Vater werden ist nicht schwer..

Vater werden ist nicht schwer, Vater sein dagegen sehr. Sabine Gußnig gibt Tipps, wie man trotz Trennungssituationen ein Vater bleiben kann
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SPITTAL (ven). Gerade in Trennungssituationen werden Tagen wie Vater- oder Muttertag besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Sabine Gußnig ist eine von 16 Sozialarbeiterinnen des Kinder- und Jugendhilfeträgers der Bezirkshauptmannschaft Spittal. Sie ist tagtäglich mit verschiedensten Fragestellungen rund um die Elternschaft konfrontiert.

Rechte der Kinder

Eine beständige, tragfähige und liebevolle Beziehung zu beiden Elternteilen sei ein Grundbedürfnis von Kindern - unabhängig davon, ob der Vater mit dem Kind im Familienverband oder getrennt von ihm lebt. "Daher geht es in diesem Zusammenhang weniger um die Rechte der Eltern, als vielmehr um die Rechte der Kinder. So sind auch im Paragraf 138 ABGB unter anderem verlässliche Kontakte des Kindes zu beiden Elternteilen sowie eine sichere Bindung zu ihnen als Kriterium für das Kindeswohl angeführt", erklärt Gußnig.

Wie Elternschaft leben?

Was aber bereits im Rahmen einer aufrechten Partnerschaft oder Ehe oft nicht stressfrei funktioniert, wird im Zuge einer Trennung zur wohl größten Herausforderung. "Hier treten folgende Fragen auf: Wie kann man Elternschaft leben, obwohl man sich als Paar getrennt hat? Wie kann Erziehungsverantwortung geteilt werden? Wi kann die Beziehung zum Kind lebendig bleiben und zu seiner positiven Entwicklung beitragen?"

Gemeinsam Weg finden

Eltern müssten trotz ihrer auf Paarebene erlebten Verletzungen und Kränkungen, trotz Wut und Trauer, einen Weg finden, als Mama und Papa für das gemeinsame Kind da zu sein. "Grundvoraussetzung dafür ist es, alles zu unterlassen, was das Verhältnis des Kindes zum anderen Elternteil beeinträchtigt – zum Beispiel Beschimpfungen, Beleidigungen, herablassendes Verhalten. Das erfordert ein hohes Maß an Selbstkontrolle und Beherrschung."

Kind im Fokus

Die Sozialarbeiterinnen unterstützen die Eltern in Beratungsgesprächen dabei, das Kind mit seinen Bedürfnissen in den Fokus zu stellen. Die gemeinsame Verantwortung für das Wohlergehen des Kindes zu erkennen und Lösungen zu erarbeiten, sei ein langwieriger Prozess. Oft sind klare Vereinbarungen eine wichtige Hilfe, um die Kontakte zwischen dem Kind und dem anderen Elternteil zu regeln. "Hier lautet die Devise: Umso jünger das Kind, desto häufigere aber kürzere Kontakte. Mit zunehmendem Alter sind dann tageweise Kontakte bzw. Übernachtungen für Kinder im Regelfall gut zu bewältigen. Es muss ihnen jedoch von beiden Elternteilen vermittelt werden, dass diese Kontakte und die gute Beziehung erlaubt und erwünscht sind", so Gußnig weiter.

Verlässlichkeit bindet

Verlässlichkeit und Verbindlichkeit gepaart mit Aufmerksamkeit und Feinfühligkeit sorgen für eine gute Bindung und erleichtern den Kindern den Wechsel zwischen Mama und Papa. Dazu gehöre auch Besonnenheit und Toleranz - sowohl gegenüber dem Kind, wenn es Zeit braucht, um sich an die neue Situation zu gewöhnen, aber auch gegenüber dem anderen Elternteil und eventuell neuer Partner.

Zur Erziehung beitragen

"Zur Erziehung des Kindes beizutragen sollte zur Selbstverständlichkeit werden. Auch wenn man nicht ständig mit dem Kind zusammenlebt, gilt es die eigenen Werte und Haltungen sichtbar zu machen, aktives Interesse am Kind zu zeigen und bei Bedarf Grenzen zu setzen. So kann auch nach der Trennung eine für das Kind förderliche Beziehung gelebt werden. Im Optimalfall gelingt das in Absprache mit dem anderen Elternteil und mit gegenseitigem Respekt." So könnten Kinder die Erfahrung machen, dass Trennungen auch immer die Chance zum Neubeginn beinhalten.

Vater bleiben

Gußnig gibt daher einige Tipps, wie man Vater bleibt, auch wenn man nicht mit dem Kind zusammenbleibt: "Zeit investieren, Geduld haben, Machtkämpfen widerstehen und Loyalitätskonflikte vermeiden. Außerdem soll man Verantwortung für die Beziehung zum Kind übernehmen und regelmäßig sowie verlässlich Kontakt halten - sei es persönlich, telefonisch, per Whatsapp oder in Briefen." Außerdem solle man sich für das Leben des Kindes interessieren - was Schule, Freunde, Hobbys oder auch Arzttermine betrifft. "Wichtig sind auch Alltagserfahrungen, wie zum Beispiel gemeinsam für eine Schularbeit lernen oder Arbeiten erledigen", rät Gußnig. Damit steht einem schönen Vatertag nichts mehr im Weg.

Vater werden ist nicht schwer, Vater sein dagegen sehr. Sabine Gußnig gibt Tipps, wie man trotz Trennungssituationen ein Vater bleiben kann
Dietmar Koplenig und Sabine Gußnig vom Spittaler Jugendamt

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