Spielzeug
Vor 100 Jahren gab es nur Mechanisches im Kinderzimmer

Johannes Krämmer mit einer aufziehbaren Lok. Blechspielzeug gab es eher in Städten bei reicheren Familien
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  • Johannes Krämmer mit einer aufziehbaren Lok. Blechspielzeug gab es eher in Städten bei reicheren Familien
  • hochgeladen von Verena Niedermüller

Spielzeugsammler Johannes Krämmer aus Gmünd zeigt, womit Kinder vor 100 Jahren gespielt haben.

GMÜND (ven). Für manches Spielzeug ist man nie zu alt - schon gar nicht, wenn man es wie Johannes Krämmer aus Gmünd zusammenträgt und liebevoll in Regalen ausstellt. Die WOCHE hat sich angesehen, womit Kinder vor 100 Jahren gespielt haben. Eines steht fest: Mit Strom oder Batterien ging damals nichts. Wo heute Playstation und Co. unterm Weihnachtsbaum liegen, freute man sich früher über einen Baukasten oder aufziehbare Eisenbahnlokomotiven.

Sammler Johannes Krämmer zeigt uns Spielzeug von vor 100 Jahren

Holzspielzeug am Land

Die Kinder am Land hatten eher selbstgemachtes Holzspielzeug sowie Pfeil und Bogen für das Austoben an der frischen Luft, handwerklich begabte Eltern bauten selbst Schaukelpferde oder auch Steckenpferde für ihre Sprösslinge. In der Stadt bei den Bürgerfamilien gab es schon schönes Metallspielzeug.
"Für Kinder gab es damals sogar ein Spielbuch mit Anleitungen.. Kegel- und Hüpfspiele, Lieder und Gedichte", so Krämmer zur WOCHE. 
Beliebt war auch die Holzkegelbahn, Kinder haben oft für ein paar Groschen die Kugel zurückgeschoben und die Kegel wieder aufgestellt. 

Betrunkener Matrose

Stolz ist Krämmer auf einen Aufzieh-Matrosen der Firma Lehmann, der von 1904 bis 1938 produziert wurde. "Anhand der Federn sieht man, wie alt das Spielzeug ist", erklärt er. Er wurde mit einer Feder am Rücken aufgezogen, "dann hat man einen betrunkenen Matrosen." Das selbe Prinzip gab es beim "Bucking Bronco" - ein Pferd, das seinen Reiter abwerfen will. Auch Eisenbahnbegeisterte kamen auf ihre Kosten, Krämmer zeigt dabei eine kleine Lok der Firma Märklin aus dem Jahr 1896 her, dazu passend ein Bahnhof von 1909, beleuchtet mit Kerzen. "Das war damals schon sehr teuer und wurde nur von eher reicheren Leuten in Städten geleistet." 

Baukästen mit Vorlagen

Womit Kinder noch gerne spielten, war ein Steinbaukasten, dazu gab es Vorlagen, wie man denn die Steinblöcke am besten zusammensetzen könnte. "Das Besondere Merkmal daran ist, dass die Farben auch eher gedeckt und nicht so grell waren wie später", sagt er. 

Vorläufer des Diaprojektors

Die Laterna Magica, später mit Stromanschluss adaptiert, funktioniert heute noch. "Damals machte man es eben mit einer Kerze und projizierte Bilder, die auf einer Glasscheibe aufgedruckt waren, an die Wand. Wie ein Diaprojektor eigentlich", erklärt er. 

Pferdewetten am Tisch

Ein besonderes Spielzeug war noch das Pferderennspiel (ca. 1900 bis 1930), wo man auf sein Pferd setzen konnte. "Es stammt aus Frankreich, wurde aber auch in Deutschland produziert. In der Mitte des Spieles war eine Schüssel, dort legte man seinen Wetteinsatz hinein. Eine neutrale Person - in einem Gasthaus war es meist der Wirt - setzte das Spiel und die Pferde in Bewegung, Sieger war, wessen Pferd als erster durch die Ziellinie kam.

Teddybär als Klassiker

Beliebt waren damals ebenso wie heute bei den Kindern auch Teddybären, meist mit Stroh gefüllt. Der Name kommt übrigens vom amerikanischen Präsidenten Theodore Roosevelt.

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