den Verein
Eine Besonderheit gibt es auch im neuen Vorstand: Erstmals arbeiten dort zwei Frauen mit. Für einen Oldtimertraktorenverein sei das durchaus außergewöhnlich. „Die Traktorengeschichte war immer eine Männerdomäne. Dass jetzt zwei Frauen im Vorstand sind, ist definitiv ein Novum“, sagt Kapeller. Ihn freue diese Entwicklung sehr. Auch unter den Mitgliedern steige der Frauenanteil langsam.
Wie viele Traditionsvereine beschäftigt auch die Oberkärntner Oldtimerfreunde das Thema Nachwuchs. Das Durchschnittsalter der Mitglieder ist vergleichsweise hoch, auch wenn in den vergangenen Jahren immer wieder jüngere Interessierte dazugekommen sind. Für die Zukunft hat Kapeller deshalb einen klaren Wunsch:
„Ich wünsche mir, dass die Begeisterung und die Wertschätzung unserer Mitglieder erhalten bleiben, dass wir weiterhin unfallfreie Ausfahrten haben und jedes Jahr auch das eine oder andere – möglichst jüngere – Mitglied dazukommt, damit der Fortbestand des Vereins langfristig gesichert ist.“
Neben der Restaurierung und Pflege der historischen Fahrzeuge steht für den Verein vor allem eines im Mittelpunkt: Gemeinschaft. Freundschaften mit anderen Oldtimervereinen reichen mittlerweile weit über Kärnten hinaus – unter anderem nach Salzburg und Oberösterreich. Der Austausch über Ersatzteile, Restaurierungen und gemeinsame Projekte trägt wesentlich dazu bei, ein wichtiges Stück regionaler Technik- und Landwirtschaftsgeschichte lebendig zu halten.
Der neue Vorstand v.l.: Karl Schuster, Jacqueline Brandon, Bettina Hopfgartner und Hans Kapeller
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