Zu hohe Abgabe
Vier Euro kosten Familienbetrieb in Rennweg das Aus
- Das neue Tourismusgesetz bedeutet für einen Familienbetrieb in Rennweg das Aus. Nach Ende der Sommersaison schließt er.
- Foto: Camping Ramsbacher
- hochgeladen von Alen Grabic
Nach 39 Jahren muss ein Campingplatz in Rennweg noch in diesem Jahr zusperren. Eine Nächtigungspauschale von "nur" vier Euro bedeutete das Aus.
RENNWEG AM KATSCHBERG. Das neue Tourismusgesetz sorgt für Unmut bei den Campingplätzen und erste Konsequenzen. Aufgrund der pauschalen Nächtigungsabgabe von vier Euro - zu zahlen vom Gast - schließt der Familienbetrieb Camping Ramsbacher noch in diesem Jahr.
Erste Schließung
Der Campingplatz in Rennweg schließt seine Pforten nach Ende der Sommersaison. Langjähriger Betreiber Michael Ramsbacher zufolge ist die Entscheidung einzig und allein wegen der neuen Aufenthaltsabgabe gefallen. Besonders bitter: Sein Sohn hat den Campingplatz übernommen und hätte den Betrieb auch gerne erweitert, aber nicht unter besagten Voraussetzungen. Ramsbacher findet klare Worte: "Das Gesetz ist sehr zentralistisch aufgebaut. Ein Wettbewerb der Gemeinden über künftige Investitionen ist vorprogrammiert. Warum künftige TVB-Sitzungen der Geheimhaltung unterliegen sollen, ist mir unverständlich." Die Abgabe werde mit einem Fixbetrag über alle Bettenkategorien gestülpt. Derselbe Betrag gelte für ein Doppelzimmer am Katschberg wie für einen Campingplatz in Rennweg für zwei Personen - zur Veranschaulichung: Die Übernachtung am Katschberg koste 560 Euro, am Campingplatz 28 Euro. "Ein prozentueller Aufschlag, wie bei allen anderen Steuern und Abgaben in Österreich, wäre fair und richtig", so Ramsbacher.
- Michael Ramsbacher (rechts) mit seinem Sohn, der den Campingplatz übernommen hat
- Foto: Camping Ramsbacher
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Vier Euro, vier Monate Arbeit
Eine Nächtigungsabgabe von "nur" vier Euro mache 38.000 Euro und wiederum 28 Prozent des Jahresumsatzes aus. "Das ist kein Betrag, den man einfach so dazu kassiert – man macht Werbung, erbringt Dienstleistungen und am Ende des Tages bezahlt der Gast seine Rechnung. Dem ist das sowas von egal, welche Steuern, Abgaben oder „Aufenthaltsabgaben“ darin enthalten sind. Das alles haben wir zu erarbeiten", so der Unternehmer. Für ihn würde die Abgabe drei bis vier Monate Gratisarbeit bedeuten. Ramsbacher befürchtet, dass weitere Betriebe, vor allem kleinere, schließen werden. Die Bedenken seitens der Campingplatz-Betreiber würden von der Politik gehört, aber nicht verstanden, glaubt er. Nach Rücksprache zwischen dem Bürgermeister Franz Aschbacher und dem Landesrat bestehe aber noch ein Funken Hoffnung. Ramsbacher und sein Sohn würden sich ein Fortbestehen ihres Campingplatzes wünschen. Sie bleiben optimistisch: "Vielleicht tut sich bis zum Inkrafttreten des Gesetzes doch noch etwas."
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