25.09.2014, 11:00 Uhr

Keine Kinderbetreuung in Baldramsdorf

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Isabelle Dorner und ihre achtjährige Tochter Alina müssen improvisieren

Volksschüler und Kindergartenkinder müssen zu mittag nach Hause. Berufstätige Eltern stehen vor einem Problem.

BALDRAMSDORF. "Nachmittags bin ich aufgeschmissen", klagt Isabelle Dorner, Mutter der achtjährigen Alina. Der Grund: In Baldramsdorf gibt es keinerlei Betreuung für Kinder am Nachmittag.

Kinder alleine zuhause
Dorner, die derzeit auf Arbeitssuche ist, weiß nicht, wo sie ihr Kind am Nachmittag unterbringen soll, wenn sie einen Job gefunden hat. Dazu gibt es einige berufstätige Mütter, die vor dem selben Problem stehen. "Ich habe mit der Gemeinde abgeklärt, dass ich in der Schule eine Liste aushängen darf, um den Bedarf zu erheben. Dies stellt aber keine Basis für eine eventuelle Betreuung dar, hat mir Bürgermeister Gerber versichert." Für Dorner hapert es überall, auch die Verpflegung der Kinder sei keinesfalls gewährleistet. "Immer mehr Mütter und Omas sind berufstätig, man kann einfach nicht mehr einfach so zuhause bleiben."

Keine Erhebung
Das Problem: Seitens des Landes müssen mindestens elf Kinder am Nachmittag betreut werden, damit Förderungen fließen. Zu Dorner hieß es, der Bedarf würde bei der Schuleinschreibung erhoben werden. "Das gibt es aber auch erst seit zwei Jahren. Bei der Einschreibung meiner Tochter ist noch nichts passiert, sie besucht nun die dritte Klasse. Wenn sich während der Volksschulzeit der Bedarf ändert, wird das nicht erhoben", so die Mutter.

Kein Interesse
Auf Nachfrage bei Bürgermeister Heinrich Gerber hieß es, es gäbe zu wenig Interesse für eine Betreuung. "Natürlich ist es auch eine Kostenfrage. Es wären nur ein, zwei Kinder, die eine Betreuung bräuchten", so der Ortschef. Nicht nur die Volksschüler müssen nach Schulschluss nach Hause, auch die Kleinen im Kindergarten. Der Kindergarten hätte, nachdem die offizielle Schließung um 13 Uhr ist, zumindest eine Aufsicht bis 14 Uhr eingerichtet. "Das wird aber von maximal drei bis vier Kindern in Anspruch genommen", sagt er. Er verstehe auch Dorner, aber "man muss alles abwägen. Die Kinder müssten bis 16 Uhr bleiben, es ist alles ein finanzielles Problem. Wenn die Anzahl der notwendigen Kinder vorhanden wäre, kann man darüber reden, aber derzeit ist das Interesse nicht so groß", sagt Gerber.

Schulwechsel überlegt
Dorner hatte bereits überlegt, ihr Kind eine andere Schule besuchen zu lassen, wo die Betreuung gewährleistet wäre. "Ich möchte sie aber auch nicht aus ihrem sozialen Umfeld reißen", erklärt sie. "So einfach ist das auch nicht. Die Gemeinde muss hier dazuzahlen und es muss genehmigt werden", so Gerber.

Noch kein Ergebnis
Bei einem Elternabend in der Volksschule, bei der Direktorin Ingrid Trupp und Eltern von zwanzig Kindern die Thematik besprochen haben, hat Trupp angeboten, auch in anderen Klassen nachzufragen, ob eine Betreuung erwünscht wäre. "Das war das erste Mal, dass Entgegenkommen gezeigt wurde. Sie wirkte sehr bemüht", so Dorner. Bleibt also abzuwarten, wie sich die Causa weiter entwickeln wird.
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